Pyrrolizidinalkaloide: Oregano mit 3500 µg/ kg massiv belastet
Veröffentlicht am: 28.08.2026 um 15:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Untersuchungen zur Lebensmittelsicherheit zeigen am Beispiel aktueller Kontrollen im Gewürzsektor die anhaltende Problematik von Pflanzengiften in getrockneten Kräutern.
Ein Bericht des Kantonslabors Basel-Stadt vom 28. August 2026 verdeutlicht, dass insbesondere Pyrrolizidinalkaloide (PA) weiterhin eine Herausforderung für die Qualitätssicherung im Handel darstellen.
Bei einer gezielten Überprüfung von insgesamt 47 Proben, die von elf verschiedenen Händlern stammten, stellten die Experten Grenzwertüberschreitungen fest, die nun regulatorische Konsequenzen nach sich ziehen.
Systematische Kontrollen decken Belastungen bei Gewürzen auf
Die Chemiker des Kantonslabors untersuchten im Rahmen ihrer Analyse sowohl verschiedene Gewürze als auch Teeproben auf Rückstände von Pyrrolizidinalkaloiden. Diese Stoffe sind natürliche Inhaltsstoffe bestimmter Pflanzenarten, die der Abwehr von Fraßfeinden dienen. Gelangen diese Wildkräuter bei der Ernte unbeabsichtigt in das Erntegut von Kulturpflanzen, können sie das Endprodukt kontaminieren.
In der Untersuchung vom August 2026 wurden insgesamt vier Proben beanstandet, da sie den gesetzlich festgelegten Höchstwert überschritten. Während die ebenfalls geprüften Teeproben vollständig unbelastet waren, zeigten sich bei den Gewürzen deutliche Befunde.
Konkret betroffen waren zwei Proben von Kreuzkümmel sowie jeweils eine Probe Oregano und Basilikum. Für alle vier beanstandeten Produkte verhängten die zuständigen Behörden ein sofortiges Verkaufsverbot, um den Verbraucherschutz zu gewährleisten.
Deutliche Grenzwertüberschreitung bei Oregano und neue Befunde bei Basilikum
Ein zentraler Aspekt der Analyse betrifft die Höhe der gemessenen Werte. Besonders auffällig war eine Probe Oregano, in der das Kantonslabor Basel-Stadt eine Konzentration von 3500 µg/kg Pyrrolizidinalkaloiden nachwies. Dieser Wert liegt massiv über dem erlaubten Höchstwert von 1000 µg/kg.
Solche Abweichungen verdeutlichen nach Einschätzung der Fachleute die Notwendigkeit einer engmaschigen Kontrolle der Lieferketten, insbesondere bei Importwaren aus Regionen, in denen PA-haltige Beikräuter auf den Anbauflächen verbreitet sind.
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Als überraschend stuften die Chemiker zudem den Befund bei einer Basilikum-Probe ein. Basilikum galt in der Vergangenheit und in früheren Untersuchungsreihen als weitgehend unproblematisch in Bezug auf diese spezifische Schadstoffgruppe.
Dass nun auch hier eine Überschreitung des Höchstwerts festgestellt wurde, legt nahe, dass die Überwachungsmechanismen auf weitere Kräuterarten ausgeweitet werden müssen, die bislang als weniger risikobehaftet eingestuft wurden.
Gesundheitliche Relevanz und toxikologische Einordnung
Die strengen Grenzwerte und die daraus resultierenden Verkaufsverbote basieren auf der toxikologischen Bewertung von Pyrrolizidinalkaloiden. Wie das Kantonslabor im Rahmen seiner Veröffentlichung betont, handelt es sich bei diesen Substanzen um Verbindungen, die bei regelmäßiger Aufnahme eine gesundheitsschädigende Wirkung entfalten können.
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Fachleute weisen darauf hin, dass Pyrrolizidinalkaloide insbesondere das Potenzial haben, die Leber zu schädigen. Darüber hinaus werden sie aufgrund wissenschaftlicher Erkenntnisse als krebserregend eingestuft.
Da diese Giftstoffe bereits in geringen Mengen über einen längeren Zeitraum hinweg ein Risiko darstellen können, bleibt die Minimierung der Gehalte in Lebensmitteln ein vorrangiges Ziel der amtlichen Lebensmittelüberwachung.
Die aktuellen Ergebnisse aus Basel-Stadt unterstreichen, dass trotz etablierter Grenzwerte weiterhin Kontaminationen auftreten, die ein behördliches Eingreifen erforderlich machen.
