Wechseljahre, Kilo

Wechseljahre: Sieben Kilo mehr Griffkraft senken Sterberisiko um 12%

Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 12:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Studien belegen: Gezieltes Krafttraining senkt Sterberisiko und Demenzgefahr bei Frauen in den Wechseljahren erheblich.

Krafttraining in den Wechseljahren: Lebenserwartung steigt deutlich
Eine entschlossene Frau mittleren Alters, die in einem Fitnessstudio einen Bizepscurl mit einer Hantel ausfĂĽhrt, konzentriert sich auf Kraft und Gesundheit. Illustration mit AI erstellt ĂĽbermittelt durch boerse-global.de

Der Hormonhaushalt kippt, die Muskelmasse schwindet – und das Risiko für ernsthafte Erkrankungen steigt. Aktuelle Studien zeigen: Gezieltes Krafttraining kann diesen Prozess nicht nur bremsen, sondern die Lebenserwartung deutlich erhöhen.

In der Perimenopause verlieren Frauen im Schnitt bis zu zehn Prozent ihrer Muskelmasse. Ab 40 sind es jährlich ein bis zwei Prozent. Die Folge: Sarkopenie – ein krankhafter Muskelschwund, der jeden fünften älteren Erwachsenen betrifft.

Sieben Kilo mehr Griffkraft – zwölf Prozent weniger Sterberisiko

Eine Langzeitstudie aus dem Jahr 2026 in JAMA Network Open mit über 5.400 Teilnehmerinnen liefert beeindruckende Zahlen. Über acht Jahre hinweg beobachteten Forscher den Einfluss der Muskelkraft auf die Sterblichkeit. Das Ergebnis: Steigern Frauen über 60 ihre Griffkraft um sieben Kilogramm, sinkt ihr Sterberisiko um zwölf Prozent.

Doch es kommt nicht nur auf die reine Kraft an. Die sogenannte Schnellkraft – explosive Bewegungen wie Sprünge – nimmt im Alter doppelt so schnell ab wie die Maximalkraft. Genau hier setzen Experten an: Explosive Übungen sollen helfen, diese Fähigkeit zu erhalten. Trotzdem trainieren nur 26,6 Prozent der Erwachsenen zwischen 18 und 64 Jahren regelmäßig mit Gewichten.

WHO setzt auf Kraft – gegen Demenz und Gebrechlichkeit

Die Weltgesundheitsorganisation hat im Juli 2026 neue Leitlinien veröffentlicht. Demnach lassen sich bis zu 45 Prozent des Demenzrisikos durch beeinflussbare Faktoren senken – Bewegung steht ganz oben auf der Liste. Die WHO empfiehlt 40 bis 60 Minuten Krafttraining pro Woche.

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Eine weitere Studie aus dem Juli 2026 in Arthritis Care & Research zeigt die dramatischen Folgen von Gebrechlichkeit. Bei US-Veteranen verdreifachte bereits eine moderate Gebrechlichkeit das Risiko für Knochenbrüche. Bei schweren Formen verfünffachte es sich. Neben Bewegung gilt Rauchen als einer der größten vermeidbaren Risikofaktoren für den Verlust von Knochen- und Muskelmasse.

Low-Impact-Training: 19 Prozent bessere Hüftfunktion in zwölf Wochen

Forscher der University of Exeter untersuchten 2025 die Wirkung von funktionalem Training mit geringer Belastung. 72 Frauen zwischen 40 und 60 Jahren trainierten zwölf Wochen lang. Das Ergebnis: Die Hüftfunktion verbesserte sich um 19 Prozent, die Flexibilität um 21 Prozent und das Gleichgewicht um zehn Prozent – unabhängig vom Menopausenstatus.

Die Trainingsdauer spielt eine entscheidende Rolle. Reines Krafttraining von 60 Minuten pro Woche senkt die Gesamtmortalität laut Studien aus dem Jahr 2022 um 27 Prozent. Kombiniert mit Ausdauersport steigt dieser Wert auf bis zu 45 Prozent – das belegen Untersuchungen aus dem Jahr 2026.

Vorsorge und Ernährung: Was wirklich hilft

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Neben dem Training bleibt die medizinische Vorsorge zentral. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken plant verstärkte Check-ups für Menschen ab 60. In Sachsen-Anhalt gibt es bereits strukturierte Behandlungsprogramme für Osteoporose, an denen Hausärzte und Orthopäden teilnehmen.

Zur Ernährung halten die WHO-Leitlinien fest: Vitamin-B- oder Omega-3-Präparate sind nur bei nachgewiesenem Mangel sinnvoll. Bei Wechseljahresbeschwerden verweisen Fachleute auf moderne Hormonersatztherapien. Eine Neubewertung älterer Langzeitstudien zeigt: Niedrig dosierte, bioidentische Präparate gelten heute als risikoärmer als früher angenommen.

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