Krebs, Studie

Übergewicht und Krebs: Studie belegt 11,5 Prozent Anteil

Veröffentlicht am: 18.07.2026 um 14:05 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Neue DKFZ-Studie zeigt: Übergewicht könnte für bis zu 11,5 Prozent aller Krebsfälle verantwortlich sein. EU lässt Semaglutid-Tablette zu.

Übergewicht als Krebsrisiko: Neue DKFZ-Studie und Medikamenten-Fortschritte
Eine stilisierte, leuchtende menschliche Leber, umgeben von abstrakten Darstellungen von Fettzellen und Glukosemolekülen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die metabolisch assoziierte steatotische Lebererkrankung (MASLD) bleibt oft lange unbemerkt – und erhöht das Risiko für schwere Folgeerkrankungen massiv.

Übergewicht: Krebsrisiko unterschätzt

Eine Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) aus Juli 2026 zeigt: Die Rolle von Übergewicht als Krebsrisikofaktor wurde bisher offenbar unterschätzt. Die Forscher werteten Daten von 458.543 Personen aus der UK Biobank aus, darunter mehr als 50.000 Krebsfälle.

Bis zu 11,5 Prozent aller Krebserkrankungen könnten auf Übergewicht zurückgehen. Frühere Schätzungen lagen bei zwei bis acht Prozent. Der BMI allein reiche als Indikator oft nicht aus, so die Heidelberger Wissenschaftler. Aussagekräftiger seien Taillenumfang und Taille-Hüft-Verhältnis.

Bei Männern steige das Risiko ab 102 Zentimetern Taillenumfang signifikant, bei Frauen ab 88 Zentimetern. Besonders betroffen: Frauen und Menschen unter 60 Jahren.

Neue Medikamente: Semaglutid und Retatrutide

Mitte Juli 2026 gab es wichtige Fortschritte bei der medikamentösen Therapie. Die EU-Kommission ließ Semaglutid (Wegovy) als Tablette zur Adipositas-Behandlung zu. Das Medikament ist für Patienten mit einem BMI ab 30 oder ab 27 bei Begleiterkrankungen vorgesehen.

Die Oasis-4-Studie belegt: Bei täglicher Einnahme über 64 Wochen verloren Probanden rund 17 Prozent ihres Gewichts. Die Placebo-Gruppe schaffte nur drei Prozent.

Parallel dazu ließ Indiens Behörde CDSCO Semaglutid zur Behandlung der fortgeschrittenen Fettleberform MASH zu. In Indien sind schätzungsweise zwei von drei Einwohnern von einer Fettleber betroffen.

Anzeige

Die neue DKFZ-Studie zeigt: Übergewicht könnte für bis zu 11,5 % aller Krebsfälle verantwortlich sein – deutlich mehr als bisher angenommen. Besonders gefährdet: Frauen und Menschen unter 60. Doch es gibt wirksame Maßnahmen. Unser kostenloser Report zeigt Ihnen, wie Sie Ihr Risiko senken – mit einfachen Checks und den neuesten Therapieoptionen. Jetzt kostenlosen Risiko-Report anfordern

Und es gibt weitere Hoffnungsträger: Der Triple-Agonist Retatrutide befindet sich in Phase-III-Studien. Erste Daten zeigen nicht nur eine signifikante Gewichtsreduktion, sondern auch eine deutliche Verbesserung des Leberfetts bei MASLD-Patienten. Eine Marktzulassung wird für 2027 erwartet.

Kliniken setzen auf interdisziplinäre Teams

Jeder dritte Deutsche ist vom metabolischen Syndrom betroffen. Die Kliniken reagieren mit fachübergreifenden Kooperationen. Das Universitätsklinikum Saarland (UKS) in Homburg gründete Mitte Juli 2026 ein interdisziplinäres „Metabolisches Board".

Kardiologen, Gastroenterologen, Diabetologen, Hepatologen und Ernährungsmediziner arbeiten dort zusammen. Ihr Ziel: Patienten mit Fettleber, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder chronischen Pankreasentzündungen ganzheitlich betreuen.

Auch die Grundlagenforschung liefert neue Ansätze. Eine Studie in der Fachzeitschrift Phytotherapy Research untersuchte den Pflanzenstoff Neohesperidin aus Grapefruits und Bitterorangen. In Versuchen reduzierte der Stoff die Fettansammlung in der Leber, indem er bestimmte Signalwege modulierte.

Neue Lebensmittelzutat gegen Übergewicht

Neben Therapien rücken präventive Ansätze in den Fokus. Mitte Juli 2026 ließ die EU den Inulinpropionat-Ester (IPE) als neuartiges Lebensmittel zu. Das weiße Pulver kann in Smoothies oder Backwaren gemischt werden.

Anzeige

20 Millionen Deutsche haben eine kranke Leber – oft unbemerkt. Die Fettleber (MASLD) erhöht nicht nur das Krebsrisiko, sondern begünstigt auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Doch es gibt Hoffnung: Neue Medikamente wie Semaglutid und Retatrutide sowie einfache Ernährungstipps können helfen. Erfahren Sie in unserem Report, wie Sie Ihre Leber schützen. Leber-Schutz-Report jetzt sichern

IPE kombiniert den Ballaststoff Inulin mit Propionat. Das soll das Sättigungsgefühl steigern und so Übergewicht vorbeugen.

Doch die Risiken sind komplex. Eine Untersuchung der Charité Berlin zeigt: Oxalat kann Entzündungsprozesse fördern, die wiederum Nierenfibrosen und Herzschäden begünstigen. Die Botschaft der Forscher: Stoffwechselerkrankungen lassen sich nicht isoliert betrachten – sie sind ein komplexes Zusammenspiel verschiedener Organe und Entzündungsfaktoren.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

de | wissenschaft | 69795593 |