Sarkopenie bei Rheuma: 18,6 Prozent der RA-Patienten betroffen
Veröffentlicht: 09.07.2026 um 09:25 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Neue Leitlinien, digitale Anwendungen und überarbeitete Ratgeber sollen Patienten besser unterstützen.
Überarbeitete Ratgeber stärken Patientenkompetenz
Die Deutsche Rheuma-Liga hat Anfang Juli mehrere grundlegende Ratgeber fachlich überarbeitet und neu aufgelegt. Die Publikationen behandeln Arthrose, Rheumatoide Arthritis, Gelenkschutz sowie rechtliche Fragen im Sozialsystem.
Ein interdisziplinäres Expertenteam sicherte die fachliche Qualität. Beteiligt waren unter anderem Prof. Specker, Prof. Aringer, Prof. Rehart, Ergotherapeutin Maurer und Rechtsanwältin Schoeler. Die Broschüren entstanden teilweise mit Unterstützung des Bundesministeriums für Gesundheit und der Deutschen Rentenversicherung Bund.
Neue Standards für Herz-Kreislauf-Risiken
Anfang Juli erschien die neue S3-Leitlinie zum Management kardiovaskulärer Risiken bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen. Unter der Koordination von Prof. Jan Leipe vom UKSH Kiel und der Federführung der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie setzt sie neue Maßstäbe.
Die Empfehlungen betonen: Die rheumatische Entzündung muss konsequent kontrolliert werden. Zudem raten die Experten zu niedrigen Dosierungen von Glukokortikoiden und nichtsteroidalen Antirheumatika. Die Deutsche Rheuma-Liga brachte die Patientenperspektive ein.
Sarkopenie: Jeder fünfte RA-Patient betroffen
Eine aktuelle Querschnittsstudie mit 978 Teilnehmern zeigt: Rund 18,6 Prozent der Patienten mit rheumatoider Arthritis leiden unter Sarkopenie – einem übermäßigen Abbau von Muskelmasse und -funktion. Die am 8. Juli vorgestellte Untersuchung identifizierte höheres Alter, längere Krankheitsdauer und höhere Prednison-Dosen als Risikofaktoren.
Schützend wirken dagegen TNF-Inhibitoren und der Wirkstoff Tocilizumab. Sie senken das Risiko für Muskelabbau deutlich.
Digitale Helfer auf dem Vormarsch
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Die Digitalisierung hält Einzug in die Rheumatherapie. Die MeRLiN-Studie des St. Elisabeth-Hospitals Meerbusch-Lank fand im Juli international Beachtung. Prof. Vordenbäumen und Dr. Kurt untersuchten digitale Anwendungen und Wearables bei Rheuma.
Das Besondere: Die Studie wurde als einzige europäische Untersuchung in die aktualisierten Empfehlungen der European Alliance of Associations for Rheumatology aufgenommen.
Tai Chi Walking senkt Sturzrisiko um 43 Prozent
Im Bereich Bewegungstherapie rücken koordinative Ansätze in den Fokus. Tai Chi Walking wird 2026 verstärkt als evidenzbasierte Methode zur Sturzprophylaxe diskutiert. Studien belegen eine signifikante Senkung der Sturzrate um bis zu 43 Prozent.
Forscher weisen jedoch darauf hin: Tai Chi Walking fördert das Gleichgewicht, ersetzt aber kein gezieltes Kraft- und Ausdauertraining.
Krankenkassen investieren Millionen in Prävention
Die gesetzlichen Krankenkassen geben jährlich über 218 Millionen Euro für zertifizierte Präventionskurse aus. Gesundheitsökonom Prof. Hodek betont: Solche Investitionen tragen langfristig zur Stabilisierung des Gesundheitssystems bei.
Für Patienten mit chronischen Schmerzen gibt es zudem eine strukturelle Neuerung: Der Gemeinsame Bundesausschuss hat am 8. Juli die Anforderungen für das Disease-Management-Programm bei chronischem Rückenschmerz aktualisiert. Zwar schließt das Programm entzündlich-rheumatische Ursachen aus, der Trend hin zu körperlicher Aktivität und Vermeidung von Angst-Vermeidungs-Verhalten zeigt sich jedoch deutlich.
Informationsveranstaltungen im Sommer
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Für den direkten Austausch zwischen Fachleuten und Betroffenen sind im Juli mehrere Termine geplant. Das Orthopädisch-Unfallchirurgische Zentrum des ALB FILS KLINIKUMS veranstaltet am 14. Juli einen Patienten-Informationstag. Themen sind unter anderem Osteoporose und Gleichgewichtstraining.
Am 25. Juli findet der 14. Würzburger Gesundheitstag statt. Unter dem Motto „cool handeln – gesund leben“ informiert eine Selbsthilfemesse über Hitzeschutz und gesundheitliche Prävention.
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