Krieg, Ukraine

Drei Jahre Krieg: Ukraine erhält Milliardenhilfen und kämpft

Veröffentlicht: 24.02.2025 um 16:22 Uhr, dpa.de

Auch nach drei Jahren Kampf gegen den russischen Angriff ist der Wille zum Sieg in der Ukraine ungebrochen. Die EU und andere westliche Staaten helfen. Für Russland gibt es neue Sanktionen.

  • Der Kreml macht einen Gegenvorschlag. (Archivbild) - Bild: Ulf Mauder/dpa
    Der Kreml macht einen Gegenvorschlag. (Archivbild) - Bild: Ulf Mauder/dpa
  • Kündigt in Kiew weitere Unterstützung für die Ukraine an: Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. - Bild: Ansgar Haase/ENR Pool/dpa
    Kündigt in Kiew weitere Unterstützung für die Ukraine an: Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. - Bild: Ansgar Haase/ENR Pool/dpa
  • Im russischen Gebiet Kursk sind laut dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj keine Streitkräfte eingekreist. (Archivbild)  - Bild: Ukrinform/dpa
    Im russischen Gebiet Kursk sind laut dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj keine Streitkräfte eingekreist. (Archivbild) - Bild: Ukrinform/dpa
  • Zehntausende ukrainische Verteidiger sind im Kampf gegen den russischen Angriffskrieg bisher gefallen. - Bild: Efrem Lukatsky/AP/dpa
    Zehntausende ukrainische Verteidiger sind im Kampf gegen den russischen Angriffskrieg bisher gefallen. - Bild: Efrem Lukatsky/AP/dpa
Der Kreml macht einen Gegenvorschlag. (Archivbild) - Bild: Ulf Mauder/dpa Kündigt in Kiew weitere Unterstützung für die Ukraine an: Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. - Bild: Ansgar Haase/ENR Pool/dpa Im russischen Gebiet Kursk sind laut dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj keine Streitkräfte eingekreist. (Archivbild)  - Bild: Ukrinform/dpa Zehntausende ukrainische Verteidiger sind im Kampf gegen den russischen Angriffskrieg bisher gefallen. - Bild: Efrem Lukatsky/AP/dpa

Die Ukraine hat zum dritten Jahrestag der russischen Invasion Hilfszusagen in Milliardenhöhe erhalten und ihren Verteidigungswillen betont. «Europa ist hier, um die Ukraine in diesem entscheidenden Moment zu stärken», sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in Kiew. Zahlreiche westliche Staats- und Regierungschef, darunter auch der kanadische Premier Justin Trudeau, würdigten in der ukrainischen Hauptstadt den Kampf des Landes gegen den russischen Angriffskrieg. Der Krieg bleibe die zentrale und folgenschwerste Krise für die Zukunft Europas, sagte von der Leyen.

Die EU zieht angesichts der schwierigen Lage in dem Land eine geplante Hilfszahlung vor. Von der Leyen kündigte in Kiew an, dass bereits im März weitere 3,5 Milliarden Euro an das von Russland angegriffene Land überwiesen werden. Das Geld ist ein Darlehen, das mit Zinserträgen aus der Verwahrung von eingefrorenem Staatsvermögen Russlands zurückgezahlt wird.

Auch Kanada, Spanien, Norwegen, Finnland und andere Staaten sicherten der ums Überleben kämpfenden Ukraine finanzielle Unterstützung zu - insgesamt zehn Milliarden Euro, wie Medien in der Ukraine ausrechneten. 

Kremlchef Wladimir Putin hatte den Krieg am 24. Februar 2022 in den frühen Morgenstunden begonnen. Einschließlich der bereits 2014 annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim kontrolliert Russland inzwischen etwa 20 Prozent des ukrainischen Gebiets. Die russische Armee ist weiter auf dem Vormarsch.

Selenskyj und Umjerow würdigen heldenhaften Kampf

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj würdigte nach drei Jahren Kampf gegen die russischen Angreifer den Widerstand des Landes als heldenhaft. «Ewiges Gedenken an alle, die sich für die Verteidigung unseres Staates und unseres Volkes eingesetzt und ihr Leben gegeben haben, damit die Ukraine leben kann», schrieb er auf der Plattform X. Bei sonnigem Wetter ehrte Selenskyj mit angereisten Staatsgästen die Zehntausenden Gefallenen des Krieges - vor einem Meer an ukrainischen Fähnchen im Zentrum von Kiew.

Verteidigungsminister Rustem Umjerow betonte zum dritten Jahrestag den Kampfeswillen des Landes. Die Ukraine sei stärker geworden. «Ukrainische Soldaten kämpfen um jeden Meter unseres Landes», schrieb er auf X. «Das ganze Land arbeitet für den Sieg.» Die Ukraine habe der Welt ihre Stärke gezeigt.

