Proteingewinnung, Tonnen

Proteingewinnung: 7.000 Tonnen Biertreber pro Jahr verwertbar

Veröffentlicht am: 27.08.2026 um 19:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Das Projekt Eat Beer prüft im 500-Liter-Fermenter die Proteinaufwertung von Biertreber, bevor EU-Zulassungen eine Nutzung als Lebensmittel ermöglichen.

Eat Beer gewinnt Proteine aus 7.000 Tonnen Biertreber
Edelstahltanks in einer modernen Brauereianlage zur industriellen Fermentation und Reststoffverwertung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Verwertung von industriellen Nebenprodukten gewinnt im Rahmen der Kreislaufwirtschaft zunehmend an Bedeutung. Ein aktueller Fokus der biotechnologischen Forschung liegt dabei auf der Aufwertung von Reststoffen aus dem Brauprozess.

Das Projekt „Eat Beer“, eine Initiative der Biotech-Schwestergesellschaft der Störtebeker Braumanufaktur, demonstriert derzeit das Potenzial, hochwertige Proteine für die Lebensmittelindustrie aus Biertreber zu gewinnen.

Reststoffverwertung im industriellen Maßstab

Biertreber fällt als fester Rückstand des Malzes nach dem Abläutern der Würze in erheblichen Mengen an. Am Standort der Störtebeker Braumanufaktur beläuft sich das jährliche Aufkommen auf über 7.000 Tonnen dieses Nebenprodukts. Bisher wird der Treber vorwiegend als Futtermittel in der Landwirtschaft eingesetzt, wobei der Marktwert derzeit bei etwa 30 bis 40 Euro pro Tonne liegt.

Aktuelle Daten zeigen jedoch, dass der Anteil der hochwertigen stofflichen Verwertung noch am Anfang steht. Derzeit wird deutlich unter 1 % der anfallenden Trebermenge für die Extraktion von Proteinen für die menschliche Ernährung verarbeitet.

Angesichts der weltweit steigenden Nachfrage nach alternativen Proteinquellen bietet die stoffliche Aufwertung des Trebers eine Möglichkeit, den ökonomischen Wert dieses Nebenprodukts signifikant zu steigern.

Pilotphase und technologische Herausforderungen

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Die technologische Umsetzung der Proteingewinnung erfolgt mittels Fermentationsprozessen. Wie aus Branchenberichten von Ende August 2026 hervorgeht, befindet sich das Projekt aktuell in einer entscheidenden Pilotphase. Hierbei kommt ein Fermenter mit einer Kapazität von 500 Litern zum Einsatz, um die Skalierbarkeit des Verfahrens unter kontrollierten Bedingungen zu testen.

Das Ziel des Prozesses ist die Isolierung der Proteinfraktion aus dem faserreichen Treber. Analysen ergeben, dass die gewinnbare Proteinfraktion etwa 3 bis 5 % der eingesetzten Trebermenge ausmacht.

Obwohl dieser Prozentsatz im Vergleich zur Gesamtmasse gering erscheint, ist die Qualität des gewonnenen Proteins für die Weiterverarbeitung in Lebensmitteln von hohem Interesse, da es als pflanzliche Komponente in verschiedenen Rezepturen dienen kann.

Regulatorische Hürden für neuartige Lebensmittel

Trotz der technologischen Fortschritte und der Verfügbarkeit des Rohstoffs steht die Kommerzialisierung vor regulatorischen Herausforderungen. Da die Gewinnung von Proteinen aus Biertreber für den direkten menschlichen Verzehr in dieser Form ein neues Verfahren darstellt, unterliegt das Endprodukt der Novel-Food-Verordnung der Europäischen Union.

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Diese Regulierung erfordert umfassende Sicherheitsbewertungen und Zulassungsverfahren, bevor die Proteine als Lebensmittelzutat marktfähig sind. Experten weisen darauf hin, dass die Einhaltung dieser strengen EU-Richtlinien ein zeitkritischer Faktor für die Skalierung des Projekts ist.

Erst nach einer erfolgreichen Zulassung kann die Technologie über die aktuelle Pilotphase hinaus industriell genutzt werden, um einen größeren Teil der 7.000 Tonnen Biertreber in die Lebensmittelwertschöpfungskette zu überführen.

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