Seltene Krankheiten: Gentherapie und CAR-T-Zellen zeigen DurchbrĂŒche
Veröffentlicht am: 18.07.2026 um 21:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
WÀhrend neue Zelltherapien und Medikamente vielversprechende Ergebnisse liefern, treiben Behörden gleichzeitig die Diagnose durch Genomsequenzierung voran.
Die diagnostische Odyssee bleibt eine HĂŒrde
FĂŒnf Jahre dauert die Diagnosefindung bei seltenen Leiden im Durchschnitt. Fast drei Viertel aller Patienten erhalten zunĂ€chst eine Fehldiagnose. Das soll sich Ă€ndern.
Das Bundesinstitut fĂŒr Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) meldet: Die Plattform genomDE hat drei Monate nach ihrem Start bereits 25.000 qualitĂ€tsgesicherte DatensĂ€tze erreicht. Ziel ist es, die Versorgung durch verbesserte Genomsequenzierung bei seltenen Krankheiten und Krebs zu optimieren.
Klinische DurchbrĂŒche bei schwer behandelbaren Leiden
Gleich mehrere Studien der Phasen II und III zeigen positive Ergebnisse:
Eine CAR-T-Zell-Therapie verbessert die MobilitÀt von Patienten mit Stiff-Person-Syndrom deutlich. Auch kardiale VorlÀuferzellen zur Behandlung der Duchenne-Muskeldystrophie und ein Eisen-Chaperon gegen Multisystematrophie zeigen Fortschritte.
Am UniversitĂ€tsklinikum Jena gelang ein Coup: Teclistamab, ursprĂŒnglich gegen Multiples Myelom entwickelt, neutralisiert bei einer autoimmunen Neuropathie die krankheitsverursachenden IgM-Antikörper. Die Nervenfunktionen verbessern sich â und das ohne schwere Nebenwirkungen ĂŒber mehr als ein Jahr.
Eine pĂ€diatrische Studie an acht Kindern mit systemischer Sklerose belegt: Eine immunoablative autologe Stammzelltransplantation mit reduzierter ToxizitĂ€t fĂŒhrt zu 100 Prozent Ăberleben.
Die Diagnose-Odyssee bei seltenen Erkrankungen dauert im Schnitt fĂŒnf Jahre â fast drei Viertel der Betroffenen erhalten zunĂ€chst eine Fehldiagnose. Doch 2026 gibt es echte DurchbrĂŒche: Neue Gentherapien, CAR-T-Zellen und wiederentdeckte Medikamente bieten Hoffnung. Dieser kostenlose Report fasst die wichtigsten Studien, Zulassungen und Anlaufstellen fĂŒr Betroffene und Angehörige zusammen. Jetzt kostenlosen Durchbruch-Report anfordern
Doch nicht alle AnsĂ€tze halten, was sie versprechen. Studien zur frontotemporalen Demenz und zur GNE-Myopathie enttĂ€uschten â die erhofften Wirkmechanismen lieĂen sich nicht bestĂ€tigen.
FDA gibt grĂŒnes Licht fĂŒr Novartis-Wirkstoff
Die US-Gesundheitsbehörde FDA erteilte Novartis die Vollzulassung fĂŒr Fabhalta (Iptacopan) gegen primĂ€re IgA-Nephropathie. Die Phase-III-Studie APPLAUSE-IgAN belegte eine signifikante Verlangsamung des Nierenfunktionsverlusts ĂŒber zwei Jahre. Damit ist der Wirkstoff der erste zugelassene Komplement-Inhibitor fĂŒr dieses Krankheitsbild.
Weitere Zulassungen und positive Bewertungen im Juli 2026:
- Pegcetacoplan gegen C3-Glomerulopathie
- Givinostat zur Verlangsamung der Duchenne-Muskeldystrophie
- Trontinemab â ein Brain-Shuttle-Antikörper von Roche gegen Amyloid-Plaques. Eine Phase-III-Studie mit 1600 Probanden ab 55 Jahren soll das Alzheimer-Risiko prĂ€ventiv senken.
Drug Repurposing: Alter Wirkstoff, neue Hoffnung
Die Pharmaindustrie investiert weniger in seltene Krankheiten. SchĂ€tzungen zufolge sinkt der Anteil von 30 Prozent im Jahr 2027 auf 22 Prozent bis 2032. Die EU reagiert mit 23 Millionen Euro fĂŒr das Projekt REMEDi4ALL.
Ein Paradebeispiel fĂŒrs Drug Repurposing liefert die UniversitĂ€t Genf: Zinksalze, seit 1997 gegen Morbus Wilson zugelassen, wirken auch bei Mutationen des GNAO1-Gens. Weltweit sind etwa 400 Menschen betroffen. Bei einem dreijĂ€hrigen Patienten reduzierten die Salze KrampfanfĂ€lle signifikant. Eine Studie mit 13 weiteren Teilnehmern lĂ€uft.
Die Pharmaindustrie investiert weniger in seltene Krankheiten â der Anteil sinkt von 30 Prozent auf 22 Prozent bis 2032. Doch gleichzeitig zeigen Drug-Repurposing-Projekte wie Zinksalze bei GNAO1-Mutation oder Teclistamab bei autoimmuner Neuropathie, dass alte Wirkstoffe neue Hoffnung geben. Erfahren Sie in unserem Ratgeber, welche Medikamente bereits umgewidmet wurden und wie Sie von laufenden Studien profitieren können. Ratgeber Drug Repurposing jetzt sichern
Gentherapie: Erster Erfolg bei WOREE-Syndrom
In Israel testeten Forscher Mitte Juli erstmals eine Gentherapie fĂŒr das WOREE-Syndrom an einem SĂ€ugling. Ein AAV9-Vektor schleust ein gesundes WWOX-Gen ein. Erste Beobachtungen zeigen eine Stabilisierung des Gesundheitszustands.
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