Umweltroboter, BURT

Umweltroboter BURT: 15-Jähriger gewinnt 50.000-Dollar-Preis

Veröffentlicht: 14.07.2026 um 02:30 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Neue Robotertechnologien für Katastrophenhilfe und Umweltschutz zeigen vielversprechende Fortschritte in der Praxis.

Robotik-Innovationen: Von Cyborg-Schaben bis zur Rettungsdrohne
Schlanker, dunkler Roboter mit flexiblen Flügeln im Übergang zwischen Flug über Wasser und Eintauchen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Robotik-Forschung konzentriert sich zunehmend auf spezialisierte Einsatzgebiete in der Katastrophenhilfe und im Umweltschutz. Aktuelle Studien aus Juli 2026 zeigen einen klaren Trend zu Maschinen, die in unberechenbaren Umgebungen arbeiten können.

Cyborg-Schaben und fliegende Taucher

Forscher der Nanyang Technological University (NTU) Singapur und der Waseda Universität haben einen „Tauchanzug" für Cyborg-Schaben entwickelt. Die Madagaskar-Fauchschaben tragen dabei einen flexiblen Anzug mit Sauerstofftank. Eine chemische Reaktion zwischen Mangandioxid und Wasserstoffperoxid ermöglicht den Insekten, bis zu drei Stunden unter Wasser zu überleben. An Land bewegen sie sich mit 8,7 Zentimetern pro Sekunde fort, im Wasser mit 7,8 Zentimetern. Ihr Ziel: die Navigation durch Trümmer nach Überschwemmungen oder Erdbeben.

Ein zweites Projekt, vorgestellt in der Fachzeitschrift Science, stammt vom MIT und der EPFL. Ein Flügel schlagendes Luft-Wasser-Fahrzeug mit weniger als 300 Gramm Gewicht kann in unter einer Sekunde zwischen Flug und Schwimmen wechseln. Die flexiblen Flügel mit rund 80 Zentimetern Spannweite verbiegen sich unter Wasser um bis zu 90 Prozent. In der Luft schlägt das Gerät mit bis zu 11 Hertz, unter Wasser zwischen 0,1 und 6 Hertz. Die Baupläne sind als Open Source verfügbar, die Materialkosten liegen bei umgerechnet rund 270 Euro. Entwickelt wurde das System für Umweltüberwachung und Meeresforschung.

Dringender Bedarf: Robotik für die Wasserrettung

Die Dringlichkeit solcher Entwicklungen unterstreichen die jüngsten Zahlen der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). Im Juni 2026 verzeichnete Deutschland 99 Ertrinkungstote – der höchste Wert für diesen Monat seit 2003. DLRG-Präsidentin Ute Vogt betonte, dass über 90 Prozent der Opfer männlich waren. Häufig überschätzten sie ihre körperlichen Fähigkeiten oder gingen alkoholisiert ins Wasser.

Die DLRG testet daher den Rettungsroboter „Dolphin 3" in Ludwigshafen-Oggersheim. Das Gerät erreicht 30 km/h und hält beim Schleppen einer Person 7 km/h. Für rund 7.000 Euro ist der Roboter mit Kameras, Lautsprechern und Lichtmodulen ausgestattet. Ähnliche Einheiten prüft die Feuerwehr von Hawaii für unzugängliche Küstenabschnitte. 50 Geräte wurden bereits in Europa verkauft oder vermietet. Allerdings zeigten Tests in Deutschland technische Schwierigkeiten – der Roboter agierte zeitweise eigenständig, was zu Nachbesserungen führte.

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Drohnen für die Rettung und den Tierschutz

An der Carnegie Mellon University (CMU) arbeiten Forscher an Drohnenschwärmen für die DARPA Triage Challenge. Die autonomen Systeme nutzen KI und Kameras, um Vitalwerte wie Herzfrequenz, Atemrate und Körpertemperatur aus drei Metern Entfernung zu schätzen. Die Technik soll Überlebende in Höhlen oder Trümmern identifizieren – besonders innerhalb des kritischen 72-Stunden-Fensters nach einer Katastrophe.

Im Umweltbereich testet das Projekt „Autodrohn" der Universität Bremen autonome Drohnen mit Wärmebild- und Radarsensoren. Sie orten Kitze auf Feldern, um landwirtschaftliche Verluste in Niedersachsen zu verhindern. Das Projekt läuft seit über zwei Jahren, die verbleibende Entwicklungszeit beträgt acht Monate.

Industrie und Nachwuchs: Vierbeiner und Schildkröten

Taiwans Ministerium für Wirtschaft und das Industrial Technology Research Institute (ITRI) haben ein Programm für vierbeinige Roboter gestartet. Sechs Industriepartner beteiligen sich, der globale Markt soll von unter einer Milliarde Dollar (2025) auf über vier Milliarden Dollar (2035) wachsen. Die Plattform wurde für Feuerwehr- und Tunnelinspektionen validiert. Das National Chung-Shan Institute of Science and Technology (NCSIST) plant die Serienproduktion eines militärischen Roboterhunds bis 2028.

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Der 15-jährige Evan Budz entwickelte die Bionische Unterwasser-Roboter-Schildkröte (BURT). Das Gerät erkennt Plastikmüll, invasive Arten und Korallenbleiche mit 96 Prozent Genauigkeit. Die elf Pfund schwere Lithium-Batterie-Einheit arbeitet acht Stunden lang. Das Projekt gewann den mit 50.000 Dollar dotierten Gordon E. Moore Award bei der Regeneron International Science and Engineering Fair (ISEF) – nach einem ersten Preis beim EU-Wettbewerb für junge Wissenschaftler 2025.

Ein Manifest in Nature Machine Intelligence vom 13. Juli 2026 definiert die Richtung: „Nachhaltigkeits-Robotik" soll auf symbiotischem Design und universeller Zugänglichkeit basieren. Künftige Roboter müssten sowohl ihren eigenen ökologischen Fußabdruck als auch ihren Beitrag zu globalen Nachhaltigkeitszielen berücksichtigen.

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