Sarkopenie-PrÀvention: Protein um 38% erhöht Chancen auf gesundes Altern
Veröffentlicht am: 19.08.2026 um 14:31 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Im Rahmen des 132. DGIM-Kongresses wurden im Jahr 2026 umfassende ErnÀhrungsstrategien zur PrÀvention von Sarkopenie und Gebrechlichkeit im Alter erörtert.
Die Fachdiskussionen verdeutlichten, dass der Erhalt der Muskelmasse und die Vermeidung von altersbedingter FragilitĂ€t eine zentrale Rolle fĂŒr die LebensqualitĂ€t in spĂ€teren Lebensphasen spielen. Dabei zeigt sich eine enge VerknĂŒpfung zwischen gezielter NĂ€hrstoffaufnahme und körperlicher AktivitĂ€t.
Die Bedeutung der Proteinzufuhr fĂŒr die VitalitĂ€t
Aktuelle Datenanalysen unterstreichen den Einfluss der ErnÀhrung auf den Alterungsprozess. Demnach erhöhte ein Anstieg der Proteinzufuhr die Chance auf ein gesundes Altern statistisch um 38 Prozent.
Die Deutsche Gesellschaft fĂŒr ErnĂ€hrung (DGE) gibt hierfĂŒr spezifische Richtwerte vor: WĂ€hrend fĂŒr Erwachsene im Regelfall eine Zufuhr von 0,8 g Protein pro Kilogramm Körpergewicht empfohlen wird, steigt dieser Bedarf ab einem Alter von 65 Jahren auf 1,0 g pro Kilogramm an.
Besondere Anforderungen bestehen zudem in spezifischen Lebensphasen oder bei hoher körperlicher Belastung. Schwangere benötigen ab dem zweiten Trimester etwa 0,9 g Protein pro Kilogramm Körpergewicht, wÀhrend der Bedarf bei Stillenden auf 1,2 g ansteigt.
Personen, die mehr als fĂŒnf Stunden Sport pro Woche treiben, sollten laut DGE-Angaben zwischen 1,2 und 2,0 g Protein pro Kilogramm Körpergewicht zu sich nehmen. Eine Auswertung des American College of Sports Medicine (ACSM), die auf 137 Reviews mit mehr als 30.000 Teilnehmenden basiert, empfiehlt fĂŒr bestimmte Trainingsziele sogar eine Spanne von 1,4 bis 2,0 g Protein pro Kilogramm Körpergewicht.
PrÀvention von Muskelschwund und Osteoporose
Neben der ErnĂ€hrung bildet das Krafttraining die zweite SĂ€ule der PrĂ€vention. Die Sportwissenschaftlerin Lilian Kuster wies darauf hin, dass der natĂŒrliche Muskelabbau bereits ab einem Alter von etwa 30 Jahren beginnt.
Gezieltes Training schĂŒtze insbesondere Ă€ltere Frauen vor Osteoporose sowie Muskelschwund und verbessere die SturzprĂ€vention. Ein Einstieg in das Training sei dabei auch im hohen Alter, etwa mit 70 Jahren, noch ausdrĂŒcklich sinnvoll, sofern mit einer moderaten IntensitĂ€t begonnen werde.
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Diese EinschĂ€tzung wird von der Physiotherapeutin Julia Wolf geteilt. Krafttraining fördere die Knochendichte und beuge somit Osteoporose effektiv vor. Zudem trage eine gute Beweglichkeit dazu bei, das Sturzrisiko zu reduzieren und die SelbststĂ€ndigkeit im Alltag langfristig zu erhalten. FĂŒr Personen ab einem Alter von 50 Jahren werden ergĂ€nzend Sportarten wie Radfahren und Schwimmen als besonders geeignet eingestuft.
Effiziente Umsetzung sportlicher Empfehlungen
Trotz der bekannten Vorteile erreichen derzeit lediglich 10 bis 30 Prozent der Bevölkerung die Bewegungsempfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Diese sehen vor, mindestens zweimal pro Woche muskelkrĂ€ftigende AktivitĂ€ten durchzufĂŒhren.
Eine Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), veröffentlicht in Frontiers in Public Health, zeigt jedoch, dass diese Vorgaben bereits mit einem Zeitaufwand von 40 bis 60 Minuten pro Woche umsetzbar sind.
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Zur effizienten Gestaltung des Trainings werden Strategien wie die Nutzung einer Minimal-Dosis, sogenannte Exercise Snacks oder der Einsatz von SupersĂ€tzen empfohlen. Das ACSM rĂ€t in seiner Auswertung dazu, zweimal wöchentlich alle groĂen Muskelgruppen zu trainieren.
FĂŒr einen gezielten Muskelaufbau (Hypertrophie) seien etwa zehn SĂ€tze pro Muskelgruppe und Woche zu veranschlagen. Die Kombination aus diesen zeitoptimierten TrainingsansĂ€tzen und einer angepassten Proteinzufuhr bildet nach aktuellem Kenntnisstand die fundierte Basis fĂŒr den Erhalt der körperlichen FunktionsfĂ€higkeit im Alter.
