Insolvenzwelle, Firmen

Insolvenzwelle 2026: 42.000 Firmen pleitegehen, 340.000 Jobs gefÀhrdet

26.06.2026 - 11:04:26 | boerse-global.de

Das Ifo-BeschÀftigungsbarometer sinkt im Juni auf 92,3 Punkte, wÀhrend die Insolvenzzahlen stark ansteigen und Unternehmen Stellen abbauen.

Ifo-BeschÀftigungsbarometer fÀllt trotz besserer GeschÀftsklima-Stimmung
Insolvenzwelle - Eine Person packt persönliche GegenstĂ€nde in eine Kiste an einem Schreibtisch in einem modernen, unscharfen BĂŒro. 26.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Das Ifo-BeschĂ€ftigungsbarometer ist im Juni auf 92,3 Punkte gefallen – ein Minus von 1,6 Punkten zum Vormonat.

Besonders dĂŒster sieht es in der Industrie und im Handel aus. Dort ĂŒberwiegen die Unternehmen mit Stellenstreichungen die mit Einstellungsabsichten um satte 18 Prozentpunkte. Auch bei Dienstleistern dominieren die AbbauplĂ€ne, mit einer Differenz von 4,9 Prozentpunkten.

Einziger Lichtblick: Das Baugewerbe hÀlt den Personalbestand stabil.

WidersprĂŒchliche Signale

Der RĂŒckgang des BeschĂ€ftigungsbarometers ĂŒberrascht, denn das Ifo-GeschĂ€ftsklima stieg im Juni leicht auf 85,6 Punkte. Ifo-PrĂ€sident Clemens Fuest erklĂ€rt den Stimmungsaufheller mit abnehmender Unsicherheit und der Hoffnung auf weltpolitische Entspannung.

Nur: In den Personalabteilungen ist davon noch nichts angekommen.

Insolvenzwelle mit Rekordzahlen

Die ZurĂŒckhaltung hat handfeste GrĂŒnde. Von Januar bis Mai meldeten die Behörden 22.340 Unternehmensinsolvenzen – ein Anstieg von 40,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Allein im Mai gab es mit ĂŒber 3.200 FĂ€llen einen Monatshöchstwert.

Hochrechnungen zufolge könnten 2026 bis zu 42.000 Unternehmen pleitegehen. Das wÀre der höchste Stand seit 15 Jahren.

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Besonders der Mittelstand ist betroffen: Auf Firmen mit 20 bis 250 Mitarbeitern entfallen rund 62 Prozent der FÀlle. Zwischen 280.000 und 340.000 ArbeitsplÀtze sind unmittelbar gefÀhrdet. Die Gesamtverbindlichkeiten aus den Verfahren belaufen sich auf geschÀtzte 48 Milliarden Euro.

Strukturwandel trifft SchlĂŒsselbranchen

Neben der Konjunktur treiben technologische UmbrĂŒche den Stellenabbau. Bei Automobil-Entwicklungsdienstleistern ist die Zahl der BeschĂ€ftigten von 90.000 im Jahr 2019 auf aktuell 50.000 bis 60.000 gesunken. Die IAV in Berlin hat an einem Standort massiv Personal abgebaut. Ursachen: Verlagerung ins Ausland und hoher Kostendruck.

Auch andere Branchen straffen:

DocMorris setzt auf KĂŒnstliche Intelligenz und baut 100 Vollzeitstellen ab. Ab Ende 2027 erwartet das Unternehmen jĂ€hrliche Einsparungen von mindestens 15 Millionen CHF.

Coca-Cola Europacific Partners schließt 2025 fĂŒnf Standorte in Deutschland, darunter Köln und Berlin-Hohenschönhausen. 505 Stellen fallen weg, ein Teil der Aufgaben wird verlagert.

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Regionale Unterschiede und politische Signale

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger sprach am 25. Juni von einer „eingetrĂŒbten Lage“. Die Zahl der Insolvenzen im Freistaat stieg um 11 Prozent auf 15.000. Die Arbeitslosen quote liegt mittlerweile ĂŒber 4 Prozent. Aiwanger fordert mehr Hightech-Investitionen und Automatisierung.

FĂŒr Ostdeutschland prognostiziert das Ifo Dresden ein Mini-Wachstum von 0,7 Prozent fĂŒr 2026. Die Zahl der ErwerbstĂ€tigen soll dennoch um 0,4 Prozent sinken – unter anderem wegen gestiegener Energiepreise.

Neue Risiken fĂŒr die grĂŒne Branche

Die Bertelsmann Stiftung warnt vor zusĂ€tzlichen Gefahren fĂŒr die erneuerbaren Energien. Zwar stieg die Zahl der BeschĂ€ftigten in dem Sektor bis 2025 auf 436.000. Doch geplante GesetzesĂ€nderungen wie die EEG-Novelle oder neue Regeln zur GebĂ€udemodernisierung könnten tausende ArbeitsplĂ€tze in der Solar- und Windenergie sowie bei WĂ€rmepumpen gefĂ€hrden.

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