Viszerales Fett: Krebsrisiko doppelt so hoch wie bisher angenommen
Veröffentlicht am: 25.07.2026 um 16:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die medizinische Forschung richtet den Fokus verstärkt auf die gesundheitlichen Gefahren durch viszerales Fett, das auch bei äußerlich schlanken Menschen vorkommen kann. In einer am 25. Juli 2026 veröffentlichten Analyse erläuterte Dr. Yael Adler die stoffwechselgefährdenden Wirkungen dieses verborgenen Fettgewebes, das die inneren Organe umhüllt. Diese Erkenntnisse decken sich mit aktuellen Studiendaten des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), die auf einen deutlichen Zusammenhang zwischen Körperfett und schwerwiegenden Erkrankungen hinweisen.
Erhöhtes Krebsrisiko durch verborgenes Körperfett
Eine am 24. Juli 2026 vorgestellte Analyse des DKFZ zeigt, dass das Krebsrisiko durch Körperfett offenbar doppelt so hoch ist wie bisher in der Wissenschaft angenommen. Die Forscher werteten dafür Daten von rund 458.000 Teilnehmern der UK-Biobank über einen Beobachtungszeitraum von zwölf Jahren aus. Den Ergebnissen zufolge lassen sich etwa 11,5 Prozent der Krebsfälle auf Übergewicht zurückführen. In früheren Schätzungen war man lediglich von einem Anteil von 5,5 Prozent ausgegangen.
Ein wesentlicher Grund für die bisherige Unterschätzung liegt laut den Experten des DKFZ in methodischen Verzerrungen früherer Studien. Demnach könne eine Krebserkrankung bereits vor der klinischen Diagnose zu einem Gewichtsverlust führen, was den statistischen Zusammenhang zwischen einem höheren Körpergewicht und der Krankheitsentstehung in der Vergangenheit verschleiert habe. Die aktuelle Auswertung verdeutlicht zudem, dass der Zusammenhang zwischen Körperfett und Krebsrisiko bei Frauen sowie bei Personen unter 60 Jahren besonders stark ausgeprägt ist.
Die Bedeutung des Taillenumfangs gegenüber dem BMI
Die wissenschaftlichen Daten unterstreichen, dass der Body-Mass-Index (BMI) nur bedingt als Indikator für gesundheitliche Risiken geeignet ist. Laut der DKFZ-Studie vom 24. Juli 2026 erweisen sich der Bauchumfang sowie das Taille-Hüft-Verhältnis als deutlich präzisere Prädiktoren für das Krebsrisiko als das reine Körpergewicht. Dies erklärt, warum auch Personen mit einem normalen BMI gesundheitlich gefährdet sein können, sofern sie über einen hohen Anteil an viszeralem Fett verfügen.
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Dieses sogenannte "innere Bauchfett" ist biologisch hochaktiv. Es produziert entzündungsfördernde Botenstoffe und begünstigt die Entstehung einer Insulinresistenz. Dr. Yael Adler wies in ihrer Untersuchung darauf hin, dass von dieser Problematik insbesondere Männer betroffen sind, das Phänomen jedoch unabhängig vom äußeren Erscheinungsbild auftreten kann. Neben Krebserkrankungen erhöht viszerales Fett das Risiko für Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Demenz.
Biologische Mechanismen und präventive Maßnahmen
Die gesundheitsschädliche Wirkung des viszeralen Fetts resultiert primär aus seiner Rolle als endokrines Organ, das permanent Substanzen in den Blutkreislauf abgibt, die chronische Entzündungsprozesse befeuern. Zur Reduktion dieser Risiken empfehlen Experten eine gezielte Anpassung des Lebensstils.
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In der Analyse von Dr. Adler werden spezifische Ernährungsgewohnheiten als präventiv wirksam hervorgehoben. Ein besonderes Augenmerk sollte auf dem Verhältnis von Omega-6- zu Omega-3-Fettsäuren liegen. Während Transfette gemieden werden sollten, wirken ungesättigte Fettsäuren, wie sie in Olivenöl, Nüssen und Fisch vorkommen, positiv auf den Stoffwechsel. Zudem können Maßnahmen wie das Führen eines Ernährungstagebuchs sowie Fastenperioden dabei helfen, die Ansammlung von innerem Bauchfett zu kontrollieren und die metabolische Gesundheit langfristig zu stabilisieren.
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