Deutsche Bahn: Sanierte Strecke Köln-Wuppertal kollabiert nach 5 Monaten
Veröffentlicht: 12.07.2026 um 08:03 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Das Unternehmen müsse betriebliche Abläufe optimieren und bei Verspätungen verstärkt Personal einsetzen, sagte er am Sonntag. Die massive Investitionen des Bundes aus dem Sondervermögen allein reichten nicht.
Die Lage ist angespannt: Im Juni 2026 erreichte die Pünktlichkeitsquote im Fernverkehr nur 52,6 Prozent. Das ist ein neuer Tiefstand.
Generalsanierungen: Ziele verfehlt
Bereits am Samstag räumte Schnieder Defizite bei den sogenannten Generalsanierungen ein. „Wir haben nicht alle gesteckten Ziele erreicht“, so der Minister. Das Konzept der Korridorsanierungen soll nun grundsätzlich überprüft werden.
Konkret stellte Schnieder die Anzahl von jährlich vier geplanten Sanierungsvorhaben infrage – und deren regionale Verteilung. Grund sind unter anderem Verzögerungen bei den Projekten zwischen Hamburg und Berlin sowie Nürnberg und Regensburg.
Auf der Strecke Hamburg-Berlin sei die Sanierung nur teilweise umgesetzt worden. Das gefährde die angestrebte Stabilität des Fahrplans. Auch der Verband der Güterbahnen mahnte Änderungen an: Der Güterverkehr leide massiv unter den notwendigen Sperrungen.
Eine geplante Neubaustrecke zwischen Hamburg und Hannover bleibt unterdessen weiter umstritten.
Pannen auf frisch sanierten Strecken
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Die Zuverlässigkeit des Netzes geriet am Wochenende zusätzlich durch technische Probleme in die Schlagzeilen. Die Verbindung Köln-Wuppertal-Hagen war erst am Freitag nach einer fünfmonatigen Generalsanierung freigegeben worden. Kostenpunkt: rund 800 Millionen Euro.
Doch schon am Samstag mussten Streckenabschnitte zeitweise gesperrt werden. Grund: ein Brückenschaden in Opladen und ein Oberleitungsschaden bei Wuppertal. Züge durften den Bereich vorerst nur mit 70 km/h befahren. Ein Bahnexperte bezeichnete die Situation angesichts der gerade abgeschlossenen Arbeiten als „schwerwiegendes Defizit“.
Die Strecke Hamburg-Hannover konnte dagegen am Freitag planmäßig wieder in Betrieb genommen werden. Gleichzeitig begann eine neue Großbaustelle: Die rechte Rheinstrecke zwischen Troisdorf und Wiesbaden wurde für eine Generalsanierung voll gesperrt. Die Arbeiten sollen bis Mitte Dezember 2026 dauern. Die Investitionssumme: 1,6 Milliarden Euro.
Bahn fordert 13 Milliarden Euro zusätzlich
Trotz der aktuellen Schwierigkeiten hält das Verkehrsministerium am Ziel fest, die Pünktlichkeit im Fernverkehr bis 2029 auf 70 Prozent zu steigern. 2025 lag der Wert noch bei 60 Prozent.
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Die Bahn-Führung sieht dafür weiteren finanziellen Bedarf. Bahnchefin Evelyn Palla forderte am Sonntag zusätzlich zu den bereits zugesagten Mitteln weitere 13 Milliarden Euro bis 2030. Nur so lasse sich die Infrastruktur nachhaltig modernisieren.
Der Bund investiert bereits Milliarden aus einem Sondervermögen in das Schienennetz. Die Erwartung: effizientere Baumaßnahmen und ein reibungsloserer Bahnbetrieb.
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