Gabriel drÀngt auf wirtschaftliche und militÀrische StÀrkung der EU
08.12.2025 - 13:35:10 | dts-nachrichtenagentur.de
Der frĂŒhere Vizekanzler und AuĂenminister und heutige Vorsitzende der Atlantik-BrĂŒcke, Sigmar Gabriel (SPD), pocht angesichts des neuen US-Strategiepapiers auf mehr europĂ€ische StĂ€rke in Wirtschaft und MilitĂ€r.
Sigmar Gabriel (Archiv) - Bild: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
"Die neue US-Strategie kann uns eigentlich nicht ĂŒberraschen, denn sie enthĂ€lt all das, was wir seit Monaten von der Trump-Administration gehört haben", sagte Gabriel der "Rheinischen Post" (Dienstagsausgabe). "Nicht zuletzt durch die Rede von VizeprĂ€sident J.D. Vance auf der letzten Sicherheitskonferenz oder die schlichte Ăbernahme der russischen Position gegenĂŒber der Ukraine", fĂŒgte er hinzu.
"Wenn man all das, was wir in den letzten Monaten so von der US-Regierung gehört oder gelesen haben, bei ChatGPT eingeben wĂŒrde, kĂ€me vermutlich das heraus, was wir jetzt als `neue` US-Sicherheitsstrategie zu lesen bekommen", sagte Gabriel. "FĂŒr Europa kann das doch nur heiĂen: Endlich wirtschaftlich stĂ€rker werden, weil nur das auch unsere bisherigen Partner in den USA beeindrucken wird. `Liebedienerei` bringt gegenĂŒber Donald Trump gar nichts", mahnte Gabriel.
"MilitĂ€risch sollten wir innerhalb der Nato - und auf keinen Fall auĂerhalb der Nato - einen starken europĂ€ischen Pfeiler zusammen mit GroĂbritannien und Kanada aufbauen. Innerhalb der Nato, weil wir die USA nicht freiwillig aus ihren BĂŒndnisverpflichtungen entlassen dĂŒrfen", sagte Gabriel.
"Und nicht innerhalb der EU, weil es dort viel zu lange dauert und immer wieder Vetospieler wie Ungarn den Fortschritt verhindern. FĂŒr unsere Sicherheitspolitik kann dieser europĂ€ische Pfeiler innerhalb der Nato auch bedeuten, mit anderen Partnern auĂerhalb der Nato dort zusammenzuarbeiten, wo es fĂŒr unsere Sicherheit Vorteile bringt, selbst wenn die USA keine Ausdehnung der Nato wollen", so der frĂŒhere AuĂenminister.