Russland, Ukraine

EU hĂ€lt trotz hoher Öl-Preise an Russland-Preisdeckel fest

Veröffentlicht: 15.07.2026 um 18:36 Uhr, dpa.de

Eine Einigung auf ein neues Paket mit Russland-Sanktionen der EU lĂ€sst weiter auf sich warten. Beim Thema Öl setzen die Mitgliedstaaten aber schon einmal ein Zeichen.

Mit dem sogenannten Ölpreisdeckel will die EU Russland die KriegsfĂŒhrung gegen die Ukraine erschweren. (Archivbild) - Bild: Ramon Espinosa/AP/dpa
Mit dem sogenannten Ölpreisdeckel will die EU Russland die KriegsfĂŒhrung gegen die Ukraine erschweren. (Archivbild) - Bild: Ramon Espinosa/AP/dpa

Die EU wird ihr Sanktionssystem zur Begrenzung von Russlands Einnahmen aus Ölexporten trotz der gestiegenen Weltmarktpreise wegen des Iran-Kriegs vorerst nicht lockern. Vertreter der Mitgliedstaaten verstĂ€ndigten sich nach Angaben von Diplomaten darauf, eine eigentlich an diesem Mittwoch anstehende automatische Anpassung bis zum 23. Juli auszusetzen.

Mit dem Iran-Krieg hatte niemand gerechnet

Ohne die Aussetzung hĂ€tte die derzeitige Preisobergrenze von 44,1 US-Dollar pro Barrel (159 Liter) nun deutlich angehoben werden mĂŒssen. Dies sieht eine Regelung vor, die sicherstellen soll, dass die Preisobergrenze den Marktpreisen automatisch folgt und dauerhaft rund 15 Prozent unter dem durchschnittlichen Preis fĂŒr russisches Rohöl liegt. So soll ihre Wirkung zur Begrenzung der russischen Öleinnahmen erhalten bleiben.

An das Szenario eines drastischen Anstiegs der Weltmarktpreise infolge des Iran-Kriegs und der weitgehenden Blockade der Straße von Hormus war bei der Festlegung allerdings nicht gedacht worden. Ohne die Aussetzung hĂ€tte Russland wieder deutlich mehr Geld mit dem Ölexport hĂ€tte verdienen können.

Wochenlanges Ringen um neue Sanktionen

Die Aussetzung ist als Übergangslösung gedacht. Bis kommende Woche Donnerstag soll dann eine Einigung auf ein neues großes Paket mit EU-Sanktionen wegen des anhaltenden russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine stehen. Dieses wird den Planungen zufolge eine lĂ€ngerfristige Aussetzung der Anpassung des sogenannten Ölpreisdeckels beinhalten.

Um den Preisdeckel durchzusetzen, werden Unternehmen, die am Transport von russischem Öl zu einem Preis oberhalb des Preisdeckels beteiligt sind, Sanktionen angedroht. Die Regelung zielt zudem auf Reedereien ab, aber auch auf Unternehmen, die Versicherungen, technische Hilfe sowie Finanzierungs- und Vermittlungsdienste anbieten.

Um das 21. Paket mit neuen EU-Sanktionen gegen Russland wird mittlerweile seit Wochen in BrĂŒssel gerungen. Nach Angaben von Diplomaten erschweren insbesondere nationalstaatliche Interessen die Einigung auf das neue Sanktionspaket. Demnach will etwa Griechenland heimische Reedereien schĂŒtzen, die mit dem Transport von FlĂŒssigerdgas in Drittstaaten Geld verdienen.

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