Rheuma und Herzgesundheit: Neue S3-Leitlinie definiert klare Standards
Veröffentlicht am: 11.08.2026 um 06:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Behandlung entzĂŒndlich-rheumatischer Erkrankungen erfordert ĂŒber die Gelenktherapie hinaus eine fundierte Strategie zur Vermeidung von Begleiterkrankungen. Im Fokus steht dabei insbesondere das Herz-Kreislauf-System, da Patienten mit rheumatischen Leiden ein erhöhtes Risiko fĂŒr Herzinfarkte oder SchlaganfĂ€lle aufweisen. Mit der im Jahr 2026 im AWMF-Register unter der Nummer 060-010 veröffentlichten S3-Leitlinie âManagement kardiovaskulĂ€rer KomorbiditĂ€ten entzĂŒndlich-rheumatischer Erkrankungenâ liegt nun ein aktualisierter Standard vor, der klare Vorgaben fĂŒr die klinische Praxis definiert.
Systematische RisikoabschÀtzung im klinischen Alltag
Ein zentraler Aspekt der unter FederfĂŒhrung der Deutschen Gesellschaft fĂŒr Rheumatologie (DGRh) entwickelten Leitlinie ist die Etablierung eines strukturierten Monitorings. Fachleute betonen, dass die EinschĂ€tzung des kardiovaskulĂ€ren Risikos kein einmaliges Ereignis sein dĂŒrfe, sondern in regelmĂ€Ăigen AbstĂ€nden wiederholt werden mĂŒsse.
Die Richtlinie sieht vor, dass bei Patienten mit entzĂŒndlich-rheumatischen Erkrankungen mindestens alle fĂŒnf Jahre eine umfassende RisikoabschĂ€tzung erfolgen sollte. FĂŒr Patienten, bei denen bereits ein hohes Risiko fĂŒr Herz-Kreislauf-Erkrankungen festgestellt wurde, verkĂŒrzt sich dieser Intervall deutlich. In diesen FĂ€llen empfehlen die Experten eine jĂ€hrliche ĂberprĂŒfung der entsprechenden Parameter, um frĂŒhzeitig auf VerĂ€nderungen reagieren zu können.
Empfehlungen zur medikamentösen Therapie
Die neue S3-Leitlinie zum Management kardiovaskulĂ€rer KomorbiditĂ€ten bei Rheuma ist da. Sie zeigt, wie Sie Ihr Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko senken können â mit klaren Vorgaben zu Kontrollintervallen und Medikamentendosierung. Jetzt kostenlosen Leitfaden anfordern
Die medikamentöse Behandlung der rheumatischen Grunderkrankung hat direkten Einfluss auf das kardiovaskulĂ€re Profil der Betroffenen. Die Leitlinie widmet sich daher detailliert dem Einsatz gĂ€ngiger Wirkstoffklassen. FĂŒr die Anwendung von Glukokortikoiden und nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) wird ein restriktiver Ansatz verfolgt. Diese Substanzen sollten demnach stets in der niedrigsten wirksamen Dosis eingesetzt werden, um die Belastung fĂŒr das Herz-Kreislauf-System so gering wie möglich zu halten.
Besondere Aufmerksamkeit widmet das Regelwerk den JAK-Inhibitoren, die vor allem bei der rheumatoiden Arthritis zum Einsatz kommen. Hier mahnen die Autoren der Leitlinie zur Vorsicht, sofern bereits kardiovaskulÀre Risikofaktoren beim Patienten bekannt sind. In solchen Konstellationen sei ein Einsatz dieser Wirkstoffe nur nach einer sorgfÀltigen und individuellen Nutzen-Risiko-AbwÀgung vertretbar.
Bedeutung der fachĂŒbergreifenden Zusammenarbeit
Rheumapatienten haben ein erhöhtes Risiko fĂŒr Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die neue S3-Leitlinie empfiehlt ein strukturiertes Monitoring â mindestens alle 5 Jahre, bei hohem Risiko jĂ€hrlich. Erfahren Sie, wie Sie diese Vorgaben in Ihrer Behandlung umsetzen. Leitfaden zum Risiko-Screening jetzt sichern
Die Erstellung der S3-Leitlinie durch die DGRh unterstreicht die Notwendigkeit, KomorbiditĂ€ten als integralen Bestandteil der Rheumatologie zu begreifen. Da entzĂŒndliche Prozesse im Körper die GefĂ€Ăgesundheit unmittelbar beeintrĂ€chtigen können, zielt die Richtlinie darauf ab, die Zusammenarbeit zwischen Rheumatologen, Kardiologen und HausĂ€rzten zu verbessern.
Durch die klaren Vorgaben zu Kontrollintervallen und Dosierungsempfehlungen soll die Sterblichkeit infolge von Herz-Kreislauf-Ereignissen bei Rheumapatienten langfristig gesenkt werden. Die Leitlinie fungiert damit als wissenschaftlich fundierte Orientierungshilfe, um die oft komplexe medikamentöse Einstellung mit den Anforderungen des GefĂ€Ăschutzes in Einklang zu bringen. Fachkreise werten die Veröffentlichung als wichtigen Schritt zur Standardisierung der Versorgung in einem Bereich, der aufgrund der demografischen Entwicklung und der damit verbundenen Zunahme von MultimorbiditĂ€t stetig an Bedeutung gewinnt.
