Schlafrhythmus, Regelmäßige

Schlafrhythmus: Regelmäßige Zeiten senken das Sterberisiko um bis zu 48 Prozent

Veröffentlicht am: 29.09.2026 um 05:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Forschung verbindet konstante Schlafrhythmen mit geringerem Sterberisiko; Alter, innere Uhr und Schlafumgebung beeinflussen die Erholung.

Schlafqualität: Regelmäßige Zeiten und Chronotyp sind entscheidend
Ein ruhiges Schlafzimmer im sanften Licht der Morgendämmerung mit ungemachtem Bett und neutraler Bettwäsche. Illustration mit AI erstellt.

Pauschale Empfehlungen zu festen Schlafzyklen und starren Schlafenszeiten greifen nach Ansicht von Fachleuten zu kurz. Individuelle Faktoren wie das Lebensalter oder das persönliche Stresslevel haben einen deutlich größeren Einfluss auf die Erholung und die Schlafqualität als starre zeitliche Vorgaben.

Aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen verdeutlichen, dass vielmehr Regelmäßigkeit und die Berücksichtigung biologischer Gegebenheiten entscheidend für eine gesunde Nachtruhe sind.

Schlafregelmäßigkeit wiegt schwerer als reine Schlafdauer

Dass feste Zeitschablonen nicht universell greifen, belegt eine Studie aus dem Jahr 2024 mit über 61.000 Teilnehmenden. Demnach erwies sich die Regelmäßigkeit des Schlafrhythmus als ein stärkerer Prädiktor für Gesundheit und Leistungsfähigkeit als die reine Schlafdauer.

Personen mit besonders regelmäßigen Schlafzeiten wiesen ein um 20 bis 48 Prozent geringeres Sterberisiko auf als Menschen mit unregelmäßigen Schlafgewohnheiten. Generell bewegen sich gängige Richtwerte für Erwachsene zwischen sieben und neun Stunden Schlaf, wobei Frauen hormonbedingt mehr Schlaf benötigen können.

Zudem bestimmt die individuelle innere Uhr das Schlafbedürfnis maßgeblich mit. Wie der Chronobiologe Till Roenneberg darlegte, stellt der Chronotyp eine feste menschliche Eigenschaft dar, die sich nicht beliebig verschieben lässt.

Lediglich rund 20 Prozent der Bevölkerung zählen demnach zu den Frühaufstehern, während die Mehrheit als sogenannte Zwischentypen zwischen Früh- und Spättypen einzuordnen ist. Ein dauerhafter sozialer Jetlag durch unpassende Zeitpläne begünstigt Untersuchungen zufolge Übergewicht, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie mentale Probleme.

Wie wirksam eine Anpassung an den individuellen Chronotyp sein kann, zeigte ein Projekt mit der Klinik Wartenberg: Nachdem Beschäftigte ihren Typ freiwillig per Bluttest bestimmen ließen und Schichtzeiten angepasst wurden, sank die Tagesmüdigkeit um 72 Prozent.

Die Zahl der Angestellten mit mehr als drei Krankheitstagen reduzierte sich um 48 Prozent. Die Chronobiologie-Expertin Camilla Kring wies darauf hin, dass Spätaufsteher im Alltag oft benachteiligt werden, und empfahl Kernarbeitszeiten zwischen 10 und 15 Uhr.

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Veränderte Anforderungen im Alter und gesundheitliche Risiken

Mit zunehmendem Lebensalter wandelt sich die Struktur der Nachtruhe grundlegend. Bei Menschen ab 70 Jahren verkürzen sich die Tiefschlafphasen, während Leichtschlafphasen und nächtliche Wachphasen zunehmen und sich der Rhythmus verschiebt. Für diese Altersgruppe werden in der Regel sechs bis acht Stunden Nachtschlaf empfohlen, wobei die Schlafqualität wichtiger ist als die reine Stundenzahl.

Studien deuten darauf hin, dass dauerhaft weniger als sechs oder mehr als neun Stunden Schlaf mit gesundheitlichen Risiken einhergehen können. Ausreichender und erholsamer Schlaf kann hingegen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Demenz senken. Bei chronischen Beschwerden raten Fachleute zu einer ärztlichen Abklärung, da Schlafstörungen wie Insomnie oder Schlafapnoe gezielt behandelbar sind.

Bedingungen für eine erholsame Schlafumgebung

Neben dem biologischen Rhythmus beeinflussen äußere Rahmenbedingungen die Schlafarchitektur. Wissenschaftliche Arbeiten weisen eine Raumtemperatur von 18 Grad Celsius als optimal aus, wobei der ideale Bereich zwischen 15 und 19 Grad liegt. Fachleute raten zudem dazu, die Zeitspanne von 60 bis 90 Minuten vor dem Zubettgehen als festen Ablauf zu gestalten.

Einfache Hilfsmittel können die Erholung zusätzlich unterstützen. Eine im Fachjournal Sleep veröffentlichte Studie der Universität Cardiff aus dem Jahr 2023 zeigte, dass eine Schlafmaske die Gedächtnisleistung und Wachheit am Folgetag messbar verbesserte.

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Eine Untersuchung von Therabody aus dem Jahr 2025 ergab zudem, dass Teilnehmende mit Maske über einen Monat hinweg 5,5 Stunden zusätzlichen Schlaf gewannen. Eine Untersuchung der University of Pennsylvania stellte fest, dass Ohrstöpsel 72 Prozent des durch Umgebungslärm eingebüßten Tiefschlafs wiederherstellen können.

Auch die Schlafsituation in Partnerschaften erfordert individuelle Lösungen: Laut der Nürnberger Schlafmedizinerin Kneginja Richter sind getrennte Betten weder pauschal gut noch schlecht, sondern Ausdruck individueller Bedürfnisse, da ein gemeinsames Bett wenig über das Beziehungsglück aussage.

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de | wissenschaft | 70196004 |