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Smartphone-Malware: 34 Familien greifen 1.243 Banken an

Veröffentlicht: 18.07.2026 um 14:22 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Sicherheitsforscher identifizieren 34 aktive Malware-Familien, die auf über 1.200 Finanzinstitute abzielen. Android-Nutzer besonders betroffen.

Smartphone-Bedrohung: Banking-Malware und SMS-Betrug auf Rekordniveau
Nahaufnahme eines Smartphones mit glitchendem Code und einer bedrohlichen, verschwommenen Silhouette im Hintergrund, symbolisiert mobile Malware-Angriffe. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Cybersicherheitsfirmen und Behörden melden eine massive Zunahme spezialisierter Schadsoftware. Im Fokus: Finanztransaktionen und sensible Nutzerdaten.

Banking-Malware auf dem Vormarsch

Sicherheitsforscher haben 34 aktive Malware-Familien identifiziert. Sie zielen auf 1.243 Finanzinstitute in 90 Ländern ab. Besonders Android-Nutzer sind betroffen: Die Zahl der durch Schadsoftware gesteuerten Finanztransaktionen stieg um 67 Prozent. In den USA wuchs die Zahl der angegriffenen Apps von 109 (2023) auf 162.

Die dominanten Malware-Typen heißen TsarBot, CopyBara und Hook. Sie sind für 60 Prozent aller Angriffe auf Banking-Apps verantwortlich. Fast die Hälfte dieser Malware-Familien verfügt inzwischen über Ransomware-Funktionen. Sie sperren Geräte und erpressen Lösegeld.

Quishing und SMS-Betrug explodieren

Klassische Malware ist nicht die einzige Gefahr. Neue Betrugsformen legen massiv zu. Im ersten Quartal 2026 stiegen QR-Code-Phishing-Angriffe um 146 Prozent. Jede neunte Phishing-E-Mail enthält inzwischen einen manipulierten QR-Code. Parallel dazu schnellten SMS-basierte Angriffe im zweiten Quartal um 162 Prozent in die Höhe.

Experten entdeckten zudem einen SMS-Stealer mit über 105.000 verschiedenen Proben. Er nutzt mehr als 2.600 Telegram-Bots. Die Software fängt Einmalpasswörter ab, übernimmt Konten und stiehlt Anmeldedaten. Mehr als 600 globale Marken sind betroffen.

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Staatliche Akteure mischen mit

Auch Geheimdienste nutzen Sicherheitslücken. Angreifer mit Verbindungen zum Iran haben Schwachstellen in Roaming-Protokollen und Werbenetzwerken ausgenutzt. Ihr Ziel: US-Militärpersonal lokalisieren und verfolgen. Dafür nutzen sie das veraltete SS7-Protokoll.

Weitere Vorfälle: Hacker griffen Wählerverzeichnisse in US-Bundesstaaten an. Bei einem US-Versicherungsdienstleister wurden rund sieben Millionen Führerscheindaten gestohlen.

Erstmals wurde zudem „Agentic Ransomware“ dokumentiert. Die Schadsoftware namens „Jade Puffer“ agiert weitgehend autonom. In Japan legte ein Ransomware-Angriff den größten Taxi-Betreiber des Landes lahm.

Politik reagiert mit Milliarden-Plan

Der geschätzte Schaden durch Finanzkriminalität liegt bei rund 100 Milliarden Euro pro Jahr. Mitte Juli legte die Bundesregierung einen 26-Punkte-Plan vor. Er sieht 1.500 neue Stellen zur Bekämpfung von Geldwäsche vor. Zudem soll ein elektronisches Mehrwertsteuersystem kommen.

Unternehmen setzen auf Automatisierung. Eine Plattform für Cyber-Defense wurde mit gängigen Entwicklungswerkzeugen integriert. Ziel: Apps bereits während der Erstellung absichern. Laut Umfragen würden 94 Prozent der Verbraucher Marken bevorzugen, die aktiv Schutz bieten.

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Was Nutzer jetzt beachten müssen

Sicherheitsexperten raten zur Vorsicht: Apps nur aus offiziellen Stores laden. Ein Nutzer verlor Ende Juni innerhalb weniger Minuten 2,4 Millionen Indische Rupien. Er hatte eine manipulierte Installationsdatei über einen Messenger heruntergeladen.

Auch SMS-Links sind gefährlich. Besonders tückisch: Nachrichten, die nach einem Geräteverlust vorgeben, den Standort des Smartphones zu übermitteln. Darauf sollte man niemals klicken.

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