Krankenversicherung, Bundestag

Krankenversicherung: Bundestag beschließt 18,8-Mrd-Sparpaket

Veröffentlicht: 11.07.2026 um 03:12 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Das größte Sparpaket seit Jahren soll ein Finanzloch von 18,8 Milliarden Euro stopfen und bringt höhere Zuzahlungen für Patienten.

Bundestag beschließt umfassende Reform der gesetzlichen Krankenversicherung
Ein Stapel Euro-Münzen und ein kleiner Haufen verschreibungspflichtiger Pillen auf einer dunklen Oberfläche, die finanzielle Belastung symbolisieren. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Mit 319 zu 286 Stimmen passierte das Gesetz am Freitag das Parlament, auch der Bundesrat stimmte zu. Ziel ist es, ein Finanzloch von 18,8 Milliarden Euro für 2027 zu stopfen.

Versicherte müssen tiefer in die Tasche greifen

Die Reform trifft Patienten direkt im Portemonnaie. Die Zuzahlungen für verschreibungspflichtige Medikamente steigen von bisher 5 bis 10 Euro auf 7,50 bis 15 Euro. Auch beim Zahnersatz wird gespart: Der Festzuschuss der Kassen sinkt von 60 auf 50 Prozent.

Ganz gestrichen wird die Homöopathie aus dem Leistungskatalog der gesetzlichen Kassen. Die Hautkrebsvorsorge bleibt dagegen vorerst erhalten.

Höhere Beiträge für Gutverdiener und Ehepartner

Die Beitragsbemessungsgrenze steigt 2027 um monatlich 300 Euro. Das bedeutet: Gutverdiener zahlen auf einen größeren Teil ihres Einkommens Beiträge. Der durchschnittliche Zusatzbeitrag wird auf 3,1 Prozent festgesetzt.

Ab 2028 kommt eine Neuregelung für die Familienversicherung: Mitversicherte Ehepartner zahlen dann einen Beitragszuschlag von 2,5 Prozentpunkten. Ausnahmen gibt es für Eltern mit Kindern unter zwölf Jahren, Pflegende, Menschen mit Behinderung und Rentner.

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Pharmaindustrie unter Druck

Die Regierung greift auch bei den Arzneimittelherstellern durch. Der Pflichtrabatt für die Pharmaindustrie wird auf 15,5 Prozent festgeschrieben. Die Branche warnte bereits vor negativen Folgen für Investitionen am Standort Deutschland.

Teilkrankschreibung und Zuckersteuer geplant

Ab 2028 soll eine Teilkrankschreibung möglich sein. Sie ermöglicht eine schrittweise Rückkehr in den Job nach längerer Krankheit. Parallel plant die Bundesregierung eine Zuckersteuer, um die Folgekosten ungesunder Ernährung zu senken.

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Kritik aus Krankenhäusern und Politik

Die Krankenhausgesellschaft zeigte sich besorgt über den finanziellen Druck auf die Kliniken. Aus der Opposition kamen Warnungen vor einem Verlust von bis zu 140.000 Arbeitsplätzen im Gesundheitssektor. Ob die Einsparungen ausreichen, um die Beiträge stabil zu halten – das dürfte sich erst im kommenden Jahr zeigen.

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