REM-Schlaf, Minuten

REM-Schlaf: 48 Minuten mehr pro Nacht senken das Risiko für 83 Erkrankungen

Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 17:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Forschung verbindet ausreichenden Schlaf mit besserer Hirnleistung; in Deutschland erreichen nur 51,6 Prozent die empfohlene Dauer.
Ein ruhiges, minimalistisch eingerichtetes Schlafzimmer mit weichem Morgenlicht, das eine Atmosphäre der Erholung vermittelt. Illustration mit AI erstellt.

Während des Schlafs hält der menschliche Körper wesentliche kognitive Prozesse aufrecht. Erholsamer Schlaf stärkt die Konzentrationsfähigkeit sowie die allgemeine Gesundheit maßgeblich, wie wissenschaftliche Untersuchungen übereinstimmend darlegen.

Ausreichende nächtliche Ruhephasen dienen dabei nicht bloß dem passiven Abschalten, sondern bilden die Basis für Gedächtniskonsolidierung, neuronale Reorganisation und den Schutz vor altersbedingten Abbauprozessen.

Neuronale Netzwerke und Gedächtnisfunktionen im Schlaf

Untersuchungen der Binghamton University im Journal Neurobiology of Aging zeigen, dass schlechter Schlaf die funktionelle Hirnkommunikation abhängig von Alter und Geschlecht verändert. Bei der Analyse von Hirnscans bei mehr als 1.300 Teilnehmenden wiesen jüngere Erwachsene im College-Alter bei Schlafmangel übervernetzte motorische Hirnregionen auf.

Bei älteren Menschen ab 65 Jahren waren dieselben Areale untervernetzt, während kognitive Regionen eine Hyperkonnektivität zeigten. Bei älteren Frauen zeigte sich eine abnorme Übervernetzung zwischen dem sogenannten Default Mode Network und dem Frontal Parietal Network, was mit schlechterer Gedächtnisleistung einherging.

Eine Studie der UC Berkeley im Fachjournal Nature Neuroscience belegt zudem, wie Tiefschlaf-Wellen und Tau-Proteinablagerungen das Gedächtnis beeinflussen. Während sich langsame Hirnwellen bei gesunden Erwachsenen Anfang 20 in großflächigen Clustern ausbreiten, traten bei älteren Personen kürzere, isoliertere Wellen auf, die mit einer höheren Tau-Belastung und schlechteren Wortassoziations-Erinnerungen verknüpft waren.

Schutzwirkung bei Vorerkrankungen und chronischen Risiken

Schlafqualität hat zudem direkte Auswirkungen auf die physische Hirnsubstanz. Eine Studie des Karolinska-Instituts im Journal of the American Heart Association, basierend auf Daten von über 400.000 Menschen der UK Biobank, untersuchte gut 54.000 Personen mit Typ-2-Diabetes, Herzkrankheiten oder Schlaganfällen.

Betroffene mit gutem Schlaf wiesen eine bessere kognitive Fähigkeit sowie ein größeres Hirnvolumen auf als schlecht schlafende Personen mit denselben Diagnosen. Forscherin Abigail Dove merkte an, dass guter Schlaf negative gesundheitliche Folgen abmildern könne.

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Ergänzend belegt eine Untersuchung der Universität Peking im Fachjournal PLOS Medicine an rund 100.000 Teilnehmenden, dass etwa 48 Minuten mehr REM-Schlaf pro Nacht das Risiko für 83 Erkrankungen senkten. Längerer REM-Schlaf reduzierte unter anderem das Risiko für ein Parkinson-Syndrom um 80 Prozent und für Demenz um 46 Prozent.

Schlafdefizite in Deutschland und gesellschaftliche Kosten

Trotz dieser Bedeutung erreicht ein erheblicher Teil der Bevölkerung kein ausreichendes Schlafpensum. Laut einer Erhebung des Robert Koch-Instituts vom 4. November 2026 im Journal of Health Monitoring schlafen Erwachsene in Deutschland im Durchschnitt 07:26 Stunden; nur 51,6 Prozent erreichen die empfohlene Schlafdauer von sieben bis neun Stunden. Frauen schlafen im Schnitt 07:31 Stunden, Männer 07:20 Stunden.

Schlafmediziner Hans-Günter Weeß vom Pfalzklinikum Klingenmünster betonte im Rahmen der DGSM-Jahrestagung, dass rund 80 Prozent der Menschen ein Schlafbedürfnis zwischen sieben und neun Stunden besitzen. Bereits eine Stunde weniger Schlaf als genetisch vorgesehen erhöhe das Unfallrisiko um 30 Prozent.

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Die volkswirtschaftlichen Dimensionen unzureichenden Schlafs sind erheblich: Wie im European Journal of Neurology publizierte Schätzungen darlegen, belaufen sich die gesellschaftlichen Kosten von Schlafstörungen auf etwa drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts europäischer Staaten, was für Deutschland auf rund 106 Milliarden Euro beziffert wird.

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