Libanon, Israel

Trump verkĂŒndet VerlĂ€ngerung der Waffenruhe im Libanon

23.04.2026 - 23:37:36 | dpa.de

Im Zuge des Iran-Kriegs ist der Konflikt zwischen der Hisbollah und Israel erneut eskaliert. Die aktuelle Waffenruhe ist zwar brĂŒchig, soll aber nun um drei Wochen verlĂ€ngert werden.

  • Trump verkĂŒndet eine VerlĂ€ngerung der Waffenruhe zwischen Israel und Libanon um drei Wochen. (Archivbild) - Foto: Hussein Malla/AP/dpa
    Trump verkĂŒndet eine VerlĂ€ngerung der Waffenruhe zwischen Israel und Libanon um drei Wochen. (Archivbild) - Foto: Hussein Malla/AP/dpa
  • Trump verkĂŒndet eine VerlĂ€ngerung der Waffenruhe zwischen Israel und Libanon um drei Wochen. (Archivbild) - Foto: Hussein Malla/AP/dpa
    Trump verkĂŒndet eine VerlĂ€ngerung der Waffenruhe zwischen Israel und Libanon um drei Wochen. (Archivbild) - Foto: Hussein Malla/AP/dpa
Trump verkĂŒndet eine VerlĂ€ngerung der Waffenruhe zwischen Israel und Libanon um drei Wochen. (Archivbild) - Foto: Hussein Malla/AP/dpa Trump verkĂŒndet eine VerlĂ€ngerung der Waffenruhe zwischen Israel und Libanon um drei Wochen. (Archivbild) - Foto: Hussein Malla/AP/dpa

Die aktuell geltende Waffenruhe zwischen der proiranischen Hisbollah-Miliz im Libanon und Israel soll nach Angaben von US-PrĂ€sident Donald Trump um drei Wochen verlĂ€ngert werden. Das teilte er nach einem Treffen von Vertretern der verfeindeten NachbarlĂ€nder Israel und Libanon im Weißen Haus auf seiner Plattform Truth Social mit. Die derzeit geltende, zehntĂ€gige Waffenruhe wĂ€re ohne eine VerlĂ€ngerung am spĂ€ten Sonntagabend ausgelaufen.

Die Hisbollah Ă€ußerte sich zunĂ€chst nicht. Sie hatte nach VerkĂŒndung der ersten Waffenruhe offen gelassen, ob sie sich daran halten werde.

Trump kĂŒndigt Treffen mit Netanjahu und Aoun an

«Die Vereinigten Staaten werden mit dem Libanon zusammenarbeiten, um ihm dabei zu helfen, sich vor der Hisbollah zu schĂŒtzen», sagte Trump. Ins Auge nehme er dabei auch die Finanzierung der Miliz durch den Iran, sagte er auf eine Reporterfrage. Solange der Iran die Hisbollah finanziere, werde es keine Vereinbarung im Iran-Krieg geben. «Das ist ein Muss», sagte Trump. 

Zudem werde er in naher Zukunft den israelischen MinisterprÀsidenten Benjamin Netanjahu und den libanesischen PrÀsidenten Joseph Aoun empfangen. Er plane, das Treffen noch wÀhrend der verlÀngerten Waffenruhe stattfinden zu lassen.

Das vorangegangene Treffen im Weißen Haus bezeichnete Trump als historisch. Seinen Angaben zufolge hatten neben VizeprĂ€sident JD Vance und Außenminister Marco Rubio auch die US-Botschafter in Israel und im Libanon sowie ranghohe Vertreter Israels und des Libanons teilgenommen.

Seltenes Treffen in Washington

Bereits in der vergangenen Woche hatte es in Washington direkte Verhandlungen zwischen Israel und dem Libanon gegeben: Deren Botschafter in den USA kamen im US-Außenministerium zu GesprĂ€chen zusammen - das erste Treffen dieser Art seit Jahrzehnten. Der Libanon will den Einfluss der Hisbollah im Land aber eindĂ€mmen und ist auch keine aktive Konfliktpartei im Krieg der Miliz mit Israel. Die libanesische Regierung hatte den Druck auf die Hisbollah zuletzt erhöht.

