Smartwatch-Kalorien, Studie

Smartwatch-Kalorien: Studie findet 15–25 Prozent Überschätzung beim Sport

Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 14:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Vier getestete Wearables lagen beim Energieverbrauch 15 bis 25 Prozent ĂĽber der Referenzmessung; die Fitbit Sense 2 wurde ausgeschlossen.
Symbolbild: Smartwatch Illustration mit AI erstellt.

Gängige Smartwatches und Fitness-Tracker erfassen den tatsächlichen Energieverbrauch beim Sport nur sehr ungenau. Zu diesem Ergebnis kommt eine wissenschaftliche Untersuchung der Florida International University, die im Fachjournal PLOS One veröffentlicht wurde. Die untersuchten Wearables neigten demnach durchgehend dazu, den tatsächlichen Kalorienverbrauch deutlich zu überschätzen.

Für die Erhebung untersuchten die Wissenschaftler die Daten von 58 Erwachsenen. Die Probanden absolvierten jeweils einen 10-minütigen Belastungstest auf einem Liegefahrrad, der sowohl Einheiten mit moderater als auch mit hoher Intensität umfasste.

Getestet wurden dabei vier weit verbreitete Modelle: die Apple Watch Series 8, die Garmin Forerunner 955, die Samsung Galaxy Watch 5 sowie die Fitbit Sense 2. Als wissenschaftliche Vergleichsbasis diente der metabolische Analysator COSMED K5, der den Energieumsatz ĂĽber eine direkte Atemgasanalyse exakt ermittelt.

Deutliche Überschätzung der verbrannten Energie

Im Vergleich zur Messung des Analysators COSMED K5 überschätzten die vier Geräte den Kalorienverbrauch um 15–25 Prozent. Wie drastisch diese Abweichung in der Trainingspraxis ausfallen kann, verdeutlicht eine Beispielrechnung der Forscher: Zeigt eine Smartwatch einen Verbrauch von 500 Kalorien an, könnte der reale physiologische Wert tatsächlich näher bei 350 Kalorien liegen.

Zwischen den verschiedenen Modellen stellten die Autoren der Florida International University zudem Unterschiede fest. Die Apple Watch Series 8, die Garmin Forerunner 955 und die Samsung Galaxy Watch 5 wiesen im Durchschnitt jeweils eine Überschätzung des Energieverbrauchs auf.

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Unter diesen drei Geräten lieferte die Apple Watch die genauesten Resultate, während die Modelle von Samsung und Garmin häufiger noch höhere Abweichungen nach oben aufwiesen.

Das vierte Modell, die Fitbit Sense 2, wies zwar formal eine geringere mittlere Abweichung auf, fiel im Versuchsverlauf jedoch durch zahlreiche statistische Ausreißer sowie unvollständige Datensätze auf. Wegen wiederholter technischer Ausfälle – bei denen teils nur eine einzige kalorierte Einheit pro Training oder überhaupt kein Ergebnis registriert wurde – schlossen die Forscher das Fitbit-Gerät letztlich aus der Auswertung aus.

Körperzusammensetzung beeinflusst Genauigkeit

Neben der Modellwahl analysierte die Untersuchung auch physiologische Merkmale der Teilnehmer. Dabei zeigte sich, dass ein höherer Körperfettanteil bei allen vier Herstellermarken mit einem größeren Messfehler korrelierte.

Die genaue Ursache für dieses Phänomen ist bislang unbekannt; die Wissenschaftler vermuten die Ursache in den zugrundeliegenden Berechnungsalgorithmen der Hersteller, die individuelle Körperzusammensetzungen womöglich unzureichend berücksichtigen.

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Einen systematischen Einfluss der Hautfarbe konnten die Forscher hingegen nicht feststellen: Für die Fitzpatrick-Hauttypen III–V ergab sich kein statistisch signifikanter Effekt auf die Messgenauigkeit der optischen Sensoren.

Fachleute weisen mit Blick auf derartige Ergebnisse darauf hin, dass Trainierende die angezeigten Kalorienwerte von Wearables nicht unkritisch für ihre Ernährungs- und Trainingsplanung heranziehen sollten.

Experten empfehlen stattdessen, das Training primär über etablierte Parameter wie Herzfrequenzzonen und die reine Trainingsdauer zu steuern. Wer Fitness-Tracker zur Überwachung des Trainingsfortschritts nutzt, sollte den Fokus zudem eher auf langfristige Trends legen, anstatt einzelne Tageswerte als absolute Messgrößen zu bewerten.

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