Justiz-Ausfall, Lizenzkonflikt

Berliner Justiz-Ausfall: Lizenzkonflikt legt alle Gerichte lahm

Veröffentlicht: 14.07.2026 um 02:30 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Ein Lizenzkonflikt legt die gesamte Berliner Justiz-IT lahm. Gerichte schicken Mitarbeiter nach Hause, Haftbefehle werden per Hand ausgestellt.

Berliner Justiz lahmgelegt: IT-Panne stoppt Gerichte
Ein schwach beleuchteter, leerer Gerichtssaal mit einem einzelnen Computerbildschirm auf der Richterbank, der eine Fehlermeldung anzeigt. Illustration mit AI erstellt ĂĽbermittelt durch boerse-global.de

Richter und Verwaltungsmitarbeiter konnten nicht auf ihre digitalen Systeme zugreifen – viele Gerichte stellten den Betrieb komplett ein.

Lizenzproblem legt gesamte Justizinfrastruktur lahm

Die Panne begann um 6:30 Uhr morgens. Ursache war ein Lizenzkonflikt bei Schnittstellen- und VPN-Software des IT-Dienstleistungszentrums Berlin (ITDZ). Richter und Angestellte konnten sich nicht an ihren Arbeitsplätzen anmelden, elektronische Akten blieben gesperrt, interne wie externe Kommunikationswege waren blockiert.

Betroffen waren sämtliche ordentlichen Gerichte der Hauptstadt: die Amtsgerichte, die Landgerichte und das Kammergericht. Auch das bekannte Moabiter Kriminalgericht war betroffen. Bereits am frühen Nachmittag schickten viele Gerichte ihre Mitarbeiter nach Hause – ohne digitale Infrastruktur war reguläre Arbeit unmöglich.

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Haftbefehle per Hand – Justiz in der Krise

Der Deutsche Richterbund zeigte sich alarmiert. Man spreche von einem „vorübergehenden Stillstand der Rechtspflege". Besonders brisant: die Gefahr, dass gesetzliche Fristen verstreichen – vor allem bei Untersuchungshaft.

Juristen warnten: Lassen sich Haftfristen wegen des IT-Ausfalls nicht prüfen oder verlängern, droht die Freilassung von Tatverdächtigen. Um das Schlimmste zu verhindern, griffen einige Gerichte zu Notfallmaßnahmen: Haftbefehle mussten per Hand ausgestellt werden.

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Vorgeschichte: Schon länger Probleme mit der Justiz-IT

Der Zusammenbruch ist kein Einzelfall. Bereits am 10. Juli 2026 gab es einen mehrstündigen Ausfall. Kleinere Störungen plagen die Berliner Justiz seit Wochen.

Der Vorfall lenkt den Blick auch auf die Finanzlage des ITDZ. Der städtische Dienstleister steckt seit Jahren in wirtschaftlichen Schwierigkeiten und musste 2025 mit Notkrediten gestützt werden. Die Techniker arbeiteten am Montagabend fieberhaft an der Lösung des Lizenzproblems – doch bis Dienstagmorgen war mit einer vollständigen Behebung nicht zu rechnen.

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