Im SĂŒdlibanon gibt es trotz der Waffenruhe weiter tödliche ZwischenfĂ€lle. In der aktuellen Waffenruhe-Vereinbarung heißt es, Israel solle zwar «offensive» EinsĂ€tze gegen Ziele im Libanon unterlassen. Das Land darf sich demnach aber gegen geplante, unmittelbar bevorstehende oder andauernde Angriffe verteidigen. Beide Seiten werfen sich VerstĂ¶ĂŸe gegen das Abkommen vor.

Israel strebt nach Worten Netanjahus ein dauerhaftes Friedensabkommen mit dem Libanon an sowie eine Entwaffnung der Hisbollah. Die libanesische Regierung will eine dauerhafte Waffenruhe und einen Abzug der israelischen Soldaten aus dem SĂŒden des Landes erreichen. Die Hisbollah weigert sich bisher aber, die Waffen abzugeben, und Israels Truppen sind seit anderthalb Jahren im sĂŒdlichen Libanon stationiert - bisher ohne Aussicht auf einen raschen Abzug. Ein umfassendes Friedensabkommen ist deshalb fraglich.

Libanon: «Können nicht mit Pufferzone leben»

Libanons MinisterprĂ€sident Nawaf Salam drĂ€ngte die US-Regierung, den Druck auf Israel mit Blick auf dessen Bodentruppen im SĂŒdlibanon zu erhöhen. Der Libanon könne keinerlei Abkommen unterzeichnen, das keinen «vollstĂ€ndigen Abzug» der israelischen Truppen beinhalte, sagte Salam der «Washington Post». Man könne «nicht mit einer sogenannten Pufferzone leben», bei der Anwohner nicht in ihre HĂ€user im SĂŒden zurĂŒckkehren könnten.

Israel spricht von einer «Sicherheitszone», die Nordisrael vor Hisbollah-Angriffen schĂŒtzen soll. Dieses etwa zehn Kilometer breite Gebiet soll nach Worten Netanjahus vom Mittelmeer bis zur syrischen Grenze reichen. Kritiker sprechen von einer illegalen Besatzung und möglichen Kriegsverbrechen. So hat Israels Armee im SĂŒden wichtige BrĂŒcken und Straßen, nach israelischen Berichten aber auch HĂ€user systematisch mit Bulldozern und anderen Baufahrzeugen zerstört.

Israel will mit dem Ă€ußerst umstrittenen Vorhaben, alle HĂ€user in grenznahen Dörfern zu zerstören, eigenen Angaben zufolge verhindern, dass sich dort weiterhin Hisbollah-KĂ€mpfer verstecken und Angriffe auf Israel ausfĂŒhren können.

KÀmpfe hÀngen eng mit Iran-Krieg zusammen

Der Krieg im Libanon hĂ€ngt eng mit dem Iran-Krieg zusammen, weil der Iran der wichtigste UnterstĂŒtzer der Hisbollah ist und die Miliz auch im Interesse von oder auf Weisung aus Teheran handelt. Auch im Iran-Krieg hat Trump kĂŒrzlich eine geltende Waffenruhe kurz vor deren Ablauf einseitig verlĂ€ngert. Die Waffen sollen demnach schweigen, bis die iranische FĂŒhrung mit einem geeinten Vorschlag an den Verhandlungstisch kommt, wie Trump mitteilte.

Seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar liefern sich auch die Hisbollah und das israelische MilitĂ€r eine erneute schwere Konfrontation. Als Reaktion auf die Tötung des iranischen obersten FĂŒhrers Ajatollah Ali Chamenei feuert die Hisbollah seit Anfang MĂ€rz erneut Raketen in Richtung Israel. Dabei gab es dort mehrere Tote. Die israelische Luftwaffe reagierte mit massiven Luftangriffen, bei denen mehr als 2.000 Menschen getötet und etwa 1,2 Millionen vertrieben wurden. Das israelische MilitĂ€r verstĂ€rkte zudem seine PrĂ€senz im SĂŒdlibanon und rĂŒckte dort mit seinen Bodentruppen auch weiter vor, um laut eigenen Angaben gegen die Hisbollah vorzugehen.

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