Rückenschmerzen, Trainingseinheiten

Rückenschmerzen: Zwei bis drei Trainingseinheiten pro Woche lindern Beschwerden

Veröffentlicht am: 16.08.2026 um 06:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Experten setzen bei Rückenleiden verstärkt auf gezieltes Muskeltraining. Der Multifidus spielt eine Schlüsselrolle, um Schmerzen zu lindern und Chronifizierung zu verhindern.

Rückenschmerzen: Bewegung statt Schonung als neue Therapie-Strategie
Eine Person führt in einem hellen, modernen Physiotherapiestudio gezielte Übungen zur Stärkung der Rückenmuskulatur aus. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Behandlung von Rückenschmerzen hat in der medizinischen Praxis einen deutlichen Paradigmenwechsel vollzogen. Während früher oft zu körperlicher Ruhe geraten wurde, gilt heute die gezielte Bewegung als die maßgebliche Strategie zur Linderung der Beschwerden. Aktuelle Daten unterstreichen die globale und regionale Dringlichkeit dieses Thema, da ein Großteil der Bevölkerung regelmäßig unter entsprechenden Symptomen leidet.

Die globale und regionale Belastung durch Rückenleiden

Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind weltweit rund 619 Millionen Menschen von Rückenschmerzen betroffen. Die Belastung zeigt sich auch in regionalen Erhebungen deutlich.

Ein aktueller Rückenreport der Rheumaliga Schweiz legt dar, dass neun von zehn Personen in der Schweiz von Rückenschmerzen betroffen sind. Die Intensität und Häufigkeit sind dabei erheblich: Etwa 50 Prozent der Befragten gaben an, mehrmals pro Monat oder sogar wöchentlich unter Schmerzen zu leiden.

Ein wesentliches Merkmal dieser Beschwerden ist ihre Art. Rund 90 Prozent der auftretenden Rückenschmerzen werden als unspezifisch eingestuft. Das bedeutet, dass kein eindeutiger struktureller Schaden an der Wirbelsäule als alleinige Ursache identifiziert werden kann. In diesem Zusammenhang identifizieren Experten Bewegungsmangel als den wichtigsten Einflussfaktor für die Entstehung und Chronifizierung von Rückenproblemen.

Der Multifidus-Muskel als zentraler Stabilisator

In der funktionellen Anatomie der Wirbelsäule nimmt der sogenannte Multifidus-Muskel eine Schlüsselrolle ein. Dieser tiefliegende Muskel ist unmittelbar für die Stabilisierung der Wirbelsäule verantwortlich. Lange Phasen des Sitzens führen jedoch dazu, dass dieser Muskel träge wird.

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Besonders kritisch ist der Verlauf nach einer Schmerzepisode: Fachleute beobachten, dass der Multifidus infolge von Rückenschmerzen an Muskelmasse verliert, was die Stabilität der Wirbelsäule weiter schwächt und einen Kreislauf aus Schmerz und Abbau begünstigen kann.

Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, wird ein Training empfohlen, das speziell auf diesen Bereich abzielt. Experten raten zu zwei bis drei Trainingseinheiten pro Woche, die aus kontrollierten Bewegungen bestehen sollten.

Als effektive Übungen gelten hierbei unter anderem der sogenannte „Bird Dog“, der „Dead Bug“, das „Swimming“, die „Side Plank“ sowie der „Hip Hinge“. Ziel dieser Übungen ist es, die Kooperation zwischen den Rückenstreckern, dem Multifidus, der Bauchmuskulatur und der Hüftmuskulatur zu fördern.

Empfehlungen für Training und Alltag

Die WHO empfiehlt zur Aufrechterhaltung der Wirbelsäulengesundheit ausdrücklich muskelkräftigende Aktivitäten. Dabei hat sich gezeigt, dass keine einzelne Sportart allen anderen überlegen ist; vielmehr steht die Regelmäßigkeit und die gezielte Belastung im Vordergrund.

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Teilnehmer von Programmen wie „Philipp bewegt“ berichten beispielsweise, dass bereits tägliche Bewegungseinheiten von 20 Minuten zu einer spürbaren Reduktion der Schmerzen und mehr Leichtigkeit im Alltag führen können.

Ein weiterer Aspekt der Rückengesundheit betrifft den natürlichen Alterungsprozess. Mit zunehmendem Lebensalter nimmt die Beweglichkeit der Wirbelsäule tendenziell ab, wobei besonders die Brustwirbelsäule betroffen ist. Durch gezieltes Training kann jedoch auch im fortgeschrittenen Alter der Bewegungsumfang erhalten und die Rumpffunktion verbessert werden.

Aktuelle Analysen bestätigen, dass das Zusammenwirken der verschiedenen Muskelgruppen am Rumpf entscheidend ist, um die Wirbelsäule gesund und belastbar zu halten. Eine frühzeitige Abkehr von der Schonhaltung hin zu einer aktiven Lebensweise bleibt somit die zentrale Empfehlung der aktuellen Forschung.

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