Sturzprävention: Zwei Trainingseinheiten pro Woche schützen Senioren
Veröffentlicht am: 09.08.2026 um 22:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Krafttraining und Gürtelrose-Impfung könnten Senioren länger selbstständig halten. Experten sehen darin wirksame Strategien gegen Stürze und Demenz.
Sturzgefahr: Jeder sechste Senior ist betroffen
Stürze zählen bei Menschen über 65 Jahren zur zweithäufigsten Ursache für unfallbedingte Todesfälle. Besonders in Asien zeigen Statistiken die Dringlichkeit: Etwa jeder sechste Senior hat bereits einen Sturz erlitten, jeder zwölfte davon benötigte danach medizinische Behandlung.
Die OTH Regensburg betonte Anfang August, wie wichtig gezielte Prävention für die Sicherheit im Alltag älterer Menschen ist. Im Fokus stehen Gleichgewichtstraining und Muskelaufbau – denn der Körper baut bereits ab dem 30. Lebensjahr Muskelmasse ab.
Kann man diesen Prozess aufhalten? Ja, sagt ein Experte aus der Steiermark: Selbst über 70-Jährige können durch regelmäßige Belastung deutliche Fortschritte erzielen. Für Menschen über 50 empfehlen Fachleute zwei bis drei Trainingseinheiten pro Woche – Qualität vor Quantität.
Demenzraten sinken – trotzdem steigen die Kosten
Es gibt Hoffnung: In sechs Industrieländern sanken die Neuerkrankungsraten zwischen 1988 und 2015 um etwa 13 Prozent pro Jahrzehnt. In den USA erkranken heute nur noch zehn Prozent der 85- bis 89-Jährigen an Demenz – vor vier Jahrzehnten waren es noch 30 Prozent.
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Doch die alternde Weltbevölkerung macht diese Erfolge zunichte. Die Zahl der Betroffenen könnte von 57 Millionen (2019) auf 153 Millionen (2050) steigen. Die Kosten explodieren entsprechend: von 2,8 Billionen US-Dollar auf möglicherweise 16,9 Billionen US-Dollar.
Gürtelrose-Impfung als Demenz-Schutz?
Ein überraschender Verbündeter könnte die Impfung gegen Gürtelrose sein. Die STIKO erweiterte ihre Empfehlung im November 2025 auf Risikogruppen ab 18 Jahren – der Totimpfstoff wird in zwei Dosen im Abstand von zwei bis sechs Monaten verabreicht.
Studien deuten darauf hin, dass die Impfung nicht nur vor Herpes Zoster schützt, sondern auch das Demenzrisiko senken könnte. Ein doppelter Nutzen, der die Impfkampagne zusätzlich beflügeln dürfte.
Roboter und Bewegungskoffer: Neue Wege in der Rehabilitation
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Die Technik hält Einzug in die Altenpflege: Unterschenkel-Roboter unterstützen in der Rehabilitation und helfen Patienten, nach Unfällen ihre Mobilität zurückzugewinnen. In Bayern testen Tagespflegeeinrichtungen zudem spezielle Bewegungskoffer mit seniorengerechten Spielen – sie fördern Schnelligkeit, Konzentration und Zielgenauigkeit spielerisch.
Dass Ausdauersport auch im Alter boomt, zeigt der New York Marathon: Starteten 1970 noch 127 Läufer, werden 2025 rund 60.000 erwartet. Die Charité untersucht derzeit, wie sich solche Belastungen auf das Herz-Kreislauf-System älterer Menschen auswirken – besonders bei Frauen.
