Zügiges Gehen: Studie sieht bis zu 43 Prozent weniger Sterberisiko
Veröffentlicht am: 03.10.2026 um 09:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Tägliches Spazierengehen wird in zahlreichen Ratgebern als Methode thematisiert, um das Körpergewicht zu reduzieren. Die moderate Fortbewegung gilt dabei als gelenkschonende Alternative zu sportlichen Belastungen mit höherer Intensität wie Joggen oder Radfahren. Wissenschaftliche Erhebungen und Fachleute ordnen den Nutzen des Gehens für den Stoffwechsel, das Herz-Kreislauf-System und die Lebenserwartung ein.
Gewichtsverlust und Kalorienverbrauch im Überblick
Untersuchungen weisen darauf hin, dass regelmäßige tägliche Spaziergänge in Kombination mit einer fettarmen Ernährung sowohl das Körpergewicht als auch den Körperfettanteil und den Blutdruck verbessern können.
Bei übergewichtigen Frauen zeigten Untersuchungen, dass Einheiten von 30 oder 60 Minuten Gehen an fünf Tagen in der Woche zu vergleichbaren Verbesserungen führten. Ein längerer Spaziergang zog dabei nicht zwingend eine stärkere Gewichtsabnahme nach sich.
Wie viele Kalorien beim Gehen verbrannt werden, hängt vom individuellen Körpergewicht und der Geschwindigkeit ab. Berechnungen der Harvard Medical School zeigen, dass eine Person mit 70 Kilogramm Körpergewicht bei einem Tempo von 6,4 km/h in 30 Minuten etwa 186 Kilokalorien verbraucht.
Bei einem Körpergewicht von 84 Kilogramm liegt der Wert im selben Zeitraum bei etwa 222 Kilokalorien. Auf eine Dauer von 60 Minuten hochgerechnet entspricht dies einem Verbrauch von rund 372 beziehungsweise 444 Kilokalorien.
Schrittzahlen und das Tempo im Fokus der Forschung
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Das Gehen unterstützt die Herzgesundheit und kann die Gewichtsabnahme fördern, ersetzt jedoch kein gezieltes Kraft- oder anaerobes Training. Neue Einblicke in den Zusammenhang zwischen Schrittzahlen und Lebenserwartung liefert eine 2026 im Fachblatt „British Journal of Sports Medicine“ veröffentlichte Untersuchung der Monash University und der University of Sydney.
Das Forschungsteam analysierte Daten von 64.743 Teilnehmenden mittleren Alters aus der UK Biobank, deren Bewegung zwischen 2013 und 2015 über sieben Tage hinweg mittels Aktivitätstrackern aufgezeichnet worden war.
Die Auswertung ergab, dass sowohl eine geringere Schrittzahl bei höherem Tempo als auch ein höheres Schrittvolumen bei moderatem Tempo mit einem um bis zu 43 Prozent reduzierten Risiko eines vorzeitigen Todes einhergingen. Konkret hervorgehoben wurden weniger als 5.000 Schritte täglich bei schnellerem Gang sowie 5.000 bis 7.500 Schritte bei langsamerem Schritttempo.
Die Forschenden wiesen darauf hin, dass das populäre Ziel von 10.000 Schritten pro Tag ursprünglich auf eine japanische Marketingkampagne der 1960er-Jahre zurückgehe und nicht auf empirischen Befunden basiere. Zügiges Gehen definierten die Wissenschaftler dadurch, dass Betroffene merklich schwerer atmen und zwar noch kurze Sätze sprechen, aber nicht mehr ohne Weiteres singen können.
Medizinische Bewegungsempfehlungen
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Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt für Erwachsene mindestens 150 Minuten an moderater bis intensiver körperlicher Betätigung pro Woche, was durch zügiges Gehen, Radfahren oder Joggen erreicht werden kann. Der Sportmediziner Hans-Georg Predel rät ergänzend zu drei- bis viermaligen Spaziergängen oder Radeinheiten pro Woche.
Um Muskeln gezielt zu stärken, empfiehlt er zusätzlich ein- bis zweimal wöchentlich isometrische und kräftigende Übungen über eine Dauer von 15 bis 20 Minuten. Vorab sei eine fachliche Einweisung ratsam, zudem solle Pressatmung vermieden werden.
Auch bei gesundheitlichen Beschwerden bietet das Gehen Optionen zur Mobilisierung. Liegen akute Rückenschmerzen vor, empfehlen Fachleute, starke Belastungen vorübergehend zu vermeiden, aber dennoch aktiv zu bleiben. Als geeignete und schonende Bewegungsformen gelten in solchen Phasen Spaziergänge sowie Schwimmen.
