Quartalszahlen, Deutschland

Telekom-Glasfaser – Nur jeder sechste Haushalt greift zu

13.05.2026 - 13:07:05 | dpa.de

Viele Haushalte lassen die Chance auf schnelles, stabiles Internet ungenutzt: Glasfaser liegt vor der TĂŒr, ein Vertrag wird aber nicht unterschrieben. Die Telekom meldet nun immerhin Fortschritte.

  • Glasfaser-Kabel an einem Berliner Wohnhaus. - Foto: Sebastian Gollnow/dpa
    Glasfaser-Kabel an einem Berliner Wohnhaus. - Foto: Sebastian Gollnow/dpa
  • Die Magenta-Manager Tim Höttges (links) und Christian Illek. - Foto: Oliver Berg/dpa
    Die Magenta-Manager Tim Höttges (links) und Christian Illek. - Foto: Oliver Berg/dpa
Glasfaser-Kabel an einem Berliner Wohnhaus. - Foto: Sebastian Gollnow/dpa Die Magenta-Manager Tim Höttges (links) und Christian Illek. - Foto: Oliver Berg/dpa

Beim milliardenschweren Glasfaser-Ausbau gewinnt die Deutsche Telekom in der Kundengunst etwas an Boden, es bleibt fĂŒr den Konzern aber ein mĂŒhsames Unterfangen. Wie der Konzern in Bonn mitteilte, hatte er Ende MĂ€rz in Deutschland rund 2,2 Millionen Kunden mit einem aktiven Glasfaser-Anschluss, «Fiber to the Home» (FTTH) genannt. Im ersten Quartal waren rund 0,2 Millionen hinzugekommen. Glasfaser ist fĂŒr Internet-Übertragungen die beste Technologie, da sie sehr hohe Bandbreiten bietet und nicht so schwankungsanfĂ€llig ist wie Internet ĂŒber Fernsehkabel

Die Glasfaser-Kabel der Telekom liegen bei gut 13 Millionen Haushalten - entweder in der Straße vor der HaustĂŒr oder bis ins Haus hinein. Die Aufnahmerate - also das VerhĂ€ltnis der Haushalte mit verfĂŒgbarer Glasfaser und Haushalten, die diese Übertragungstechnologie auch nutzen und dafĂŒr Geld zahlen - lag bei 17,1 Prozent und damit 1,6 Prozentpunkte höher als vor einem Jahr. Der Wert zeigt, dass es Luft nach oben gibt: FĂŒnf von sechs Haushalten haben keinen Vertrag unterschrieben, obwohl bei ihnen Telekom-Glasfaser in Reichweite ist.

Telekom liegt deutlich vor ihren Konkurrenten

Die Wettbewerber investieren ebenfalls Milliarden, sind aber lÀngst nicht so weit wie der Bonner Konzern. So kommt Vodafone mit seiner Glasfaser-Tochter OXG auf 0,6 Millionen Fiber-Haushalte in Deutschland. Wie viele davon einen Vertrag haben, veröffentlicht Vodafone nicht. Konkurrent Deutsche Glasfaser kommt auf 2,8 Millionen Haushalte, von denen Firmenangaben zufolge knapp 30 Prozent FTTH auch nutzen und einen Vertrag haben.

Die Aufnahmeraten der Deutschen Glasfaser und der Telekom sind nur bedingt miteinander vergleichbar, da die Deutsche Glasfaser vor allem auf dem Land ausbaut und dort das Interesse an schnellem und stabilem Internet höher ist als in GroßstĂ€dten, wo es mit Fernsehkabel-Internet eine vergleichbar schnelle Alternative gibt. Außerdem gibt es in MehrfamilienhĂ€usern in StĂ€dten bisweilen Probleme mit den Vermietern, die sich gegen die Verlegung von Glasfaser-Kabeln vom Keller hoch bis in die Wohnungen sperren.

Verkauf von Glasfaser-InternetvertrÀgen soll anziehen

Telekom-Finanzchef Christian Illek zeigte sich zuversichtlich, dass der Kundenzuwachs bei Glasfaser-Internet an Tempo gewinnt. Dieses Jahr sollen 0,75 Millionen FTTH-Neukunden hinzukommen und 2027 eine Million. Man sei mit der bisher erreichten Glasfaser-Auslastung nicht zufrieden, sagte Konzernchef Tim Höttges. Dies liege auch daran, dass die Telekom nicht in alle MehrfamilienhĂ€user hineinkomme, etwa weil ein Vermieter eine Partnerschaft mit einem Anbieter von Internet ĂŒber Fernsehkabel habe.

Die Telekom baut inzwischen auch auf dem Land oder am Stadtrand aus, wo es vor allem EinfamilienhĂ€user gibt. Dort sei die Bereitschaft höher, auch einen Glasfaser-Vertrag zu unterschreiben. «Dieser Ausbau in den lĂ€ndlichen Gebieten ist sehr, sehr teuer, aber dafĂŒr ist die Akzeptanz in diesen Gebieten viel höher», so Höttges. HauseigentĂŒmer versprĂ€chen sich von einem Glasfaser-Anschluss auch eine Wertsteigerung ihrer Immobilie.

Solide Quartalszahlen 

Die Deutsche Telekom legte GeschĂ€ftszahlen fĂŒr das erste Quartal vor, in dem der Umsatz um 0,4 Prozent auf 29,9 Milliarden Euro stieg. WĂ€re der US-Dollar nicht so schwach gewesen, wĂ€re das Plus höher ausgefallen. Der Konzerngewinn lag bei 2 Milliarden Euro. Wegen Restrukturierungsaufwendungen in den USA und anderen negativen Effekten war das gut ein Viertel niedriger als ein Jahr zuvor. Die GeschĂ€ftszahlen kamen an der Börse gut an, bis zum Mittag stieg der Kurs eines Anteilsscheins des Konzerns um zwei Prozent.

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