Vitamin D: Studie mit 1.031 Personen zeigt 140 Basenpaare mehr Telomere
Veröffentlicht am: 03.10.2026 um 09:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Wissenschaftliche Untersuchungen liefern neue Hinweise darauf, wie MikronĂ€hrstoffe biologische Alterungsprozesse beeinflussen können. Eine Studie der Augusta University in den USA widmete sich der Frage, inwiefern die Gabe von Vitamin D den Abbau der sogenannten Telomere verlangsamt. Diese Schutzkappen an den Enden der Chromosomen gelten in der Forschung als zentraler Indikator fĂŒr das biologische Alter von Zellen.
FĂŒr die klinische Untersuchung wurden 1.031 Personen mit einem Durchschnittsalter von 65 Jahren ĂŒber einen Zeitraum von fĂŒnf Jahren beobachtet. Die LĂ€nge der Telomere erfassten die Wissenschaftler zu Beginn der Untersuchung sowie nach zwei und nach vier Jahren.
Die Studienpopulation war dabei in zwei Gruppen aufgeteilt: WÀhrend die eine HÀlfte der Teilnehmenden tÀglich eine Dosis von 2.000 IU Vitamin D einnahm, erhielt die Kontrollgruppe ein Placebo-PrÀparat.
Signifikanter Erhalt von Basenpaaren im Vergleich zur Kontrollgruppe
Die Auswertung der Daten ergab messbare Unterschiede zwischen den beiden Kohorten. In der Gruppe, die Vitamin D verabreicht bekam, blieben die Telomere im Vergleich zur Placebo-Gruppe um 140 Basenpaare erhalten.
Um diesen Wert einzuordnen, ziehen Fachleute frĂŒhere wissenschaftliche Erkenntnisse heran: Unter normalen Bedingungen verkĂŒrzen sich Telomere im Zuge der natĂŒrlichen Alterung um rund 460 Basenpaare pro Jahrzehnt. Als ursĂ€chlicher Mechanismus fĂŒr den verlangsamten Abbau kommt nach EinschĂ€tzung der Forscher die anti-inflammatorische Wirkung von Vitamin D in Betracht, welche die zellulĂ€re Abnutzung dĂ€mpfen könnte.
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Diskrepanz zwischen Studienprotokoll und aktuellen Verzehrempfehlungen
Die in der Untersuchung verabreichte Menge von 2.000 IU pro Tag liegt deutlich ĂŒber den gĂ€ngigen Richtwerten. Derzeit liegt die empfohlene Zufuhr bei 600 IU tĂ€glich fĂŒr Personen unter 70 Jahren und bei 800 IU fĂŒr Ă€ltere Erwachsene. Andere Forschungsprojekte wiesen zudem darauf hin, dass bereits eine tĂ€gliche Dosis von 400 IU zur PrĂ€vention von ErkĂ€ltungen beitragen könne.
Der therapeutische Nutzen von Vitamin D ĂŒber die reine Knochengesundheit hinaus wird in der Wissenschaft seit LĂ€ngerem diskutiert. Ein Review zeigt auf, dass entsprechende Supplemente das Auftreten von respiratorischen Infektionen senken können, wobei dieser Effekt insbesondere bei einem vorliegenden Mangel zutage tritt. Gleichzeitig besteht in der Fachwelt bislang kein einheitlicher Konsens darĂŒber, welche Dosierung im Alltag als optimal anzusehen ist.
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Forscher mahnen zur Vorsicht bei Hochdosis-PrÀparaten
Trotz der ermutigenden Befunde zum Zellschutz warnen Forschende vor einer unkontrollierten Einnahme hoher Dosen. Ein ĂŒbermĂ€Ăiger Konsum berge potenziell gesundheitliche Risiken.
Ob und in welcher Höhe eine NahrungsergÀnzung ratsam ist, hÀngt laut den Fachleuten stark von individuellen Voraussetzungen ab. Neben den bestehenden Blutwerten spielen dabei die genetische Veranlagung sowie der persönliche Lebensstil eine ausschlaggebende Rolle. Vor Pauschalempfehlungen zur dauerhaften Einnahme von 2.000 IU tÀglich bedarf es daher weiterer Untersuchungen, um Nutzen und Risiken gegeneinander abzuwÀgen.
