Alphabet, KI-Rechenzentren

Alphabet: 80-Milliarden-Finanzierung für KI-Rechenzentren

02.06.2026 - 22:36:06 | boerse-global.de

Alphabet sammelt 80 Milliarden Euro für KI-Rechenzentren ein, Berkshire Hathaway beteiligt sich mit zehn Milliarden.

Alphabet: 80-Milliarden-Finanzierung für KI-Rechenzentren - Bild: über boerse-global.de
Alphabet: 80-Milliarden-Finanzierung für KI-Rechenzentren - Bild: über boerse-global.de

Das Geld fließt in den Ausbau von Rechenzentren und Cloud-Kapazitäten.

Alphabet stemmt ein gewaltiges Finanzierungspaket: Rund 80 Milliarden Euro will der Konzern über Aktienemissionen einsammeln, um seine KI-Infrastruktur massiv auszubauen. Davon stammen umgerechnet knapp zehn Milliarden Euro von Warren Buffetts Investmentvehikel Berkshire Hathaway – ein klares Signal für den strategischen Kurs des Technologieriesen.

Rekord-Finanzierung für Rechenzentren

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Die Kapitalerhöhung ist komplex aufgebaut: Rund 28 Milliarden Euro kommen über öffentliche Angebote herein, weitere 37 Milliarden Euro über ein sogenanntes ATM-Programm (At-the-Market), das im dritten Quartal 2026 starten soll. Berkshire Hathaway beteiligt sich mit einem Mix aus Class-A- und Class-C-Aktien zu Kursen von umgerechnet etwa 328 Euro beziehungsweise 325 Euro pro Anteilsschein. Die Investmentbanken Goldman Sachs, JPMorgan und Morgan Stanley begleiten die Transaktion.

Das Geld ist für den Bau neuer Rechenzentren und den Ausbau globaler Computerkapazitäten vorgesehen. Die Konzernführung bezeichnet Rechenleistung als drängendstes operatives Problem – die Nachfrage nach KI-Lösungen übersteige das Angebot deutlich. Für 2026 plant Alphabet Investitionsausgaben zwischen 168 und 177 Milliarden Euro, mit steigender Tendenz für 2027.

Starke Zahlen, verhaltene Reaktion

Die Kapitalerhöhung folgt auf ein glänzendes erstes Quartal 2026: Alphabet setzte umgerechnet rund 103 Milliarden Euro um – ein Plus von 22 Prozent zum Vorjahr. Besonders die Google-Cloud-Sparte legte um 63 Prozent auf knapp 19 Milliarden Euro zu, der Auftragsbestand liegt bei über 430 Milliarden Euro.

Trotz dieser Zahlen reagierte die Börse verhalten. Der Aktienkurs gab leicht nach, da Anleger eine Verwässerung von rund 1,8 Prozent der Anteile einpreisten. Alphabet hatte bereits zuvor Schulden aufgenommen: über 28 Milliarden Euro im April 2026 und rund 23 Milliarden Euro im November 2025.

Berkshire baut Position massiv aus

Unter CEO Greg Abel fährt Berkshire Hathaway eine offensive Strategie. Seit dem dritten Quartal 2025 stockt der Mischkonzern seine Alphabet-Beteiligung kontinuierlich auf. Mit der jüngsten Investition von zehn Milliarden Euro hält Berkshire nun Anteile im Wert von über 29 Milliarden Euro – das ist das viertgrößte Einzelinvestment im Portfolio.

Die aggressive Kapitalallokation unter Abels Führung ist bemerkenswert: Zum 31. März 2026 verfügte Berkshire über Barreserven von rund 355 Milliarden Euro. Während der Konzern massiv auf Alphabet setzt, liegt die KI-Durchdringung in der US-Wirtschaft nach aktuellen Daten bei knapp 20 Prozent.

Ethische Debatte und interne Konflikte

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Der Milliardenpoker um KI-Infrastruktur fällt in eine Zeit wachsender Spannungen. Am 5. Juni stimmen Aktionäre über einen Antrag ab, der einen Bericht über KI-Risiken fordert – insbesondere beim Umgang mit sensiblen Daten.

Kritiker verweisen auf Alphabets Entscheidung vom Februar 2025, bestimmte ethische Leitlinien zu Waffen und Überwachung zu streichen. Der Konzern hält weiterhin Verträge mit umstrittenen Kunden: das Projekt Maven mit dem US-Verteidigungsministerium und Projekt Nimbus mit der israelischen Regierung.

Die Folge: interner Widerstand. Im April 2026 protestierten Google-Mitarbeiter gegen die Rüstungsaufträge. In Großbritannien stimmten Beschäftigte der KI-Tochter DeepMind für die Gründung einer Gewerkschaft. Auch regulatorische Altlasten beschäftigen die Anleger: Alphabet zahlte bereits Bußgelder von 50 Millionen Euro in Frankreich und umgerechnet rund 398 Millionen Euro in den USA wegen Datenschutzverstößen.

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