SBK-App: Erste Krankenkasse ermöglicht Arzttermin-Buchung direkt
24.06.2026 - 01:49:15 | boerse-global.de
Ab sofort können Versicherte Arzttermine direkt über die „Meine SBK"-App buchen – ohne Umweg über Telefon oder externe Portale.
Die zunehmende Vernetzung im Gesundheitswesen bringt neue Sicherheitsanforderungen für die beteiligten Unternehmen mit sich. Erfahren Sie in unserem kostenlosen E-Book, wie Sie IT-Sicherheitslücken schließen und aktuelle gesetzliche Vorgaben proaktiv umsetzen. IT-Sicherheit stärken und Unternehmen schützen
Zehn Monate Entwicklung für native Schnittstelle
Das neue Feature basiert auf dem 116117-Terminsystem der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV). Zehn Monate lang tüftelten die Entwickler an einer nativen Schnittstelle, die über eine API mit dem bestehenden System kommuniziert. Das Besondere: Die App erlaubt nicht nur die Buchung für Erwachsene, sondern auch für Kinder unter 15 Jahren.
SBK-Vorstandsmitglied Dr. Gertrud Demmler sieht in dem Projekt mehr als nur einen neuen Service. „Wir sammeln hier operative Erfahrungen für die Zukunft", erklärte sie. Der Plan: Die Technik soll als Blaupause für eine spätere Integration mit der elektronischen Patientenakte (ePA) dienen.
Die Sicherheitsvorkehrungen sind hoch: Eine Zwei-Faktor-Authentifizierung schützt den Zugang. Die App übermittelt lediglich grundlegende Stammdaten an die Praxis – konkrete Buchungsdetails bleiben bei der KBV und den Arztpraxen. Die SBK selbst speichert nur das Datum des Termins und einen Übertragungscode.
Digitale Welle erfasst die DACH-Region
Die SBK ist mit ihrem Vorstoß nicht allein. Auch in Österreich treibt die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) die Digitalisierung voran. Deren „Meine ÖGK"-App hat mittlerweile die Millionen-Download-Marke geknackt und zählt rund 200.000 aktive Nutzer pro Monat.
Ob ePA oder digitale Terminbuchung – der Schutz sensibler Gesundheitsdaten ist bei mobilen Anwendungen das A und O. Dieser kostenlose Ratgeber bietet Ihnen wertvolle Checklisten und Vorlagen, um mobiles Arbeiten und digitale Datennutzung rechtssicher zu gestalten. Kostenlose Vorlagen für sicheres mobiles Arbeiten sichern
Im ersten Quartal 2026 wurden über die App mehr als 230.000 Rechnungen eingereicht und über 100.000 Versicherungsdatenauszüge digital generiert. Nach der Integration der digitalen e-Karte im April plant die ÖGK nun eine bundesweite Terminplattform bis 2027.
Apotheken werden zu Telemedizin-Stationen
Ab dem 1. Juli 2026 dürfen deutsche Apotheken assistierte Telemedizin anbieten. Die sogenannte aTM umfasst strukturierte Ersteinschätzungen und Videosprechstunden direkt in der Apotheke. Für die Jahre 2026/27 erhalten Apotheken 30 Euro pro Leistung – ab 2029 sinkt die Vergütung auf 21,50 Euro.
Die Digitalisierungswelle trifft auf einen wachsenden Markt: Zum 1. April 2026 stieg die Zahl der gesetzlich Versicherten auf 74,4 Millionen. Die Techniker Krankenkasse verzeichnete einen deutlichen Zuwachs auf 12,38 Millionen Mitglieder. Die BKK firmus knackte die 1,1-Millionen-Marke – ein Erfolg, den Experten vor allem den wettbewerbsfähigen Zusatzbeiträgen zuschreiben.
Neue Produkte und politische Weichenstellungen
Auch private Anbieter springen auf den Zug auf. Die Nürnberger Versicherung und XUND brachten am 22. Juni ein Präventionsprodukt für die betriebliche Krankenversicherung auf den Markt. Es kombiniert digitale Risikoanalyse mit Heimtests, um den Krankenstand in Unternehmen zu senken.
Ein Modellprojekt von FPZ, Physiofit und der R+V BKK nutzt digitale Bewegungsprogramme, um die typischen Wartezeiten von drei bis sechs Wochen auf Physiotherapie zu überbrücken.
Politisch zeichnet sich Bewegung ab: Die gesetzlichen Krankenkassen unterstützen die Sparpläne von Gesundheitsministerin Nina Warken. Ihr Konzept sieht vor, die Ausgaben stärker an die Einkommensentwicklung zu koppeln. Doch der Vorstoß stößt auf Widerstand – von den Bundesländern und den Hausarztverbänden, die um die Finanzierung von Krankenhäusern und Pflege fürchten.