«Heute ist die Ukraine ein starker Schutzschild in Europa. Wir haben einen Feind gestoppt, der die gesamte demokratische Welt bedroht», sagte Umjerow. Er rief den Westen auf, die Ukraine so lange zu unterstützen, bis der letzte russische Besatzer das Land verlassen habe. «Unser Sieg ist die Sicherheit für die ganze freie Welt.»

Der Kampf gehe weiter, sagte Umjerow. «Um zu gewinnen, brauchen wir entschlossene Aktionen unserer Verbündeten. Nur zusammen können wir unsere Grenzen wiederherstellen, unsere Gefangenen befreien und Russland dazu bringen, für seine Verbrechen zu bezahlen.»

Von der Leyen warnt vor Putin

«Putin versucht mehr denn je, diesen Krieg am Boden zu gewinnen. Sein Ziel bleibt die Kapitulation der Ukraine», heißt es in von der Leyens Redetext. Wenn Putin dies gelingen sollte, könnte er nach Einschätzung von Deutschlands früherer Verteidigungsministerin auch andere Länder angreifen. «Es steht nicht nur das Schicksal der Ukraine auf dem Spiel. Es ist das Schicksal Europas», warnt sie.

Mit Blick auf die Gespräche von US-Präsident Donald Trump mit Putin heißt es in dem Text, Autokraten auf der ganzen Welt beobachteten genau, ob man ungeschoren davonkomme, wenn man seinen Nachbarn überfalle und internationale Grenzen verletze. Oder ob es eine echte Abschreckung gebe. Deswegen sei eine Investition in die Souveränität der Ukraine eine Investition in die Verhinderung künftiger Kriege.

Kreml: Keine Voraussetzung für Dialog mit EU

Russland kritisierte den EU-Kurs. «Die Europäer setzen den Weg der Sanktionsbewegung fort – in der Überzeugung, dass der Krieg weitergehen muss», sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow. Zuvor hatte die EU ein weiteres Sanktionspaket verabschiedet, das den seit drei Jahren andauernden russischen Angriffskrieg stoppen - oder zumindest die Kriegsführung für Russland erschweren und kostspieliger machen soll.

«Diese Überzeugung der Europäer steht in völligem Gegensatz zu der Stimmung, einen Weg zur Lösung des Konflikts um die Ukraine zu finden, wie wir das jetzt mit den Amerikanern tun.» Die Gespräche mit den USA werden nach Angaben aus Moskau in dieser Woche fortgesetzt. Russland beklagt immer wieder, dass von der EU anders als von anderen Staaten bisher kein Versuch ausgegangen sei, den Konflikt auf diplomatischem Weg zu lösen. 

Russland will sich erst auf einen Waffenstillstand einlassen, wenn Moskaus Bedingungen dafür erfüllt sind. Dazu gehöre die Anerkennung von Gebietsverlusten durch Kiew und der «verpflichtende kategorische Verzicht des Landes auf eine Nato-Mitgliedschaft», sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow bei einer Pressekonferenz in der türkischen Hauptstadt Ankara. Lawrow traf sich dort mit Präsident Recep Tayyip Erdogan.

EU-Staaten und London beschließen neue Russland-Sanktionen

Das neue EU-Sanktionspaket umfasst weitere Handelsbeschränkungen, Schritte gegen russische Medien sowie Maßnahmen gegen die sogenannte Schattenflotte. Die EU will so vor geplanten Ukraine-Gesprächen von US-Präsident Trump und Kremlchef Putin den Druck auf Russland erhöhen. Im Idealfall könnte dann auch die Chance auf ein faires Abkommen für ein Ende des Krieges erhöht werden. Russland wiederum sieht keinen Platz für die EU am Verhandlungstisch.

Das mittlerweile 16. Sanktionspaket sieht unter anderem ein Verbot von Geschäften mit Häfen und Flughäfen in Russland vor, die zur Umgehung der Preisobergrenze für russisches Öl und anderer Sanktionen genutzt werden. Enthalten sind zudem Exportverbote für chemische Vorprodukte, Chrom, bestimmte Maschinenteile oder Geräte, die wie Videospiel-Controller zur Steuerung von Kampfdrohnen eingesetzt werden können.

Auch Großbritannien verhängte neue Sanktionen. Es handle sich um das größte Sanktionspaket seit den ersten Tagen des Krieges, teilte das Außenministerium in London mit. «Wir müssen den wirtschaftlichen Druck weiter erhöhen, um (Russlands Präsident Wladimir) Putin an einen Punkt zu bekommen, an dem er nicht nur zu Gesprächen, sondern zu Zugeständnissen bereit ist», sagte Premierminister Keir Starmer.

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