Rauchen und Demenz: 30 Prozent höheres Erkrankungsrisiko nachgewiesen
28.05.2026 - 06:10:56 | boerse-global.de
Bewegung, Körperwahrnehmung und LebensstilÀnderungen gelten als zentrale Bausteine moderner PrÀventionsstrategien.
âGestaltâ-Projekt: Tanzen gegen das Vergessen
Ein vielversprechendes Beispiel ist das Projekt âGestaltâ (GEhen, Spielen, Tanzen) der Friedrich-Alexander-UniversitĂ€t Erlangen-NĂŒrnberg. Es richtet sich an Menschen ab 60 Jahren und kombiniert Bewegung mit sozialen Elementen. Ziel: der Entstehung von Demenz entgegenwirken.
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Im WĂŒrzburger Stadtteil Zellerau wird das Konzept aktuell im ABZ-Heiligkreuz umgesetzt. Die Kurse umfassen zwölf Einheiten und werden von der Vogel Stiftung Dr. Eckernkamp unterstĂŒtzt. Fachleute betonen die Bedeutung eines niedrigschwelligen Zugangs â nur so lassen sich MobilitĂ€t und kognitive VitalitĂ€t langfristig erhalten.
Die Nase als FrĂŒhwarnsystem
Doch nicht nur Bewegung zĂ€hlt. Eine US-Studie im Fachmagazin JAMA Otolaryngology zeigt einen deutlichen Zusammenhang zwischen nachlassendem Geruchssinn und körperlichem Verfall. Ăber sieben Jahre wurden mehr als 5.400 Teilnehmer mit einem Durchschnittsalter von 75 Jahren beobachtet.
Das Ergebnis: Ein eingeschrĂ€nktes Riechvermögen dient als frĂŒher Indikator fĂŒr einen beschleunigten Abbau von Gehgeschwindigkeit, Gleichgewicht sowie Griff- und Beinkraft. Da diese sensorischen Verluste oft Jahre vor den ersten kognitiven Symptomen auftreten, könnte die Nase ein wichtiges FrĂŒhwarnsystem fĂŒr biologische Alterungsprozesse sein.
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Rauchen: Das vermeidbare Risiko
Die Deutsche Gesellschaft fĂŒr Neurologie (DGN) macht anlĂ€sslich des Weltnichtrauchertages Ende Mai auf einen weiteren Risikofaktor aufmerksam: Tabakkonsum. Eine Metaanalyse zeigt: Aktive Raucher haben ein 30 Prozent höheres Risiko, an Demenz zu erkranken. Bei Alzheimer liegt der Wert sogar 40 Prozent höher.
Die Gefahr ist dosisabhĂ€ngig. Pro 20 tĂ€glich gerauchter Zigaretten steigt das Demenzrisiko um rund 34 Prozent. Die gute Nachricht: Ehemalige Raucher tragen laut den Daten kein erhöhtes Risiko mehr. Die Botschaft ist klar â Aufhören lohnt sich.
Kreative Therapien und neue Wohnmodelle
Neben der physischen PrĂ€vention gewinnen kreative AnsĂ€tze an Bedeutung. In Nordrhein-Westfalen wurde ein Ratgeber vorgestellt, der Kunst als Therapie nutzt. Malen, Basteln und Falten â die Techniken basieren auf Workshops in DĂŒsseldorf und Dortmund. Sie richten sich an Angehörige und PflegekrĂ€fte, um Kommunikation und Wohlbefinden von Demenzkranken zu fördern.
Auch die Versorgungsstrukturen entwickeln sich weiter. In Weilheim feierten Demenz-Wohngemeinschaften im âParadeisgartenâ ihr zehnjĂ€hriges Bestehen. Das Modell der MARO-Genossenschaft setzt auf Selbstbestimmung und aktive Verwaltung durch die Angehörigen. Ein Fokus, der auch im Zentrum eines Fach-Webinars am 11. Juni steht â dort teilt das AWO Marie-Juchacz-Haus in WĂŒrzburg seine langjĂ€hrigen Erfahrungen.
Hilfe fĂŒr Angehörige
Die Alzheimer- und Demenzkranken Gesellschaft RĂŒsselsheim bietet im Juni zudem spezifische Schulungen fĂŒr Angehörige im Landkreis GroĂ-Gerau an. Die Kurse vermitteln medizinische Grundlagen, praktische Kompetenzen im Umgang mit Betroffenen und rechtliche Informationen zur Pflegeversicherung.
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