Deutschland, Kriminalität

Lang zu Erfahrung mit Deepfake-Porno: «Gefühl von Ohnmacht»

03.04.2026 - 11:40:07 | dpa.de

Grünen-Politikerin Ricarda Lang erlebt digitale Gewalt seit Beginn ihrer politischen Karriere. Ein Deepfake-Porno fühle sich «schlimmer an als jede Beleidigung». Welche Konsequenzen fordert sie?

Lang sagt, ein Deepfake-Porno fühle sich anders an. (Archivbild) - Foto: Gregor Fischer/dpa

Grünen-Politikerin Ricarda Lang hat nach eigener Aussage digitale Gewalt im Netz erlebt und kennt auch einen Deepfake-Porno von sich selbst. «Digitale Gewalt hat mich von Beginn meiner politischen Karriere an begleitet. Menschen haben mich im Netz diffamiert und bedroht», sagte die ehemalige Grünen-Chefin dem «Spiegel». Es gebe alle möglichen Fakes, die sie zeigten, auch vergleichsweise harmlose. «Aber ich weiß auch von mindestens einem Deepfake-Porno, in dem es so aussieht, als zeigten die Aufnahmen mich», sagte Lang.

«So ein Deepfake-Porno fühlt sich schlimmer an als jede Beleidigung. Dreidimensionaler, persönlicher. Obwohl ich weiß, dass es ein Fake ist, dass das nicht ich bin. Ganz seltsam eigentlich», sagte Lang. Der eigene Körper werde instrumentalisiert, zur Befriedigung oder Erniedrigung. «Das schafft ein Gefühl von Ohnmacht.»

Deepfakes sind täuschend echte, mit Künstlicher Intelligenz (KI) generierte oder manipulierte Bilder, Videos und Audioaufnahmen. 

Wie ging Lang mit dem Fall um?

Lang sagte, sie sei nicht gegen den Deepfake vorgegangen. «Ich fürchte, dass das wahnsinnig viel Zeit in Anspruch nehmen würde, die mein Büro und ich anders einsetzen können. Zumal diese Dinger ja auch schnell neu produziert wären». 

In der Debatte um digitale Gewalt an Frauen hatten Lang mit weiteren prominenten Frauen einen Zehn-Punkte-Plan gegen sexualisierte Digitalgewalt veröffentlicht. Kern ist, die Erstellung und Verbreitung sexualisierter Deepfakes unter Strafe zu stellen und sogenannte Nudify-Apps zu verbieten, mit denen gefälschte Sexbilder erstellt werden können. Internetplattformen sollten zudem verpflichtet werden, sexualisierte Deepfakes schnell zu entfernen.

«Tech-Oligarchen wie Elon Musk haben erkannt, dass sie auch mit Deepfakes und der Erniedrigung von Frauen viel Geld auf ihren Plattformen machen können. Digitale Gewalt ist Teil ihres Geschäftsmodells geworden», sagte Lang. Europa ließe sich das gefallen. «Dabei gibt es bereits ein Instrument, mit dem die EU handeln könnte: den Digital Services Act. Der sieht unter anderem Bußgelder vor, wenn die Konzerne sich nicht um den Schutz ihrer Nutzer bemühen.»

So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
Für. Immer. Kostenlos.
de | politik | 69063740 |

Weitere Meldungen

Unternehmen: «Hipp ist Opfer einer Erpressung». Die Polizei warnt Eltern vor auffälligen Gläsern. Was Hipp und die Behörden nun unternehmen. Erpressung mit Rattengift in Babynahrung - und in Österreich wird noch ein Glas gesucht. (Unterhaltung, 20.04.2026 - 21:24) weiterlesen...

Ladendiebstahl: Einzelhandel warnt trotz weniger Anzeigen. Die Zahl der registrierten Ladendiebstähle ist 2025 zwar zurückgegangen. Im Einzelhandel sorgt das jedoch nicht für Aufatmen. In deutschen Geschäften wird viel gestohlen. (Wirtschaft, 20.04.2026 - 17:29) weiterlesen...

Gift in Babynahrung - Ermittlungen wegen Erpressungsversuch. In Österreich suchen Beamte parallel dazu nach einem weiteren möglicherweise mit Gift verseuchten Glas. Die Polizei ermittelt nach dem Fund von Rattengift in Babynahrung wegen versuchter Erpressung. (Unterhaltung, 20.04.2026 - 15:45) weiterlesen...

«Mache Rückführung» - Zeugin schildert Gespräch mit Block. Einen Satz fand die Polizistin nach der Tat so wichtig, dass sie ihn direkt in ihr Merkbuch schrieb. Im Prozess um die Entführung der Block-Kinder wird die Hamburger Hauptermittlerin befragt. (Unterhaltung, 20.04.2026 - 13:49) weiterlesen...

Polizei: Rund 1.000 Fans bei Schlägerei vor Bayern-Stuttgart. Die Polizei berichtet tags darauf von Details des Vorfalls. Vor dem Bayern-Spiel gegen Stuttgart kommt es in der Nähe des Stadions zu einer Schlägerei von rivalisierenden Ultras. (Politik, 20.04.2026 - 12:53) weiterlesen...

Verdächtiger nach Angriff auf Lehrerin in Essen angeklagt. Ein damals 17 Jahre alter Schüler soll eine Lehrerin attackiert haben. Später kommt noch mehr ans Licht. In Essen sorgt im September 2025 ein großer Polizeieinsatz an einem Berufskolleg für Aufruhr. (Politik, 20.04.2026 - 11:51) weiterlesen...