Europa, Erwachsenen

Übergewicht in Europa: 60 Prozent der Erwachsenen betroffen

Veröffentlicht: 12.07.2026 um 14:42 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Ab 2027 sollen Hersteller zuckerhaltiger Getränke 26 Cent pro Liter zahlen. Die Branche protestiert gegen die geplante Abgabe.

Zuckersteuer ab 2027: Bundesregierung plant 26 Cent pro Liter
Ein Glas mit einem kohlensäurehaltigen zuckerhaltigen Getränk, Eiswürfeln und einem sich auflösenden Zuckerwürfel, im Hintergrund eine angedeutete Finanzgrafik. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ab dem 1. Januar 2027 sollen Hersteller 26 Cent pro Liter zahlen – für alle Getränke mit mehr als fünf Gramm Zucker pro 100 Milliliter.

Die erwarteten Mehreinnahmen: 650 Millionen Euro für 2027, im Folgejahr sinkt die Prognose auf 450 Millionen Euro. Die Getränkeindustrie reagiert scharf. In einem offenen Brief warnen über 300 Unternehmen vor wirtschaftlichen Folgen. Branchenvertreter verweisen auf die freiwillige Zuckerreduktion um 15 Prozent seit 2018.

Die WHO befürwortet solche Steuern. Finanzexperten geben jedoch zu bedenken: Die Einnahmen fließen in den allgemeinen Staatshaushalt. Krankenkassen würden nur indirekt und langfristig entlastet.

Zuckerfrei ist nicht die Lösung

Die Wissenschaft mahnt zur Differenzierung. Auf der Konferenz ENDO-2026 in Chicago stellten Forscher Ergebnisse vor: Eine vollständig zuckerfreie Diät führte bei Mäusen zu Darmstörungen, Entzündungen und verschlechterter Blutzuckerkontrolle – bis hin zur Fettleber. Glukose bleibt essenziell für die Gehirnfunktion.

Parallel rücken fermentierte Lebensmittel in den Fokus. Eine Übersichtsarbeit aus dem Journal of Food Science (2025) zeigt: Kimchi oder Joghurt können die Produktion des Hormons GLP-1 anregen. Dieses steuert Appetit und Insulinausschüttung. Mediziner sehen Potenzial für Adipositas-Behandlungen.

Das Timing der Mahlzeiten entscheidet mit

Nicht nur was wir essen, sondern wann – das beeinflusst den Stoffwechsel maßgeblich. Studien in Cell Metabolism identifizierten den Zeitraum zwischen 18:00 und 19:30 Uhr als ideal für das Abendessen. Wer mindestens zwei bis drei Stunden vor dem Schlafengehen isst, unterstützt die Kalorienverbrennung.

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Spätes Essen hingegen begünstigt Fettspeicherung und erhöht das Risiko für Übergewicht und Typ-2-Diabetes. Der Blutzuckerspiegel leidet nachhaltig.

Für Diabetiker gibt es spezifische Empfehlungen. Die Deutsche Diabetes-Hilfe hält 150 bis 200 Gramm Wassermelone pro Tag für vertretbar – in Kombination mit Eiweiß. Als sensorisches Hilfsmittel wird die Wunderbeere diskutiert. Das Protein Miraculin verändert die Geschmackswahrnehmung. Fachleute warnen: Kein Ersatz für medizinische Therapie.

Globale Zahlen, lokale Konsequenzen

Die Relevanz zeigt sich in der Statistik: Weltweit gelten 44 Prozent der Erwachsenen als übergewichtig oder adipös. In Europa sind es 60 Prozent der Erwachsenen und 30 Prozent der Kinder. Präventionsexperten empfehlen mindestens 30 Gramm Ballaststoffe täglich und etwa 30 verschiedene pflanzliche Lebensmittel pro Woche.

Weitere Studienergebnisse untermauern den Wert bestimmter Lebensmittel:

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  • Zwei oder mehr Portionen Nüsse pro Woche senken das Risiko für Gewichtszunahme um 31 Prozent.
  • Lange gereifte Hartkäse wie Grana Padano (ab 9 Monaten) oder Parmigiano (ab 12 Monaten) sind praktisch laktosefrei – oft verträglich trotz Laktoseintoleranz.

Diese Erkenntnisse fließen in politische Maßnahmen ein. Der Bundestag beschloss das Beitragssatzstabilisierungsgesetz. Für 2027 sieht es ein Sparziel von 18,8 Milliarden Euro im Gesundheitswesen vor.

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