Speicherkrise, Apple-Preise

Speicherkrise treibt Apple-Preise: 17–25% Aufschlag bei Macs

Veröffentlicht: 15.07.2026 um 03:52 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Apple erreicht neues Allzeithoch, während Analysten uneins sind. Steigende Hardware-Preise und eine Chipkrise belasten die Zukunftsaussichten des Tech-Konzerns.

Apple-Aktie auf Rekordhoch trotz Preiskritik und KeyBanc-Abstufung
Ein moderner Laptop zeigt Börsendiagramme und Finanzdaten, die steigende Kurse und Technologie im Finanzwesen symbolisieren. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Juli mit 323,40 Dollar ein neues Allzeithoch – trotz massiver Kritik an den steigenden Hardware-Preisen. Während Großbanken wie Citi und JPMorgan ihre Kursziele zuletzt anhoben, stufte KeyBanc den Tech-Riesen am 14. Juli auf „Untergewichten" herab. Die Begründung: Höhere Verbraucherpreise könnten das Wachstum im kommenden Geschäftsjahr ausbremsen.

Zwiespältige Analysten und Rekordbewertung

Die unterschiedlichen Einschätzungen kommen nach einer Phase intensiver Wertsteigerung. Apples Marktkapitalisierung liegt inzwischen bei rund 4,66 Billionen Dollar. Am 13. Juli erhöhten Citi und JPMorgan ihre Kursziele auf 365 beziehungsweise 345 Dollar. Ihr Optimismus stützt sich auf die Annahme, dass die Nachfrage trotz steigender Preise robust bleibt. Im zweiten Quartal 2026 steigerte Apple seine Smartphone-Auslieferungen um 15,3 Prozent – während der globale Markt um 6,7 Prozent schrumpfte.

Doch KeyBancs Herabstufung zeichnet ein vorsichtigeres Bild. Die Analysten warnen: Die jüngsten Preiserhöhungen – zwischen 100 und 300 Dollar für MacBooks und bis zu 1.300 Dollar für Mac Studio-Modelle – könnten die Verkaufszahlen belasten. KeyBanc prognostiziert, dass das iPhone-Umsatzwachstum von 23,2 Prozent im Geschäftsjahr 2026 auf nur noch 4,9 Prozent im Folgejahr sinken könnte. Das läge deutlich unter der Konsensschätzung von 8,3 Prozent.

KI-gedrängte Chipkrise treibt Preise

Die Preisaufschläge von 17 bis 25 Prozent für Mac-, iPad- und HomePod-Modelle haben einen klaren Auslöser: die globale „KI-Speicherkrise". Branchendaten zufolge sind die Kosten für Speicherchips zwischen 2024 und 2026 um rund 300 bis 400 Prozent explodiert. Diese Lieferkettenprobleme haben bereits Apples Produkt-Roadmap beeinflusst. Das Unternehmen soll die Entwicklung der M6 Pro-, Max- und Ultra-Chips gestrichen haben, um sich auf KI-optimierte Siliziumlösungen zu konzentrieren.

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Ein Basismodell des M6-Chips soll Ende 2026 in den 14-Zoll-MacBook-Pro-Modellen debütieren. Die leistungsstärkeren M7 Pro- und Max-Chips werden dagegen erst Ende 2027 erwartet. Um die aktuelle Speicherknappheit zu bewältigen, führt Apple Berichten zufolge Gespräche mit Zulieferern wie CXMT und YMTC über Komponenten für den chinesischen Markt.

Preiskampf im Einzelhandel

Trotz der offiziellen Preiserhöhungen liefern sich Drittanbieter einen regelrechten Preiskampf. Am 14. Juli boten Amazon und B&H das 14-Zoll-M5-MacBook Pro mit 1 Terabyte Speicher für 1.849 Dollar an – ein Rabatt von 150 Dollar. Weitere Aktionen umfassten bis zu 500 Dollar Nachlass auf 16-Zoll-Modelle, allerdings bei begrenzter Verfügbarkeit für höhere Speicherkonfigurationen.

Apple selbst bereitet derweil seine jährliche „Back to School"-Aktion für US-Studenten vor, die Mitte Juli 2026 starten soll. Das Programm wurde Berichten zufolge aufgrund speicherbedingter Preisschwankungen verzögert. Es soll Geschenkkarten im Wert von bis zu 200 Dollar oder kostenloses Zubehör umfassen. Erstmals macht Apple die UNiDAYS-Verifizierung für Studenten verpflichtend, die diese Angebote nutzen wollen.

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Wirtschaftliche Gegenwinde und Ausblick

Die gesamte Tech-Branche leidet unter Inflationsdruck. Die Investitionen in KI-Rechenzentren werden 2026 voraussichtlich 700 Milliarden Dollar übersteigen. Diese Ausgaben treiven sowohl die Hardware- als auch die Stromkosten in die Höhe. Goldman Sachs prognostiziert einen Anstieg der Strompreise um 6 Prozent bis 2027.

Vor dem nächsten Quartalsbericht am 30. Juli beobachten Investoren genau, ob Apple seine Margen halten kann. Zwar hat der Konzern die iPhone-Preise in den letzten Monaten stabil gehalten, doch Branchenbeobachter erwarten eine Preiserhöhung für das iPhone 18 im September. Grund sind die anhaltende Chipknappheit und die Integration fortschrittlicher KI-Funktionen – darunter ein verbessertes Siri, das auf Google-Gemini-Technologie basiert.

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