EU, USA

Hate-Aid-Leiterin fordert Standhaftigkeit bei Social-Media-Regeln

09.03.2026 - 00:00:00 | dts-nachrichtenagentur.de

Die von US-Sanktionen betroffene Co-GeschĂ€ftsfĂŒhrerin der Organisation Hate-Aid, Anna-Lena von Hodenberg, fordert von den EuropĂ€ern Standhaftigkeit bei Social-Media-Regeln."Wir sind nur ein Spielball", sagte sie der "Rheinischen Post" (Montagsausgabe) mit Blick auf die Einreiseverbote gegen sie und ihre Kollegin Josephine Ballon.

Anna-Lena von Hodenberg (Archiv) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
Anna-Lena von Hodenberg (Archiv) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
"Den USA geht es um die DrohgebĂ€rde, damit Tech-MilliardĂ€re wie Musk keine Bußgelder zahlen mĂŒssen. Ich reise lieber nie wieder in die USA, als dass ich mit ansehen muss, wie wir EuropĂ€er uns von den Amerikanern erpressen lassen."

Von Hodenberg fĂŒgte hinzu: "Die Bundesregierung und die EU mĂŒssen den USA klarmachen: Wenn eure Unternehmen bei uns Milliarden-Gewinne machen wollen, dann mĂŒssen sie das nach unseren Regeln tun. Was mir am meisten Angst macht, ist, dass der Digital Service Act einfach ausgesetzt wird, weil man die Amerikaner so sehr fĂŒrchtet."

Zugleich bereitet sich Hate-Aid auf die Möglichkeit vor, dass Washington noch schĂ€rfere Sanktionen verhĂ€ngt. "Seit Januar machen Josephine Ballon und ich nichts anderes, als herauszufinden, wie wir uns neu aufstellen, damit wir auch bei VerschĂ€rfung der Sanktionen unsere Arbeit machen können. Wir sichern unsere Daten und haben unser PayPal-Konto leergerĂ€umt. Hate-Aid ist eine Organisation mit 60 Mitarbeitenden, die wir bezahlen mĂŒssen - auch das haben wir umorganisiert."

Von Hodenberg sagte: "Solche Sanktionen können die privatesten Bereiche treffen: Ich habe etwa meine Fotos von Google heruntergeladen und anderweitig gespeichert, außerdem wichtige Dokumente in meinem E-Mail-Account. Von den Einreiseverboten sind auch unsere Familien betroffen - nur wissen wir nicht, wer als Familie gilt: nur die unmittelbaren oder auch entfernte Verwandte?"

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