Arbeitsmarkt: KI-Profis verdienen 62% mehr als Kollegen ohne Kompetenzen
16.06.2026 - 09:21:22 | boerse-global.de
Das zeigt der âGlobal AI Jobs Barometerâ von PwC, der am Montag veröffentlicht wurde.
Die Studie zeichnet ein zweigleisiges Bild des Arbeitsmarktes: Berufe mit hoher KI-Durchdringung wachsen deutlich schneller und zahlen besser als der Rest. Menschliche Kernkompetenzen werden dabei aufgewertet â nicht ersetzt.
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Zwei Geschwindigkeiten am Arbeitsmarkt
PwC identifiziert zwei Entwicklungspfade. âProfessionalisierteâ TĂ€tigkeiten wie Radiologen oder Personalvermittler verzeichnen ein doppelt so hohes Stellenwachstum wie der Durchschnitt. Die GehĂ€lter steigen dort 42 Prozent schneller als in weniger KI-exponierten Bereichen.
Anders sieht es bei âdemokratisiertenâ Berufen aus â etwa IT-Serviceleiter oder ArztsekretĂ€re. Hier ermöglicht KI zwar Effizienzgewinne, das Gehaltswachstum hinkt aber hinterher.
Stellen mit spezifischen KI-Kenntnissen wie Machine Learning oder Prompt Engineering sind seit 2019 um 69 Prozent gestiegen. Der Gesamtmarkt wuchs im selben Zeitraum nur um 9 Prozent.
Superstars ziehen davon
Unternehmen, die KI intensiv nutzen, erzielen enorme Vorteile. Die obersten 20 Prozent â im Bericht âSuperstarsâ genannt â steigerten ihre ProduktivitĂ€t seit 2018 um 163 Prozent. Dieser Vorsprung hat sich seit 2022 verdreifacht.
Auch beim Personal und Lohn liegen sie vorn: KI-affine Firmen stockten ihre Belegschaft um 52 Prozent auf, andere nur um 36 Prozent. Das Lohnwachstum betrĂ€gt 24 Prozent gegenĂŒber 17 Prozent.
Der durchschnittliche Lohnaufschlag fĂŒr FachkrĂ€fte mit KI-Kompetenzen liegt bei 62 Prozent. In der KonsumgĂŒterindustrie sind es bis zu 118 Prozent, im öffentlichen Dienst nur 16 Prozent.
Einstieg wird anspruchsvoller
Der Umbruch trifft vor allem Berufseinsteiger. KI-exponierte Einstiegspositionen wuchsen seit 2019 um 35 Prozent, wÀhrend andere Junior-Rollen um 10 Prozent schrumpften.
Eine Analyse von 2,4 Millionen US-Einstiegspositionen zeigt: KI-geprĂ€gte Rollen verlangen siebenmal hĂ€ufiger Kompetenzen, die frĂŒher erfahrenen FachkrĂ€ften vorbehalten waren. Dazu gehören Urteilsvermögen, KreativitĂ€t und FĂŒhrungsqualitĂ€ten.
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Technische Routineaufgaben ĂŒbernimmt zunehmend die KI. Die Bedeutung zwischenmenschlicher und strategischer FĂ€higkeiten steigt.
Deutsche Unternehmen ziehen nach
Das Ifo-Institut befragte im Mai 3.000 Unternehmen. Ergebnis: Fast jedes fĂŒnfte KI-nutzende Unternehmen (19,2 Prozent) hĂ€lt den Ersatz von Akademikern durch KI-gestĂŒtzte Laien fĂŒr möglich. Im Handel liegt der Anteil bei 28,6 Prozent. Eine Mehrheit von 55,4 Prozent sieht einen solchen Ersatz aber als schwer oder unmöglich an.
Die Relevanz ist in der Breite angekommen. Laut einer KPMG-Studie vom FrĂŒhjahr bewerten 98 Prozent der deutschen Entscheider KI als relevant fĂŒr ihr GeschĂ€ft â 2024 waren es erst 56 Prozent. Fast alle befragten Unternehmen haben inzwischen eine KI-Strategie.
84 Prozent der Verantwortlichen schÀtzen ihre Belegschaft als gut auf die Arbeit mit KI vorbereitet ein.
