EU erkennt Migrationsdruck an â Bundesregierung zufrieden
12.11.2025 - 15:00:33 | dpa.de
Die Bundesregierung ist zufrieden, dass Deutschland ĂŒber den neuen SolidaritĂ€tsmechanismus der EuropĂ€ischen Union im kommenden Jahr absehbar keine irregulĂ€ren Migranten von anderen EU-Staaten ĂŒbernehmen muss. «Deutschland wurde von der Kommission als unter der Gefahr von Migrationsdruck stehend eingestuft, das begrĂŒĂen wir sehr», sagt eine Sprecherin des Innenministeriums.Â
Die EU-Kommission habe ausdrĂŒcklich anerkannt, dass Deutschland neben der besonders hohen Zahl unerlaubter Einreisen im betrachteten Zeitraum, aufgrund der hohen Zahl von AsylantrĂ€gen in den vergangenen zehn Jahren und durch die Aufnahme vieler ukrainischer Schutzsuchender besonders belastet sei.Â
SolidaritÀtsmechanismus ist Teil einer Reform
Die geplante Reform des Gemeinsamen EuropĂ€ischen Asylrechts (GEAS) sieht zwar vor, dass AuĂengrenzstaaten wie Italien, Griechenland und Spanien wegen eines hohen Migrationsdrucks kĂŒnftig Anrecht auf SolidaritĂ€t anderer EU-Staaten haben. Der SolidaritĂ€tsmechanismus sei im Detail aber noch nicht genau ausgearbeitet, sagt Regierungssprecher Stefan Kornelius.Â
Deutschland wird zu der Gruppe von LĂ€ndern gerechnet, die im kommenden Jahr Gefahr laufen könnten, aufgrund hoher Ankunftszahlen oder Belastungen der Aufnahmesysteme unter hohen Migrationsdruck zu kommen. Sie mĂŒssen SolidaritĂ€t leisten, wenn sie sich nicht wie Deutschland die Bearbeitung von AsylantrĂ€gen anrechnen lassen können, fĂŒr die sich eigentlich nicht zustĂ€ndig wĂ€ren. «Die wichtigste Schlussfolgerung fĂŒr Deutschland ist daraus, dass Deutschland 2026 keine Migranten aus anderen EU-Staaten aufnehmen muss», erklĂ€rt der Regierungssprecher.Â
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) sagte, der SolidaritĂ€tsmechanismus sei als ein Teil der GEAS-Reform wichtig, «weil wir eine faire Lastenverteilung in Europa brauchen». Auf die Frage, ob Polen und Ungarn, die dieses Instrument skeptisch sehen, den Erfolg der Reform verhindern könnten, antwortete der Minister: «Mein Eindruck ist, dass auch die Anliegen Ungarns in dem aktuell vorgeschlagenen SolidaritĂ€tsmechanismus BerĂŒcksichtigung finden.» Er sei zudem bereit, mit Vertretern Ungarns und Polens GesprĂ€che dazu zu fĂŒhren.
Verweis auf frĂŒhere Belastungen
EU-Innenkommissar Magnus Brunner hatte zu den Ergebnissen der jĂŒngsten Analyse erklĂ€rt, es sei offensichtlich, dass Deutschland schon vor dem Inkrafttreten des neuen Asylpakts einen groĂen Teil dieser SolidaritĂ€t getragen habe. Die Bundesrepublik werde daher erheblich von der Reform des Asyl- und Migrationssystems profitieren â insbesondere durch die neuen Aufgaben der Mitgliedstaaten an den AuĂengrenzen.
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