ETS-Reform, Emissionsregeln

ETS-Reform: EU plant strengere Emissionsregeln ab Mitte Juli

11.06.2026 - 03:27:50 | boerse-global.de

Das EU-Parlament beschließt strengere Preismechanismen im Emissionshandel. Investoren fordern einen klaren, unverwässerten Kurs bei der ETS-Reform.

EU-Parlament verschärft CO?-Preiskontrolle und ETS-Reform
ETS-Reform - Industrieschornsteine emittieren Dampf und leichten Rauch vor einem dramatischen, bewölkten Himmel mit einem grünen Lichtschein. 11.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Entscheidung fiel wegen wachsender Sorgen über steigende Kraftstoffkosten durch die Emissionsminderung.

Parallel plant die EU-Kommission eine weitreichende Reform des Emissionshandelssystems (ETS). Der offizielle Vorschlag wird Mitte Juli erwartet.

Industrie-Zertifikate an Investitionen gekoppelt

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Ein zentraler Punkt der ETS-Revision: Die kostenlosen Zertifikate für die Industrie sollen verlängert werden. Allerdings nur unter einer Bedingung: Die begünstigten Unternehmen müssen entsprechende Investitionen innerhalb der EU tätigen.

Die nationalen Regierungen sollen zudem einen größeren Anteil der ETS-Einnahmen zweckgebunden für Klimaschutzmaßnahmen verwenden.

Die Reformpläne sehen auch eine Ausweitung des Emissionshandels auf den internationalen Flugverkehr vor. Ab 2028 sollen Müllverbrennungsanlagen schrittweise ins System einbezogen werden. Branchenvertreter warnen bereits vor steigenden Entsorgungsgebühren.

Investoren drängen auf klaren Kurs

Während die Politik nach Wegen sucht, Kosten für Verbraucher und Industrie abzufedern, mahnt die Finanzwirtschaft zur Standhaftigkeit. 46 institutionelle Investoren mit einem Vermögen von rund 12 Billionen Euro – darunter die Allianz SE und L&G Asset Management – fordern die EU-Spitzen auf, das ETS nicht zu verwässern.

Die Unterzeichner betonen: Die ETS-Obergrenze müsse strikt an den Klimazielen ausgerichtet bleiben. Zudem sprechen sie sich für einen funktionsfähigen CO?-Grenzausgleich aus, um die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie zu sichern.

Industriestrompreis und lockere Schuldenregeln

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Die EU-Kommission hat grünes Licht für den deutschen Industriestrompreis gegeben. Energieintensive Unternehmen dürfen maximal 50 Euro pro Megawattstunde zahlen. Das Fördervolumen beträgt 3,8 Milliarden Euro und ist bis Ende 2028 befristet. Als Gegenleistung müssen die Empfänger mindestens die Hälfte der Summe in Dekarbonisierungsprojekte investieren.

Ergänzend plant die Kommission eine Lockerung der Schuldenregeln für Investitionen in die Energiewende. Ausgaben in diesem Bereich sollen künftig ähnlich wie Verteidigungsausgaben unter eine Ausnahmeregelung fallen. Für Deutschland wird ein rechnerisches Plus von über 25 Milliarden Euro erwartet.

Zur Förderung der Elektrifizierung bereitet die EU zudem eine Senkung der Mindeststeuersätze für Strom vor – unter das Niveau für Gas.

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