Waldbaden, Blutdruck

Waldbaden: Blutdruck und Stresshormone sinken messbar für Tage

Veröffentlicht am: 21.09.2026 um 17:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Victoria, Daniel und Estelle erkunden ein Naturschutzgebiet bei Stockholm. Studien verknüpfen Waldbesuche mit messbaren körperlichen Reaktionen.

Schwedische Königsfamilie entdeckt Waldbaden bei gemeinsamer Wanderung
Ein sonnendurchfluteter Nadelwald in Schweden mit Blaubeersträuchern am Waldboden in einer ruhigen, unberührten Naturlandschaft. Illustration mit AI erstellt.

Die bewusste Bewegung im Grünen rückt zunehmend als Methode zur mentalen Erholung in den Mittelpunkt. Wie sich Naturaufenthalte in den Alltag integrieren lassen, zeigte eine Initiative in Schweden anlässlich des Tages des Jedermannsrechts.

Kronprinzessin Victoria (49), Prinz Daniel (53) und ihre 14-jährige Tochter Prinzessin Estelle nutzten den Anlass für eine gemeinsame Wanderung im Naturschutzgebiet Nacka an der Grenze zwischen Stockholm und der Kommune Nacka, bei der auch Elemente des sogenannten Waldbadens erprobt wurden.

Achtsamkeit im Blaubeerfeld: Die königliche Wanderung

Laut Berichten vom 20. September 2026 führte die Route der Familie von Hellasgården nach Kärrtorp. Für die Strecke von rund vier Kilometern benötigten die Teilnehmer etwa zwei Stunden, was insgesamt 10.685 Schritten entsprach. Auf dem Weg testete Prinzessin Estelle erstmals die Praxis des Waldbadens, im Japanischen als Shinrin-Yoku bekannt.

Ausgestattet mit einem Sitzkissen in einem Blaubeerfeld schloss sie für eine Minute die Augen und konzentrierte sich auf die Atmung. Im Anschluss bezeichnete die älteste Tochter des Kronprinzessinnenpaares, die mit 14 Jahren bereits die Größe ihrer Eltern erreicht hat – Prinz Daniel misst 1,80 Meter –, diese Erfahrung als etwas Neues.

Jonas Magnusson, Leiter der Organisation Friluftsfrämjandet, ordnete die kurze Sequenz sachlich ein und sprach eher von einem kurzen Sprung ins Grüne als von einem vollständigen Waldbad.

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Kronprinzessin Victoria betonte während des Ausflugs, dass die Gesellschaft derartige Auszeiten mehr denn je benötige. Der gemeinsame Gang sei eine fantastische Möglichkeit gewesen, den Tag zu beginnen, und solle daran erinnern, wie viele wertvolle Ressourcen die Natur biete.

An der Veranstaltung nahmen neben der Königsfamilie Vertreter der Kommune Nacka sowie der Organisationen Friluftsfrämjandet und Generation Pep teil. Getragen wird der Tag des Jedermannsrechts gemeinsam von Generation Pep und Svenskt Friluftsliv. Während des Marsches tauschte sich Estelle unter anderem mit Carolina Klüft aus.

Der schwedische Hof veröffentlichte später Bildmaterial des Termins in den sozialen Medien. Im weiteren Tagesverlauf eröffneten Victoria und Daniel im Hagapark den sogenannten Pep-Tag von Generation Pep, an dem auch Prinz Oscar (10) in Begleitung des Familienhundes Rio teilnahm.

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Wissenschaftliche Erkenntnisse zum Shinrin-Yoku

Die beim Ausflug der Königsfamilie angedeutete Praxis des Waldbadens besitzt eine fundierte wissenschaftliche Tradition. Wie das Magazin Waldwärts darlegt, stammen zahlreiche Untersuchungen zu Shinrin-Yoku aus Japan, wo das Konzept seinen Ursprung hat. Medizinische Studien zeigen, dass ein bewusster Aufenthalt im Wald messbare physiologische Veränderungen bewirken kann.

Demnach können Blutdruck sowie der Spiegel von Stresshormonen nach entsprechenden Aufenthalten noch über mehrere Tage hinweg auf einem niedrigeren Niveau verharren. Zudem weisen Untersuchungen darauf hin, dass bestimmte Abwehrzellen im Blut nach dem Naturkontakt ansteigen. Die konkrete Effektstärke sowie die Dauer dieser positiven Reaktionen fallen in den wissenschaftlichen Erhebungen jedoch unterschiedlich aus.

Der Trend zur systematischen Erholung im Grünen spiegelt sich auch im deutschsprachigen Raum wider. Rund um den Nationalpark Bayerischer Wald sowie im Bereich Spiegelau haben sich Angebote etabliert, bei denen Waldführer Interessierte durch gezielte Übungen an das strukturierte Waldbaden heranführen.

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de | wissenschaft | 70145433 |