Teekonsum, Studie

Teekonsum: Studie mit 485.934 Erwachsenen zeigt 11 Prozent weniger Gefäßrisiko

Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 14:06 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Regelmäßiger Teekonsum war mit weniger Gefäßerkrankungen verbunden; brennend heißer Tee ging mit einem höheren Risiko einher.
Lose Teeblätter und eine Glaskanne mit goldfarbenem Aufguss auf einem Holztisch bei natürlichem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Eine im Fachblatt Journal of Internal Medicine veröffentlichte Forschungsarbeit liefert neue Daten zum Zusammenhang zwischen Teekonsum und der kardiovaskulären Gesundheit. Anhand eines Datensatzes von 485.934 Erwachsenen in China im Alter zwischen 30 und 79 Jahren analysierte ein Forschungsteam den Einfluss des Heißgetränks über einen medianen Beobachtungszeitraum von 9,05 Jahren.

Wie Berichte über die Studie am 21. Oktober 2026 darlegten, war regelmäßiger Teekonsum – definiert als Konsum an mindestens drei Tagen in der Woche – mit einem um 11 Prozent geringeren Risiko für Gefäßleiden verbunden. Im Untersuchungszeitraum traten insgesamt 14.863 Fälle von Herz-Kreislauf-, zerebrovaskulären, peripheren arteriellen sowie Lungen-Herz-Erkrankungen auf.

Optimales Maß und Risikofaktor Temperatur

Die statistischen Auswertungen verdeutlichen, dass die Dosis und die Art der Zubereitung eine wesentliche Rolle spielen. Das geringste Erkrankungsrisiko zeigte sich unter den wöchentlichen Teetrinkern bei einer Menge von etwa 6 bis 8 Tassen pro Tag; bei noch höheren Konsummengen stieg die Risikokurve wieder an. Zudem beobachteten die Forschenden das größte Potenzial bei mittelstark zubereitetem Aufguss.

Gleichzeitig verzeichnete die Untersuchung eine deutliche Gegenanzeige hinsichtlich der Serviertemperatur: Das Trinken von als brennend heiß eingestuftem Tee war im Vergleich zu Personen ohne regelmäßigen Konsum mit einem um 16 Prozent erhöhten Risiko für Gefäßerkrankungen assoziiert.

Hinsichtlich der Inhaltsstoffe verweisen Fachleute auf den moderaten Koffeingehalt: Eine Tasse schwarzer Tee mit einem Volumen von 240 ml enthält durchschnittlich etwa 30 bis 50 mg Koffein. Dies liegt deutlich unter der allgemeinen Richtmarke der US-Lebensmittelüberwachungsbehörde FDA, die eine Tageshöchstmenge von 400 mg für gesunde Erwachsene und maximal 200 mg für Schwangere vorsieht.

Zusammenspiel mit dem Lebensstil und methodische Grenzen

Die Erhebung zeigte zudem, dass Teekonsum am effektivsten in Kombination mit weiteren gesunden Verhaltensweisen auftritt. Die statistisch günstigste Konstellation bestand aus regelmäßigem Teetrinken, dem Verzicht auf das Rauchen und einem hohen Maß an körperlicher Aktivität.

Die Autoren betonen jedoch die methodischen Grenzen der Untersuchung: Da es sich um reine Beobachtungsdaten handelt, lassen sich daraus lediglich statistische Zusammenhänge, aber keine direkten Ernährungsempfehlungen oder Kausalitäten ableiten. Zudem lagen keine differenzierten Detailangaben zu spezifischen Grünteesorten vor.

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Ergänzende Erkenntnisse zu Blutdruck und Cholesterinwerten

Ergänzend zu den Ergebnissen der großangelegten Beobachtungsstudie liefern weitere Untersuchungen Einblicke in biologische Mechanismen. Eine vom Fuwai-Krankenhaus der Chinesischen Akademie der Medizinischen Wissenschaften im British Journal of Nutrition veröffentlichte Metaanalyse aus 25 Studien mit 1.476 Beteiligten zeigte messbare Wirkungen auf die Gefäße: Grüner Tee senkte den systolischen Blutdruck um 2,1 mmHg und den diastolischen Blutdruck um 1,7 mmHg, während schwarzer Tee eine Senkung von 1,4 mmHg systolisch und 1,1 mmHg diastolisch erzielte.

Dabei führte eine akute Zufuhr zu keinem messbaren Effekt; erst ab einer regelmäßigen Dauer von über 12 Wochen trat eine deutlichere Reduktion von systolisch 2,6 mmHg und diastolisch 2,2 mmHg auf.

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Eine gesonderte Auswertung an 218 Frauen über 70 Jahren verknüpfte jeweils zusätzliche 250 ml Tee am Tag mit einer Absenkung um 2,2 mmHg systolisch und 0,9 mmHg diastolisch.

Zusätzliche Daten aus einer Übersichtsarbeit in Frontiers in Nutrition, die 55 klinische Studien bündelte, weisen zudem auf Effekte auf die Blutfettwerte hin. Demnach führte der Konsum von grünem Tee zu einer durchschnittlichen Senkung des LDL-Cholesterins um rund 5,8 mg/dl und des Gesamtcholesterins um 7,6 mg/dl, während der HDL-Wert leicht zunahm.

Auch Nüchternblutzucker, HbA1c und der diastolische Blutdruck sanken leicht, wobei das Ausmaß der Wirkung von der Dauer der Anwendung, der Dosierung und den individuellen Ausgangswerten abhing.

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