Unregelmäßiges, Essen

Unregelmäßiges Essen: 1,55-fach höheres Depressionsrisiko

30.05.2026 - 00:48:21 | boerse-global.de

Studien zeigen: Unregelmäßiges Essen begünstigt Depressionen, während Intervallfasten beim Abnehmen hilft.

Unregelmäßiges Essen: 1,55-fach höheres Depressionsrisiko - Foto: über boerse-global.de
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Ernährungswissenschaftler kritisieren längst nicht mehr nur die Inhaltsstoffe von Lebensmitteln, sondern auch die Vermarktungsstrategien der Industrie. Schuldgefühle beim Essen – das könnte ein lukratives Geschäftsmodell sein.

Schuldgefühle als Verkaufsstrategie

Der Ernährungswissenschaftler Uwe Knop warnt: Schuldgefühle beim Essen werden gezielt geschürt. Dahinter steckt oft die Absicht, Produkte wie Diäten oder Reinigungskuren zu verkaufen. Viele gängige Ernährungsempfehlungen – etwa die berühmten fünf Portionen Obst und Gemüse täglich – entbehren laut Knop einer soliden wissenschaftlichen Basis.

Noch gravierender: Diäten selbst könnten zur Entstehung von Adipositas und Essstörungen beitragen. Auch die pauschale Verteufelung von Junkfood sieht Knop kritisch. Kartoffelchips mit kurzen Zutatenlisten seien oft besser als ihr Ruf. Das eigentliche Problem sei der sogenannte Bliss Point – eine durch Aromen optimierte Zusammensetzung, die zum Überessen verführt.

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Mehrere Ernährungsorganisationen im deutschsprachigen Raum lehnen mittlerweile eine strikte Einteilung in „gesund" und „ungesund" ab.

Wenn Ärzte und Patienten aneinander vorbeireden

Über 53 Prozent der Erwachsenen in Deutschland sind übergewichtig – das zeigen Daten des Robert-Koch-Instituts aus den Jahren 2019 und 2020. Doch die Kommunikation zwischen Betroffenen und Medizinern hakt gewaltig.

Eine aktuelle Umfrage mit 409 Teilnehmern bringt es ans Licht: 46,2 Prozent haben noch nie mit einem Arzt über ihr Gewicht gesprochen. Bei übergewichtigen Befragten sind es immerhin noch 39,4 Prozent.

Die Sorge vor Diskriminierung ist allgegenwärtig. 80,1 Prozent der Befragten nehmen eine gesellschaftliche Benachteiligung von Übergewichtigen wahr. Gleichzeitig herrscht große Skepsis gegenüber Medikamenten: 79,2 Prozent fürchten Nebenwirkungen von Abnehmpräparaten. Immerhin: Mehr als die Hälfte würde kostenlose Beratungsangebote nutzen.

Unregelmäßiges Essen – ein Risiko für die Psyche?

Die Forschung entdeckt zunehmend Verbindungen zwischen Essgewohnheiten und mentaler Gesundheit. Eine Studie im Journal of Affective Disorders analysierte Daten von über 21.000 Erwachsenen. Das Ergebnis: Unregelmäßige Hauptmahlzeiten erhöhen das Risiko für depressive Symptome um das 1,55-Fache. Besonders betroffen sind Männer.

Welche Ernährungsform ist die beste? Eine Langzeitstudie im Fachjournal Nutrients verglich das 4:3-Intervallfasten mit täglicher Kalorienreduktion. Über zwölf Monate hinweg beobachteten die Forscher 165 Probanden mit einem durchschnittlichen BMI von 34,2. Das Intervallfasten führte zu weniger Heißhunger und erfolgreicherer Gewichtsabnahme – obwohl die hormonelle Appetitregulierung in beiden Gruppen ähnlich blieb.

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Atypische Anorexie – die unsichtbare Essstörung

Das Krankheitsbild der atypischen Anorexie zeigt: Essstörungen sehen nicht immer so aus, wie man denkt. Betroffene haben ein normales oder sogar überdurchschnittliches Körpergewicht – und leiden dennoch unter schweren Nährstoffmängeln. Das Robert-Koch-Institut schätzt, dass etwa ein Prozent der Frauen in Deutschland betroffen sind. Die Störung wird oft spät erkannt, weil das äußere Erscheinungsbild nicht dem klassischen Bild einer Magersucht entspricht.

Neue Medikamente verändern das Einkaufsverhalten

Moderne Abnehm-Medikamente beeinflussen offenbar das gesamte Konsumverhalten. Eine Analyse von 1,9 Millionen Supermarkteinkäufen in JAMA Network Open zeigt: Patienten kaufen nach Beginn einer Therapie weniger kalorienintensive Lebensmittel. Der Energiegehalt der Einkäufe sinkt, besonders der Anteil an Zucker und gesättigten Fetten geht zurück. Der Proteingehalt steigt dagegen an.

Parallel gewinnt die antientzündliche Ernährung an Bedeutung. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung bestätigt: Mehr pflanzliche Lebensmittel, weniger verarbeitetes Fleisch und Zucker fördern die Darmgesundheit. Allerdings betonen die Experten: Eine solche Umstellung sollte keinem starren Schema folgen. Bei bestehenden gesundheitlichen Problemen ist ärztliche Begleitung unerlässlich.

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