Wellness als Sinnquelle: 26 Wege lenken den Blick auf eigene Bedürfnisse
Veröffentlicht am: 15.10.2026 um 14:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Wissenschaftliche und beratende Beiträge definieren Wellness zunehmend als eine empirisch identifizierte Sinnquelle. Statt reiner Erholung soll der bewusste Umgang mit dem eigenen Wohlbefinden dabei unterstützen, die Aufmerksamkeit wieder auf persönliche Bedürfnisse zu lenken und in belastenden Lebensphasen erste Schritte zur Selbsthilfe zu ermöglichen.
Bewusste Selbstwahrnehmung als Ausgangspunkt
Nach Erkenntnissen der Sinnforscherin Tatjana Schnell, Professorin für existenzielle Psychologie an der MF Specialized University Oslo, stellt Wellness eine von insgesamt 26 empirisch identifizierten Sinnquellen dar. Als solche wirkt sie insbesondere dann, wenn Menschen sich selbst bewusst wahrnehmen und achtsam mit den eigenen Notwendigkeiten umgehen.
Dieser Fokus auf die individuellen Bedürfnisse könne neue Energie für die Bewältigung des Alltags freisetzen. Als leitender Impuls gilt dabei die wiederkehrende Reflexion darüber, was dem Einzelnen im Tagesverlauf tatsächlich guttut und in welchem Umfang hierfür gezielt Zeiträume freigehalten werden.
Krisenbewältigung und innere Selbstregulation
In Phasen akuter Belastung sehen Experten die Eigenwahrnehmung als wesentlichen Ankerpunkt. Eine gemeinsame Veröffentlichung von Hartmut Schröder, Thomas Doell, Maria Hempel und Petra Wiechel verdeutlicht, dass die Bewältigung von Krisen primär bei den eigenen Verhaltensmustern und nicht bei äußeren Rahmenbedingungen ansetzt.
Zu den zentralen Faktoren zählen hierbei die Förderung von Selbstmitgefühl anstelle von Selbstmitleid, das bewusste Innehalten durch Atmen und Zuhören bei eskalierenden Situationen sowie das physiologische Prinzip der Selbstregulation innerhalb des persönlichen Handlungsspielraums.
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Ergänzend weist die Medizinerin Dunja Voos darauf hin, dass innere Ruhe auch angesichts gravierender äußerer Krisen wie familiären oder rechtlichen Konflikten erreichbar bleibe. Zwar seien äußere Umstände häufig nicht direkt beeinflussbar, die eigene innere Haltung jedoch schon. Dabei wirke Vertrauen als zentraler Schlüssel, während anhaltendes Misstrauen leicht in einen belastenden Teufelskreis führe.
Physiologische Zusammenhänge und Stressabbau
Die Relevanz von Ruhephasen wird auch durch die Betrachtung körperlicher Mechanismen untermauert. Der Allgemein- und TCM-Mediziner Georg Weidinger betont, dass rund zwei Drittel aller Erkrankungen auf Stress zurückzuführen sind, wobei vor allem chronische Belastungen das Hauptproblem darstellen.
Als Gegenmaßnahmen führt er neben Schlafgewohnheiten ohne abendliche Bildschirme und Bewegung auch die gezielte Reduktion des täglichen Programms sowie kurze Ruhephasen an.
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Ebenso stützen Modelle der Körperkompetenz diese Verbindung: Die fies Faktoren Bewegung, Ernährung, Entspannung und Schlaf sind eng mit dem menschlichen Nervensystem verknüpft. So aktiviert körperliche Aktivität die Muskulatur und unterstützt Gemüt und Kreislauf, während Gehirn und Verdauungstrakt über hormonelle Botenstoffe und den Vagusnerv interagieren.
Auch der Aufenthalt im Freien leistet einen Beitrag. Laut der Lebensleicht Akademie deuten Studien zum sogenannten Waldbaden darauf hin, dass bereits Aufenthalte von zehn bis zwanzig Minuten im Grünen beruhigend auf den Blutdruck wirken und Stresshormone senken können, wenngleich die genauen Wirkungsweisen wissenschaftlich noch nicht vollständig geklärt sind.
