WinterglÀtte, Senioren

WinterglĂ€tte fĂŒr Senioren: BGW empfiehlt kurze Schritte und Profilsohlen

Veröffentlicht am: 02.11.2026 um 08:05 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Gesundheitsfaktoren erhöhen die Sturzgefahr im Alter; BGW und Feuerwehr Hattingen vermitteln Maßnahmen zur Vorbeugung.
Vereiste Treppenstufen im Freien bei winterlichen Bedingungen, die eine Rutschgefahr darstellen. Illustration mit AI erstellt.

In den kĂ€lteren Monaten steigt die Gefahr witterungsbedingter Gefahren auf Straßen und Gehwegen spĂŒrbar an. Berichte der Berufsgenossenschaft fĂŒr Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) verdeutlichen, dass Personen ab einem Alter von 50 Jahren ein erhöhtes Risiko fĂŒr Rutsch- und SturzunfĂ€lle tragen. Vor diesem Hintergrund heben Fachleute die Notwendigkeit gezielter Sicherheitsschulungen und prĂ€ventiver Maßnahmen hervor.

WegeunfÀlle im Altersvergleich

Eine Hochrechnung der BGW fĂŒr ihre ĂŒber 7,5 Millionen Versicherten zeigt deutliche Unterschiede zwischen den Altersgruppen. In einer Auswertung fĂŒr das Jahr 2013 entfielen auf Versicherte ĂŒber 50 Jahre 29 Prozent der gravierenderen WegeunfĂ€lle insgesamt. Bei den Stolper-, Rutsch- und SturzunfĂ€llen lag ihr Anteil jedoch bei rund 40 Prozent.

Im Gegensatz dazu verhielt es sich bei den Versicherten bis zu einem Alter von 30 Jahren umgekehrt: Sie machten 33 Prozent der erfassten WegeunfÀlle insgesamt aus, stellten aber nur 23 Prozent der Betroffenen bei Stolper-, Rutsch- und SturzunfÀllen.

BerĂŒcksichtigt wurden in diesen Auswertungen WegeunfĂ€lle, die eine ArbeitsunfĂ€higkeit von mehr als drei Tagen nach sich zogen. Weiteren Aufschluss ĂŒber die HintergrĂŒnde liefert eine Literaturanalyse im Rahmen der Initiative „Aktion: Sicherer Auftritt“, die Ursachen solcher UnfĂ€lle untersucht; die Gesamtstudie soll als BGAG-Report erscheinen.

Gesundheitliche Einflussfaktoren und Risiken im Alter

Neben Ă€ußeren WitterungseinflĂŒssen spielen gesundheitliche Voraussetzungen eine zentrale Rolle beim Sturzgeschehen im Alter. Eine Untersuchung eines Teams des Robert Koch-Instituts (RKI) um Giselle Sarganas belegt die HĂ€ufigkeit: Ein Jahr nach der Erhebung wiesen 46,7 Prozent der ab 80-JĂ€hrigen mindestens einen Sturz auf, wĂ€hrend 33,6 Prozent zwei oder mehr StĂŒrze erlitten.

Anzeige

Schwindel und plötzliche Unsicherheit können oft mit der tĂ€glichen Medikation zusammenhĂ€ngen, besonders bei Personen ab 60 Jahren. Dieser kostenlose PDF-Ratgeber informiert ĂŒber riskante Wirkstoffe und zeigt sichere Alternativen auf, um Sturzgefahren proaktiv zu senken. StĂŒrze und Schwindel vermeiden: Die Priscus-Liste jetzt kostenlos anfordern

In einer ersten Analyse identifizierten die Forschenden des RKI mehrere Faktoren, die mit einem gesteigerten Sturzrisiko einhergingen. Die Einnahme sturzfördernder Medikamente (FRID) war mit einem um 93 Prozent erhöhten Risiko verbunden.

Adipositas steigerte das Risiko um das 2,29-Fache, Depressionen um das 2,17-Fache und Mehrfacherkrankungen fĂŒhrten zu einer Verdopplung. SehbeeintrĂ€chtigungen gingen mit einem Anstieg um 85 Prozent einher, Harninkontinenz um 79 Prozent und GedĂ€chtnisprobleme um 71 Prozent.

Nach der statistischen Bereinigung aller Einflussfaktoren blieben insbesondere Harninkontinenz mit einem Plus von 65 Prozent, Depressionen mit 61 Prozent und SehbeeintrÀchtigungen mit 41 Prozent bedeutsame Risikofaktoren. Der Einfluss von FRID lag nach der Bereinigung bei einem Risikoanstieg von 59 Prozent und damit knapp unter der Grenze statistischer Relevanz.

Anzeige

Da SehbeeintrĂ€chtigungen ein erhebliches Sicherheitsrisiko im Alltag darstellen, ist eine regelmĂ€ĂŸige ÜberprĂŒfung der Augen besonders im Alter entscheidend. Mit diesem schnellen Online-Sehtest erhalten Sie in nur 3 Minuten eine erste EinschĂ€tzung zu Ihrer Sehkraft bequem von zu Hause aus. Kostenlosen 3-Minuten-Sehtest jetzt durchfĂŒhren

Zu den am hĂ€ufigsten eingenommenen FRID gehörten Diuretika mit 37,9 Prozent, Opioide mit 11,9 Prozent, Alphablocker mit 9 Prozent, Antidepressiva mit 8,8 Prozent, Antiepileptika mit 8,1 Prozent sowie gefĂ€ĂŸerweiternde Mittel mit 5,3 Prozent.

Praktische Maßnahmen zur SturzprĂ€vention

Um das Unfallrisiko zu senken, rĂ€t die BGW zu angepassten Verhaltensweisen im Alltag. FußgĂ€nger sollten bei GlĂ€tte langsam gehen und kurze Schritte machen. Zudem wird das Tragen von profiliertem Schuhwerk empfohlen.

Bei Schnee und Eis können Spikes zusÀtzlichen Halt bieten, sollten jedoch vor dem Betreten von GebÀuden abgelegt werden. Betreiber und BeschÀftigte sollten zudem darauf achten, Eingangsbereiche trocken zu halten und eine ausreichende Beleuchtung sicherzustellen.

Dass StĂŒrze im Alltag hĂ€ufig unterschĂ€tzt werden, greifen auch regionale Schulungsinitiativen auf. So vermittelt die Feuerwehr Hattingen in Kursen fĂŒr Senioren konkrete Maßnahmen zur Risikominimierung sowie Grundlagen der Notfallhilfe, darunter auch praktische Übungen zur Herzdruckmassage an einer Puppe.

Disclaimer...
de | wissenschaft | 70443702 |