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Windows lenkt Nutzer systematisch zu Edge: Mozilla belegt Design-Tricks

Veröffentlicht: 17.07.2026 um 20:04 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Mozilla wirft Microsoft irrefĂĽhrendes Design vor. Eine Studie belegt systematische Lenkung zu Edge, die EU profitiert vom DMA.

Mozilla-Studie: Microsoft lenkt Windows-Nutzer gezielt zu Edge
Digitales Labyrinth mit einem blauen 'E'-Symbol in der Mitte, umgeben von verdeckten Symbolen anderer Webbrowser. Illustration mit AI erstellt ĂĽbermittelt durch boerse-global.de

Neuer Bericht belegt: Windows lenkt Nutzer systematisch zu Edge um.

Der Streit um den Browser-Markt verschärft sich. Mozilla hat Microsoft in einer aktuellen Untersuchung vorgeworfen, mit irreführenden Design-Tricks die Nutzer von Windows 10 und 11 gezielt zum hauseigenen Edge-Browser zu drängen. Die Studie mit dem Titel "Over the Edge 2.0" wurde von den Experten Dr. Harry Brignull und Cennydd Bowles erstellt und am heutigen Freitag veröffentlicht.

Systematische Lenkung durch Windows-Komponenten

Die Ergebnisse sind deutlich: Klickt ein Nutzer auf Links in der Windows-Suche oder in den Windows-Widgets, öffnen sich diese laut Bericht häufig in Edge – und zwar unabhängig davon, welcher Browser als Standard eingestellt ist. Selbst wer bewusst Chrome herunterladen möchte, wird auf der Download-Seite von Google mit einem auffälligen Banner konfrontiert, das zum Verbleib bei Edge rät.

Besonders ärgerlich für Umsteiger: Das Windows-Backup-Tool übernimmt die gespeicherten Standard-Browser-Einstellungen nicht. Wer auf ein neues Gerät wechselt, landet automatisch wieder bei Edge. Auch Microsofts KI-Assistent Copilot öffnet alle verlinkten Inhalte ausnahmslos im eigenen Browser – egal, was der Nutzer bevorzugt.

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Mozilla bezeichnet diese Praktiken als schädliches Design, das den Wettbewerb unterdrücken soll. Windows hat weltweit einen Marktanteil von rund 65 Prozent, etwa 1,4 Milliarden Nutzer sind betroffen.

Regionale Unterschiede – EU profitiert vom DMA

Die Forscher testeten die Vorgehensweise in mehreren Ländern, darunter die USA, Großbritannien, Indien und Deutschland. Das Ergebnis: Die Nutzererfahrung hängt stark vom Wohnort ab.

Im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) erleben Anwender eine fairere Auswahl. Mozilla führt das auf den Digital Markets Act (DMA) zurück, der Microsoft dazu zwingt, bestimmte Lenkungsmechanismen zu unterlassen. Außerhalb der EU bleiben die Tricks dagegen bestehen.

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Besonders problematisch ist die Lage in Indien, wo rund 43 Prozent der Windows-Nutzer noch auf Windows 10 arbeiten. Mozilla fordert daher weltweit einheitliche Standards für die Browser-Wahl – die Schutzmaßnahmen des DMA sollten global gelten.

Zeit der Plattform-Wächter läuft ab

Der Vorstoß gegen Microsoft kommt nicht von ungefähr. Auch andere Tech-Riesen stehen unter Druck. Erst heute verhängten die EU-Kommissare neue Auflagen gegen Google: Der Suchmaschinen-Konzern muss sein Android-Betriebssystem und seine Suchdaten für Wettbewerber öffnen. Konkret geht es um die Weitergabe von Suchdaten an KI-Chatbots und konkurrierende Suchmaschinen – bis Anfang 2027.

Während Microsoft also in der Kritik steht, kampft das Unternehmen gleichzeitig mit internen Sicherheitsproblemen. Der Juli-Patch-Day 2026 war mit 570 behobenen Sicherheitslücken ein Rekord. Darunter drei Zero-Day-Schwachstellen, die teils mit einer neuen KI-gestützten Scan-Technik namens MDASH entdeckt wurden. Trotz dieser Fortschritte zeigt der Mozilla-Bericht: Die Software-Design-Entscheidungen des Konzerns bleiben ein massiver Zankapfel – für Wettbewerber und Verfechter eines offenen Internets.

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