Zuckersteuer, Gestaffelte

Zuckersteuer ab 2027: Gestaffelte Abgabe auf Softdrinks kommt

Veröffentlicht: 15.07.2026 um 10:41 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Ab 2027 gilt eine gestaffelte Zuckersteuer auf Softdrinks. Die Bundesregierung erwartet jährliche Mehreinnahmen von 450 Millionen Euro.

Zuckersteuer ab 2027: Staffelung, Einnahmen und Kontroversen
Zuckerwürfel und Münzen, die eine Zuckersteuer symbolisieren, mit verschwommenen medizinischen Elementen im Hintergrund. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Maßnahme ist Teil des GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes, das die Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung sichern soll.

Das gestaffelte Steuermodell

Die neue Regelung orientiert sich am britischen Vorbild. Getränke mit weniger als 5 Gramm Zucker pro 100 Milliliter bleiben steuerfrei. Liegt der Zuckergehalt zwischen 5 und 8 Gramm, zahlen Hersteller 26 Cent pro Liter. Ab 8 Gramm werden 32 Cent fällig.

Die Bundesregierung erwartet jährliche Einnahmen von rund 450 Millionen Euro. Finanzminister Klingbeil erklärte: „Produkte, die die Gesundheit beeinträchtigen, sollen künftig preislich stärker belastet werden."

Fachgesellschaften wie die Deutsche Diabetes Gesellschaft begrüßen den Schritt. Sie mahnen jedoch an, dass Deutschland im internationalen Vergleich der Präventionsmaßnahmen nur hintere Plätze belegt.

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Kontroversen in der Lebensmittelbranche

Die Wirtschaft reagiert gespalten. Aldi Süd signalisierte in einem Positionspapier Unterstützung – unter Bedingungen: Die Abgabe muss auf Softdrinks beschränkt bleiben, eine Übergangsfrist von 18 Monaten gewährt werden, und Milchgetränke sowie reine Fruchtsäfte sollen ausgenommen bleiben.

Die Rewe-Gruppe reagierte abwartend, Edeka lehnt die Steuer ab. Scharfe Kritik kommt von Branchenverbänden wie dem Lebensmittelverband Deutschland. Über 300 Unternehmen der Getränkewirtschaft protestierten in einem offenen Brief. Die Zuckerwirtschaft warnt vor möglichen Arbeitsplatzverlusten.

Das Gesetz sieht zudem eine Erhöhung der Schaumweinsteuer um 20 Prozent vor.

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Weitere Belastungen für Versicherte

Die Zuckersteuer ist nur ein Teil des Reformpakets. Bereits 2027 steigt die Beitragsbemessungsgrenze um monatlich 300 Euro auf 6.112,50 Euro.

Weitere Änderungen folgen:

  • Zuzahlungen: Die Kosten für Medikamente steigen um 50 Prozent. Die Mindestzuzahlung liegt bei 7,50 Euro, der Höchstbetrag bei 15 Euro.
  • Familienversicherung: Ab Januar 2028 wird die bisher beitragsfreie Familienversicherung teilweise kostenpflichtig. Für Angehörige fällt eine Abgabe von 2,5 Prozent des Einkommens an.
  • Teilkrankschreibung: Ab Juli 2028 soll ein neues Modell flexiblere Rückkehroptionen in den Arbeitsprozess ermöglichen.

Während die Ärzteschaft die Steuer auf Tabak, Alkohol und Süßgetränke als wichtigen Beitrag zur Volksgesundheit unterstützt, betonen Sozialverbände die zusätzliche Belastung der Versicherten.

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