G7 will Druck auf Russland erhöhen
16.06.2026 - 13:34:25 | dpa.deDie USA und fĂŒhrende europĂ€ische Staaten wollen den Druck auf Russland weiter erhöhen und eine Lösung fĂŒr den Ukraine-Krieg erzwingen. Beim G7-Gipfel im französischen Ăvian stimmten nach Angaben aus der deutschen Delegation die Staats- und Regierungschefs - inklusive US-PrĂ€sident Donald Trump - ĂŒberein, dass sich die Lage der Ukraine auf dem Schlachtfeld deutlich verbessert habe.Â
 «Druck auf Russland erhöht werden muss»
«Sie waren sich einig, dass die UnterstĂŒtzung der Ukraine erhöht werden muss und der Druck auf Russland erhöht werden muss», hieĂ es. Neben Trump und dem ukrainischen PrĂ€sidenten Wolodymyr Selenskyj nahmen an den Beratungen Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sowie die EU-Spitzen und die Staats- und Regierungschefs von Frankreich, GroĂbritannien, Italien, Kanada und Japan teil.Â
«Die Dynamik hat sich geĂ€ndert, die Ukraine ist in einer Situation der StĂ€rke. Russland kann den Krieg nicht gewinnen, und Russland steht unter Druck», hieĂ es weiter. «Insofern haben wir eine Ănderung in der TonalitĂ€t festgestellt.»Â
Starmer und von der Leyen sehen Ukraine im Aufwind
Auch EU-KommissionsprĂ€sidentin Ursula von der Leyen und der britische Premier Keir Starmer zeigten sich nach den Beratungen optimistisch, dass in die BemĂŒhungen um ein Ende des Krieges neue Bewegung kommt. «Das Blatt wendet sich fĂŒr die Ukraine», erklĂ€rte von der Leyen. WĂ€hrend die Ukraine mutig die Front halte, zeige sich Russlands Erschöpfung offen. Die Lage im Jahr 2026 unterscheide sich stark von der im Jahr 2025.Â
«Es gab einen wirklichen Konsens im Raum bei den G7 darĂŒber, dass die Sanktionen echt Wirkung zeigen angesichts der Tatsache, dass die Ukraine Erfolge hat und Gebiete zurĂŒckerobert», sagte Starmer.
GroĂbritannien und Kanada verhĂ€ngen neue Russland-Sanktionen
GroĂbritannien und Kanada kĂŒndigten unter anderem Sanktionen gegen Russlands Schattenflotte und RĂŒstungsindustrie an. Kanadas Premier Mark Carney zufolge sollen 162 Personen, Unternehmen und Schiffe neu auf die Sanktionsliste kommen. GroĂbritannien verhĂ€ngt 70 neue Sanktionen gegen Russlands Schattenflotte, Lieferketten im RĂŒstungsbereich und illegale Finanznetzwerke zur Umgehung bisheriger Sanktionen. Dabei soll die Beschaffung westlicher Technologie fĂŒr das russische MilitĂ€r unterbunden werden.
EuropĂ€er wollen an den VerhandlungstischÂ
Die USA sind bisher alleiniger Vermittler zwischen der Ukraine und Russland. Die BemĂŒhungen Trumps und seiner Regierung um ein Ende des Krieges brachten bislang allerdings keine greifbaren Ergebnisse und waren wĂ€hrend des Krieges gegen den Iran nahezu zum Erliegen gekommen. Deutschland, Frankreich und GroĂbritannien wollen sie nun wieder in Gang bringen. Im Fall neuer Verhandlungen wollen die EuropĂ€er mit am Tisch sitzen.
GesprÀchsangebot an Putin?
Erwogen wird nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur, Russlands PrÀsident Wladimir Putin ein neues GesprÀchsangebot zu machen. Theoretisch könnten etwa am Rande der nÀchsten UN-Generalversammlung Verhandlungen organisiert werden, hieà es von G7-Teilnehmern.
Trump will sich ein weiteres Mal mit Selenskyj treffen
Trump kĂŒndigte am Mittag bereits an, sich nach der gröĂeren Runde noch ein weiteres Mal mit Selenskyj auf dem Gipfel treffen zu wollen. Ob es sich um ein ZweiergesprĂ€ch handelt oder weitere Teilnehmer dabei sein werden, lieĂ er zunĂ€chst offen.Â
Selenskyj dankte bei einem Treffen mit Merz fĂŒr die deutsche und europĂ€ische UnterstĂŒtzung bei der Verteidigung des Landes. Vor allem sei es bei dem guten Treffen um die weitere VerstĂ€rkung der ukrainischen Flugabwehr gegangen. Details nannte Selenskyj nicht.
Nach Informationen der dpa berieten die G7-Teilnehmer auch ĂŒber eine gemeinsame ErklĂ€rung zum Ukraine-Krieg.
Ukraine setzt weiter Drohnen gegen Russland ein
Unterdessen setzte die Ukraine ihre Gegenangriffe auf Russland fort. In der Hauptstadt Moskau schoss Russlands Flugabwehr nach Darstellung von BĂŒrgermeister Sergej Sobjanin etwa 60 ukrainische Drohnen ab. Eine Drohne habe ein Objekt auf dem GelĂ€nde einer Moskauer Ălraffinerie getroffen, teilte er mit.Â
Selenskyj lobte Kiews Geheimdienste fĂŒr «ihre effektive Arbeit»; die Raffinerie auf Moskauer Stadtgebiet liege 500 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt. «Russland muss gezwungen werden, den Krieg gegen unser Volk zu beenden», sagte er.
Auch Lage im Nahen Osten G7-Thema
Auch die Lage im Nahen Osten beschĂ€ftigte die Gipfelrunde. Damit das Rahmenabkommen fĂŒr ein Ende des Krieges der USA gegen den Iran nicht in Gefahr gerate, forderte Trump, dass Israel beim Krieg gegen die Hisbollah-Miliz im Libanon verantwortungsvoller handeln mĂŒsse. Israels MinisterprĂ€sident Benjamin Netanjahu «muss mehr Verantwortung zeigen mit Blick auf den Libanon», sagte Trump bei einem Treffen mit Katars Emir Tamim bin Hamad Al Thani am Rande des Gipfels. «Ich bin nicht glĂŒcklich damit, wie Israel sich mit dem Libanon und der Hisbollah verhalten hat.»
