VMware-Flucht, Sheetz

VMware-Flucht: Sheetz migriert 830 Standorte wegen Kostenexplosion

Veröffentlicht: 16.07.2026 um 18:25 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Studie belegt: Hardware-Knappheit bremst 80 Prozent der Firmen aus. VMware-Kunden migrieren wegen hoher Kosten zu Alternativen.

IT-Wandel 2026: Hardware-Engpässe und VMware-Flucht prägen den Markt
Moderner Serverraum mit neuen und generalüberholten Servern, blinkenden Lichtern und komplexer Verkabelung, Symbol für IT-Infrastruktur. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Unternehmen kämpfen mit Hardware-Engpässen, steigenden Softwarekosten und wachsenden Sicherheitsanforderungen – und suchen nach kreativen Lösungen.

Fast jedes zweite Unternehmen leidet unter Hardware-Mangel

Eine aktuelle Studie des Linux-Spezialisten SUSE zeigt die dramatische Lage in der IT-Beschaffung. Demnach haben 30 Prozent der befragten Unternehmen extreme oder erhebliche Verzögerungen bei IT-Projekten erlebt – ausgelöst durch Engpässe bei spezieller KI-Hardware. Fast 40 Prozent der Organisationen fehlt es an ausreichend Grafikprozessoren (GPUs) oder Servern, 36 Prozent kämpfen mit allgemeinen Lieferverzögerungen.

Die Folge: Knapp 80 Prozent der Unternehmen arbeiten mit weniger als 75 Prozent ihrer eigentlichen Kapazität. Kein Wunder also, dass der Markt für generalüberholte Serveranlagen boomt.

Der indonesische Anbieter Gugik Digital Indonesia hat am 15. Juli sein Angebot an neuen und refurbished Dell PowerEdge-Servern erweitert – darunter die Modelle R640 und R740. Zielgruppe sind Behörden, Bildungseinrichtungen und Internetdienstanbieter, die oft monatelang auf neue Hardware warten müssen.

Die SUSE-Studie bestätigt einen klaren Trend: 80 Prozent der IT-Profis halten portable Software für die strategisch klügere Investition als die Jagd nach neuester, schwer beschaffbarer Hardware.

VMware-Kunden flüchten vor steigenden Kosten

Die Übernahme von VMware durch den Chiphersteller Broadcom sorgt weiter für Bewegung im Virtualisierungsmarkt. Die US-Supermarktkette Sheetz migriert ihre gesamte Virtualisierungsinfrastruktur von VMware zu StorMagic SvHCI – und das an über 830 Standorten. Mehr als 600 Filialen haben den Wechsel bereits vollzogen.

Der Grund: drastisch gestiegene Lizenzkosten nach der Broadcom-Übernahme. Die Umstellung läuft auf Dell R440- und R450-Servern, die ferngewartet werden.

Auch andere Anbieter wittern ihre Chance. Der Marktbeobachter sehen Sangfor aSV als ernstzunehmenden Konkurrenten im Server-Virtualisierungsmarkt. Das Unternehmen verspricht Kosteneinsparungen von bis zu 70 Prozent durch kernbasiertes Lizenzmodell und integrierte Hochverfügbarkeitsfunktionen.

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Die Dringlichkeit der Migration wird durch eine Ankündigung von VMware unterstrichen: Der Support für vSphere 8 endet planmäßig im Oktober 2027.

Microsoft bringt neue Sicherheitsfeatures für Windows Server

Microsoft hat in dieser Woche die Insider Preview Build 29621 für Windows Server veröffentlicht. Die Neuerung: Trusted Launch für Gen2 Hyper-V-VMs. Die Funktion kombiniert Secure Boot mit einer virtuellen Trusted Platform Module (vTPM), um den VM-Zustand im Ruhezustand zu schützen.

Allerdings gibt es Einschränkungen: Trusted Launch unterstützt noch keine VM-Migration, Failover-Cluster oder Hyper-V-Replica. Die Konfiguration ist ausschließlich über PowerShell möglich.

Die Preview enthält zudem ein neues Quick Machine Recovery-Tool für cloudbasierte Boot-Reparaturen und unterstützt nun das Resilient File System (ReFS) als Boot-Volume – sofern eine Recovery-Partition von mindestens zwei Gigabyte vorhanden ist. Die Version, die auch NVMe-over-Fabrics unterstützt, läuft am 15. September 2026 ab.

Kritische Sicherheitslücken und neue Leistungsrekorde

Die Sicherheitslage in Rechenzentren bleibt angespannt. VMware hat am 16. Juli eine dringende Warnung zu sieben kritischen Schwachstellen im Avi Load Balancer herausgegeben. Die Sicherheitslücken umfassen unter anderem einen Authentifizierungs-Bypass (CVE-2026-47865) und eine Schwachstelle für Remote-Code-Ausführung (CVE-2026-47867). VMware empfiehlt ein sofortiges Update auf Version 32.1.2. Bislang sind keine aktiven Angriffe bekannt – doch die Schwere der Lücken versetzt Administratoren in Alarmbereitschaft.

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Microsoft hat im Rahmen seiner Juli-Updates ebenfalls eine Sicherheitslücke geschlossen: CVE-2026-49168 betrifft Storage Spaces Direct und ermöglicht eine Rechteausweitung. Administratoren müssen alle Knoten eines Clusters aktualisieren.

Auf der Leistungsseite vermeldet Graid Technology einen neuen Rekord: 100 Millionen IOPS auf einem RAID-5-Volume mit KIOXIA-NVMe-SSDs. Der Meilenstein soll GPU-gesteuerte I/O-Operationen für intensive KI-Workloads unterstützen. Die Botschaft: Auch wenn Hardware knapp ist, steigt die Leistungsgrenze bestehender Speicherarchitekturen weiter.

Ausblick: Intel plant Prozessor-Offensive

Für Ende 2026 erwartet die Branche die Einführung von Intels Diamond Rapids Xeon 7-Prozessoren. Die neuen Chips sollen über ein 16-Kanal-Speicherinterface und bis zu 192 P-Kerne verfügen. Das verspricht einen deutlichen Sprung bei der Speicherbandbreite – und damit neue Möglichkeiten für Virtualisierung und KI-Anwendungen der nächsten Generation.

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