Norwegische, Studie

Schnell abnehmen: Norwegische Studie widerlegt Jo-Jo-Effekt-Mythos

Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 16:11 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Norwegische Forscher widerlegen den Jo-Jo-Effekt: Schnelles Abnehmen führt zu höherem Gewichtsverlust nach einem Jahr als langsame Diäten.

Abnehm-Studie: Schnelle Diät schlägt langsame Gewichtsreduktion
Gesundes und ausgewogenes Essen auf einem Holztisch als Symbol für wissenschaftlich fundierte Ernährungsberatung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Schnell oder langsam abnehmen – was ist besser? Eine norwegische Studie stellt die gängige Lehrmeinung infrage.

Der Jo-Jo-Effekt ist nicht schneller

Bislang galt: Wer langsam abnimmt, hält das Gewicht besser. Forscher aus Norwegen haben das nun überprüft. Ihre Studie, vorgestellt im Mai 2026 auf dem Europäischen Kongress für Adipositas in Istanbul, verglich 284 Erwachsene mit Adipositas.

Die eine Gruppe aß in den ersten acht Wochen unter 1.000 kcal pro Tag, die andere etwa 1.400 kcal. Ergebnis nach einem Jahr: Die Schnell-Abnehmer hielten 14,4 Prozent ihres Ausgangsgewichts unten, die Langsameren nur 10,5 Prozent. „Wir haben keinen erhöhten Jo-Jo-Effekt beobachtet“, sagt Dr. Line Kristin Johnson vom Vestfold Hospital Trust. Für ein Kilo Körperfett braucht es demnach zwei bis drei Wochen mit einem täglichen Defizit von 300 bis 500 kcal.

Kaffee-Trick verpufft nach zwei Wochen

Der „Bulletproof Coffee“ – Kaffee mit Butter und Kokosöl – gilt als Stoffwechsel-Booster. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) bremst: Mit 200 bis 250 kcal ist das Getränk alles andere als kalorienarm. Die mittelkettigen Fettsäuren (MCT) steigern zwar kurzzeitig den Energieverbrauch – aber nur zwei Wochen lang. Ohne negatives Gesamtbudget passiert nichts.

Und das viele Wasser beim Essen? Eine Studie der Cornell University und der Pennsylvania State University mit 86 Teilnehmern zeigt: Es kann die Sättigung sogar verzögern. Wasser verlässt den Magen schnell, der Sättigungseffekt bleibt aus – die Probanden aßen tendenziell mehr.

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Abnehmpille kommt – mit Risiken

Ab Herbst 2026 gibt es Semaglutid in Deutschland auch als Tablette auf Rezept. Die EU-Zulassung steht. Mediziner sehen eine Alternative zur Spritze (Wegovy), warnen aber vor unkontrollierter Anwendung. Die Hersteller – allen voran Novo Nordisk – fuhren 2025 Rekordgewinne ein. Ernährungsexperten warnen vor dem Missbrauch als „Lifestyle-Droge“. Nebenwirkungen: Erschöpfung, Muskelschwund, Gallenprobleme.

Derweil eskaliert der Streit zwischen Novo Nordisk und Eli Lilly. Es geht um Werbeaussagen zur Wirksamkeit. Eli Lilly wirbt mit höherer Gewichtsreduktion durch Zepbound, Novo Nordisk kontert mit neueren Studiendaten zu höheren Dosierungen.

Krebsrisiko und Keto-Diät

Übergewicht hat Folgen: Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) schätzt anhand von über 450.000 Teilnehmern, dass bis zu 11,5 Prozent der Krebsfälle auf Übergewicht zurückgehen – besonders bei Frauen und Menschen unter 60.

Die ketogene Diät – kohlenhydratarm, fettbetont – wird als Therapie bei psychischen Erkrankungen getestet. Eine Studie vom Februar 2026 mit rund 90 Teilnehmern zeigte leichte Stimmungsbesserungen bei behandlungsresistenter Depression. Harvard-Forscher mahnen zur Vorsicht: Die Ketose könne mit Psychopharmaka wechselwirken und bei bestimmten Vorerkrankungen manische Episoden auslösen.

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Trend „Fiber-Maxxing“: Die allgemeine Empfehlung liegt bei 25 bis 30 Gramm Ballaststoffen pro Tag. Wer abrupt auf über 50 Gramm hochgeht, riskiert Verdauungsprobleme. Der globale Markt für Ballaststoffe soll bis 2035 deutlich wachsen – ausgehend von rund 9,47 Milliarden US-Dollar im Jahr 2026.

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