Smart-Ring-Blutdrucktest, Probanden

Smart-Ring-Blutdrucktest: 85 Probanden, 850 Messungen und geringe Abweichung

Veröffentlicht am: 10.10.2026 um 17:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de

RingConn und Happy Health erhielten FDA-Freigaben für Messungen am Finger; Oura zertifizierte sein Qualitätsmanagement für Medizinprodukt-Software.

Smart Rings: FDA-Freigaben stärken medizinische Gesundheitsmessung
Ein minimalistisches, helles Labor mit medizinischen Testgeräten auf einer glatten Metalloberfläche. Illustration mit AI erstellt.

Im Jahr 2026 gewinnen Smart Rings als leichte und unauffällige Wearables für das kontinuierliche Gesundheitstracking rasant an Bedeutung. Verschiedene Anbieter wie Oura, Casio und die Marke Zwei Kaninchen treiben die Entwicklung der fingerbasierten Sensoren voran, die zunehmend klassische Fitness-Armbänder und Smartwatches ergänzen oder ersetzen.

Parallel dazu treiben Hersteller regulatorische Freigaben voran, um die kleinen Geräte verstärkt auch für medizinisch relevante Anwendungen zu positionieren.

Regulatorische Fortschritte bei RingConn und Oura

Ein wesentlicher Schritt für den Markt sind behördliche Zulassungen. Wie aus einem Branchenbericht hervorgeht, hat RingConn, eine Marke von Shenzhen Ninenovo Technology Limited, eine FDA 510(k)-Freigabe unter der Clearance-Nummer K260490 für die nicht-invasive Messung des Blutsauerstoffgehalts per Smart Ring erhalten.

Die Technologie des im Jahr 2021 gegründeten Unternehmens nutzt PPG-Sensoren, während weiterführende klinische Forschungen zur Blutsauerstoffmessung laufen. Der Hersteller, dessen Produkte in over 190 Ländern vertrieben werden, verfügt zudem über Zertifizierungen wie EU CE, U.S. FCC, Japan MIC, UK UKCA und Australia RCM.

Auch Oura baut seine medizinische Ausrichtung aus. Das Unternehmen erhielt für sein Software-Qualitätsmanagementsystem eine ISO 13485-Zertifizierung. Diese umfasst das Design, die Entwicklung, Fertigung und den Vertrieb von Medizinprodukt-Software für digitale Gesundheitsanwendungen zur Erfassung und Analyse vitaler sowie nicht-vitaler physiologischer Parameter.

Ein Beispiel dafür ist die CE-zertifizierte Funktion zur Bestimmung des fruchtbaren Fensters, die in der Europäischen Union als Medizinprodukt der Klasse I reguliert ist. Laut dem medizinischen Leiter Dr. Ricky Bloomfield hänge das Vertrauen in digitale Gesundheitstools nicht nur von deren Funktion ab, sondern maßgeblich davon, wie diese entworfen, validiert, überwacht und verbessert werden.

Zuletzt schloss Oura zudem eine Blutdruck-Studie über seine Forschungsplattform Oura Labs ab, nachdem ein geplanter Börsengang im Volumen von 2,2 Milliarden US-Dollar zuvor wegen Unsicherheiten im IPO-Markt verschoben worden war.

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Blutdruckmessung und neue Sensorik ohne Manschette

Neben der Messung von Sauerstoffsättigung und Zyklusdaten rückt die Erfassung des Blutdrucks in den Fokus. Das Unternehmen Happy Health aus Austin in Texas erhielt eine FDA-Freigabe im 510(k)-Verfahren für eine manschetten- und kalibrierungsfreie Blutdruckmessung am Finger.

Die Bekanntgabe erfolgte Anfang Oktober. Das System kombiniert PPG, elektrodermale Aktivität, Bewegungsdaten sowie Hauttemperatur und verzichtet laut FDA-Unterlagen auf Machine Learning.

In einer klinischen Untersuchung mit 85 Probanden und 850 Einzelmessungen im Vergleich zu invasiven arteriellen Messungen betrug die mittlere Abweichung 0,81 mmHg systolisch und 0,12 mmHg diastolisch, bei einer Standardabweichung von 6,09 beziehungsweise 3,16 mmHg.

Die FDA-Freigabe beschränkt sich auf punktuelle Kontrollmessungen bei Erwachsenen im Alter von 22 bis 50 Jahren und schließt Messungen während der Bewegung oder bei Personen mit Gefäßerkrankungen oder Herzrhythmusstörungen aus. Das Unternehmen hatte im August 2026 eine Finanzierungsrunde über 75 Millionen US-Dollar von ARCH Venture Partners und OpenLoop abgeschlossen.

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Diversifizierung des Marktes von Casio bis KI-Steuerung

Gleichzeitig erweitern traditionelle Uhrenhersteller und Start-ups das Angebot. Casio hat mit dem CRW-H001 eine Smart-Ring-Uhr vorgestellt, die per Metallpulverspritzguss gefertigt wird und über ein monochromes Display für Uhrzeit und Alarm verfügt. Der Ring misst unter anderem Schritte, Herzfrequenz, Blutsauerstoff und Schlafmuster, ist derzeit jedoch auf den chinesischen Markt beschränkt.

Das Start-up Natura stellte wiederum den Smart Ring Interface vor, der neben biometrischen Daten wie Herzrate, HRV und Hauttemperatur vor allem auf die Steuerung von 145 verschiedenen KI-Agenten über Gesten und Sprache setzt.

Zudem profitiert die klassische Schweizer Uhrenindustrie von der Verlagerung der Sensoren: Da Smart Rings das Erfassen von Vitalwerten diskret am Finger ermöglichen, bleibt das Handgelenk wieder für mechanische Zeitmesser und Schmuckuhren frei.

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de | wissenschaft | 70289187 |