Salzgitter, HKM

Salzgitter übernimmt HKM: 2.000 Stellen fallen bis Ende 2028 weg

Veröffentlicht: 11.07.2026 um 03:06 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Salzgitter übernimmt HKM komplett und streicht 2.000 Stellen. Investition in Elektrolichtbogenofen soll CO2-Ausstoß drastisch senken.

Salzgitter AG: Radikaler Umbau bei HKM mit Stellenabbau und grünem Stahl
Ein moderner, sauberer Stahlwerksinnenraum mit einem leuchtenden Elektrolichtbogenofen, der grüne Stahlproduktionstechnologie zeigt. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Bisher gehörte das Gemeinschaftsunternehmen zu thyssenkrupp Steel und Vallourec. Jetzt folgt der radikale Umbau: Rund 2.000 der 3.000 Stellen fallen bis Ende 2028 weg. Die Rohstahlproduktion sinkt auf zwei Millionen Tonnen pro Jahr.

Grüner Stahl als Rettungsanker

Die Übernahme ist kein reiner Sparkurs. Salzgitter investiert in einen Elektrolichtbogenofen (EAF). Damit soll die CO2-Bilanz massiv verbessert werden – laut Unternehmen um bis zu 90 Prozent. Die Börse reagierte positiv: JPMorgan hob das Kursziel für Salzgitter von 31,40 auf 65,00 Euro an.

Doch der Umbau ist teuer. Die Energiekosten in Deutschland bleiben hoch, die Konkurrenz aus China drückt auf die Preise. Die EU-Kommission denkt deshalb über höhere Zölle auf Stahlimporte nach.

Was die Politik jetzt liefern muss

Ein von der Hans-Böckler-Stiftung geförderter Masterplan zeigt, wie grüner Stahl trotzdem wettbewerbsfähig werden kann. Die Kernforderungen: ein Industriestrompreis, günstiger grüner Wasserstoff und staatliche Investitionshilfen. Auch bei öffentlichen Aufträgen soll stärker auf heimische Produktion gesetzt werden.

Anzeige

Angesichts der globalen Konkurrenz und drohender Schutzzölle müssen Industrieunternehmen ihre Importe genauestens überwachen. Dieser kostenlose Leitfaden zeigt, wie Sie die korrekte Warennummer finden und teure Fehler bei der Verzollung vermeiden. 11 Profi-Tipps zur Warentarifierung jetzt kostenlos herunterladen

Der Bundestag hat bereits die Weichen gestellt. Ein neues Gesetz sieht die Ausschreibung von 11 Gigawatt Gaskraftwerken vor. Sie müssen bis Ende 2031 ans Netz – und ab 2045 komplett mit Wasserstoff laufen. Das Wasserstoff-Beschleunigungsgesetz aus dem Vorjahr soll den Aufbau der Lieferketten beschleunigen.

Die Lage bleibt kritisch

Trotz aller Pläne: Die Industrie verliert weiter an Boden. Laut Beobachtern gehen monatlich 10.000 bis 12.000 Arbeitsplätze in der Branche verloren. Die hohen Energiepreise, Steuern und Bürokratie belasten die Unternehmen.

Anzeige

Der neue CO2-Grenzausgleich der EU stellt viele Industrie-Importeure vor komplexe bürokratische Hürden. Erfahren Sie in diesem Gratis-E-Book, wie Sie Ihre CBAM-Berichtspflichten rechtssicher erfüllen und Bußgelder zuverlässig verhindern. Kostenlose CBAM-Checkliste für Unternehmen sichern

Auch andere Stahlriesen kämpfen. thyssenkrupp Steel hat Sanierungsmaßnahmen und Stellenstreichungen angekündigt. Manche Konzerne haben ihre Pläne für grünen Stahl wegen der unsicheren Marktlage vorerst auf Eis gelegt.

Ob die Transformation gelingt, hängt von einer Frage ab: Wann stehen die erneuerbaren Energien und die Wasserstoff-Infrastruktur wirklich zur Verfügung?

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

de | wirtschaft | 69740394 |