Breite Kritik an US-Freigabe von russischem Ăl
13.03.2026 - 14:01:15 | dts-nachrichtenagentur.deKiesewetter sagte weiter, die Lockerung der Sanktionen widerspreche "Kernsicherheitsinteressen Europas, weil es dem Aggressor Russlands dient". Zugleich mahnte der CDU-Politiker: "Allerdings sollten die EuropĂ€er auch selbstkritisch sein. Wir haben noch viel mehr Möglichkeiten, die Ukraine zu unterstĂŒtzen und die Schattenflotte der Russen zu stoppen, doch nutzen diese nicht gĂ€nzlich aus."
Kritik kam auch aus der SPD. Adis Ahmetovic, auĂenpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, sagte der "Rheinischen Post", Trumps Entscheidung helfe dem Kreml dabei, den "Angriffskrieg gegen die Ukraine nun wieder besser finanziert zu bekommen". Er bemĂ€ngelte: "So profitieren zwei falsche Kriege voneinander, weil sich beide Machthaber nur um ihre eigenen Interessen scheren. Damit wird fĂŒr die europĂ€ischen und globalen MittelmĂ€chte noch einmal mehr deutlich, warum wir uns in einer gemeinsamen Allianz zusammenschlieĂen mĂŒssen."
Die Entscheidung der US-Regierung, angesichts der stark gestiegenen Energiepreise vorĂŒbergehend den Verkauf von russischem Erdöl wieder zu erlauben, stöĂt auch in der Opposition auf scharfe Kritik. Linken-Chefin Ines Schwerdtner bezeichnete die SolidaritĂ€t der USA mit der Ukraine als "scheinheilig". Der "Rheinischen Post" sagte Schwerdtner: "Die Idee, russisches Ăl wieder auf den Markt zu lassen, zeigt die ganze Doppelmoral der US-Politik. Auf der einen Seite wird Russlands Angriffskrieg zu Recht verurteilt, auf der anderen Seite soll Moskau plötzlich wieder Ăl verkaufen dĂŒrfen, sobald die Preise steigen."
Weiter kritisierte sie: "Das sendet ein fatal falsches Signal: VölkerrechtsbrĂŒche werden dann offenbar relativiert, wenn sie wirtschaftlich unbequem werden." Schwerdtner forderte vor diesem Hintergrund, die AbhĂ€ngigkeit von Ăl und Gas zu beenden. "Wer dauerhaft stabile Energiepreise will, muss erneuerbare Energien ausbauen und die Marktmacht der groĂen Energiekonzerne begrenzen", sagte sie.
